{"id":10458,"date":"2017-07-31T14:00:00","date_gmt":"2017-07-31T12:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=10458"},"modified":"2018-12-14T02:24:39","modified_gmt":"2018-12-14T01:24:39","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-rheinland-pfalz-im-juni-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-rheinland-pfalz-im-juni-2017\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Rheinland-Pfalz im Juni 2017"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Rheinland-Pfalz im Juni 2017<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong>\u00a0\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 249 StGB: Raub\">\u00a7 249 I StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/25.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 25 StGB: T&auml;terschaft\">\u00a7 25 II StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 223 StGB: K&ouml;rperverletzung\">\u00a7 223 I StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/224.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 224 StGB: Gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzung\">\u00a7 224 I Nr. 4 StGB<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\">\u00a7249 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/434.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\">\u00a7223 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/434.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/224.html\">\u00a7224 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/434.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/25.html\">\u00a725 StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Intensivbefragung Einzelner, hart am Fall<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pr\u00fcferin pr\u00fcfte allein materiell-rechtliche Themen und schilderte zu Beginn den folgenden Fall:<br \/>\nZ leiht sich von A einen Computer. Nach einiger Zeit m\u00f6chte A seinen Computer zur\u00fcck erhalten und verlangt diesen von Z zur\u00fcck. Z m\u00f6chte ihn allerdings behalten und verweigert die R\u00fcckgabe. A trifft daraufhin seinen Freund B und erz\u00e4hlt ihm, dass Z ihm den Computer nicht wieder herausgeben m\u00f6chte. A und B beschlie\u00dfen dann, dass sie den Computer gemeinsam zur\u00fcckholen m\u00f6chten. Dies wollen sie auch notfalls unter Anwendung von Gewalt machen. Als die beiden bei Z ankommen fordert A den Z nochmals dazu auf, ihm den Computer zur\u00fcck zu geben. Dieser verweigert die R\u00fcckgabe erneut. Nun schl\u00e4gt B auf Z ein. W\u00e4hrenddessen st\u00fcrmt A in die Wohnung des Z und holt sich seinen Computer zur\u00fcck. Wie haben sich die Beteiligten strafbar gemacht?<br \/>\nMan begann die Pr\u00fcfung mit der Strafbarkeit des B und pr\u00fcfte den Raub nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 249 StGB: Raub\">\u00a7 249 I StGB<\/a> in Mitt\u00e4terschaft. Dabei lag das qualifizierte N\u00f6tigungselement recht unproblematisch vor.<br \/>\nIm Rahmen des Diebstahlselements wurde es dann problematischer. Bei der Wegnahme stellte sich zun\u00e4chst das Problem, inwiefern die Wegnahme mitt\u00e4terschaftlich zugerechnet werden kann.<br \/>\nDabei sollten zun\u00e4chst einmal die Tatherrschaftslehre und die subjektive Theorie dargestellt werden.<br \/>\nTatherrschaftslehre: Ma\u00dfgebliches Abgrenzungskriterium ist die Tatherrschaft. T\u00e4ter ist, wer allein oder arbeitsteilig mit anderen das Ob und Wie der Tatbestandsverwirklichung bestimmt und somit als Zentralgestalt des Geschehens die planvoll lenkende oder mitgestaltende Tatherrschaft besitzt, die Tatbestandsverwirklichung somit nach seinem Willen hemmen oder ablaufen lassen kann. Teilnehmer ist, wer die Tat ohne eigene Tatherrschaft als \u201eRandfigur\u201c veranlasst oder f\u00f6rdert, das Ob und Wie der Tat aber vom Willen eines anderen abh\u00e4ngig macht. Umstritten innerhalb der\u00a0Tatherrschaftslehre ist, ob eine T\u00e4terschaft auch dann angenommen werden kann, wenn eine Person zwar nicht selber an der Ausf\u00fchrung des Tatplans teilgenommen, diesen jedoch ma\u00dfgeblich entwickelt und vorbereitet hat.<br \/>\nSubjektive Theorie: Fr\u00fcher ging die Rechtsprechung davon aus, dass zwischen T\u00e4terschaft und Teilnahme nur nach der inneren Willensrichtung des Handelnden abzugrenzen sei. T\u00e4ter w\u00e4re hiernach, wer mit T\u00e4terwillen handelt und die Tat als eigene will, Teilnehmer, wer mit Teilnehmerwillen handelt und die Tat als fremde veranlassen oder f\u00f6rdern m\u00f6chte. Die\u00a0Rechtsprechung vertritt auch heute noch einen subjektiven Ansatz, hat sich der Tatherrschaftslehre jedoch stark angen\u00e4hert, da sie zur Bestimmung der inneren Willensrichtung des Handelnden folgende Anhaltspunkte heranzieht: Grad des eigenen Interesses am Erfolg, Umfang der Tatbeteiligung, Um fang der Tatherrschaft, Wille zur Tatherrschaft. Die heutige Auffassung der Rechtsprechung wird daher auch als normative Kombinationstheorie bezeichnet.<br \/>\nIm Rahmen der Zurechnung der Wegnahme wollte sie diskutiert haben, inwiefern eine Mitt\u00e4terschaft ausscheidet, weil A sich nicht wegen Raubes strafbar machen kann, da f\u00fcr ihn der Computer ja nicht fremd ist.<br \/>\nMan war der Ansicht, dass dies irrelevant ist, da die Fremdheit f\u00fcr jeden T\u00e4ter selbst festgestellt werden muss und bei Mitt\u00e4terschaft nur hinsichtlich der Handlungen zugerechnet wird.<br \/>\nAllerdings war sie der Auffassung, dass dies problematisch sei und es hierzu einem Streitstand g\u00e4be.<br \/>\nDie <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 223 StGB: K&ouml;rperverletzung\">\u00a7\u00a7 223<\/a> I, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/224.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 224 StGB: Gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzung\">224<\/a> I Nr. 4 StGB wurden f\u00fcr A und B im Rahmen der Mitt\u00e4terschaft bejaht.<br \/>\nAbschlie\u00dfend kann man festhalten, dass man hinsichtlich der gepr\u00fcften Paragraphen alle Definitionen und Probleme kennen sollte.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h3>Du suchst die optimale Vorbereitung auf deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung?<\/h3>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]\n<p>Du suchst Gesetzestexte und Kommentare f\u00fcr deine M\u00fcndliche Pr\u00fcfung und den Aktenvortrag? 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Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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