{"id":10818,"date":"2017-10-13T09:00:15","date_gmt":"2017-10-13T07:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=10818"},"modified":"2018-12-14T02:24:26","modified_gmt":"2018-12-14T01:24:26","slug":"gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-1-staatsexamen-berlin-vom-april-2017-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-1-staatsexamen-berlin-vom-april-2017-2\/","title":{"rendered":"Ged\u00e4chtnisprotokoll einer echten Klausur zum 1. Staatsexamen &#8211; Berlin vom April 2017"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden Klausurprotokoll handelt es sich um das Ged\u00e4chtnisprotokoll einer <strong>echten Klausur vom April 2017 im ersten Staatsexamen in Berlin.<\/strong> Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div><div class=\"img-with-aniamtion-wrap \"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsfach: \u00a0\u00d6ffentliches Recht<\/h2>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Ged\u00e4chnisprotokoll:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die S-GmbH betreibt in der bayrischen Kleinstadt S in der N\u00e4he der Grenze zu \u00d6sterreich das Freizeitbad \u201eQuellentherme\u201c. Die S-GmbH wirbt \u00fcberregional und auch im benachbarten \u00d6sterreich um Besucher f\u00fcr die Quellentherme, die unter anderem eine gro\u00dfe Saunalandschaft zu bieten hat. Gem\u00e4\u00df ihrem Gesellschaftsvertrag soll die S-GmbH den Tourismus f\u00f6rdern und Gewinne erzielen. Alleinige Gesellschafterin der S-GmbH ist die S.<br \/>\nA ist \u00f6sterreichischer Staatsangeh\u00f6riger und wohnt in \u00d6sterreich. Er liebt es, in seiner Freizeit zu schwimmen und zu saunieren. Er erf\u00e4hrt aus der Werbung von der Quellentherme und entschlie\u00dft sich, sie ein erstes Mal zu besuchen. Bei seiner Ankunft studiert er die ausgeh\u00e4ngten Eintrittspreise und ist sehr \u00fcberrascht. Denn Einwohner von S erhalten auf den regul\u00e4ren Eintrittspreis einen Nachlass von etwa einem Drittel. F\u00fcr ein Tagesticket m\u00fcssen sie nur 12,50 Euro zahlen. Alle anderen Besucher m\u00fcssen den regul\u00e4ren Eintrittspreis in H\u00f6he von 18,50 Euro zahlen. Um nicht umsonst angereist zu sein, kauft A dennoch ein Tagesticket zum regul\u00e4ren Preis und verbringt den Tag in der Quellentherme.<br \/>\nIm Nachhinein w\u00e4chst bei A jedoch der \u00c4rger. Er f\u00fchlt sich durch die Gestaltung der Preise der Quellentherme wegen seiner Herkunft diskriminiert. Er versucht zun\u00e4chst au\u00dfergerichtlich, von der S-GmbH die Differenz zwischen dem von ihm gezahlten regul\u00e4ren Eintrittspreis und dem f\u00fcr die Einwohner der S rabattierten Preis zur\u00fcckgezahlt zu erhalten. Doch die S-GmbH weigert sich, zu zahlen. Sie h\u00e4lt es f\u00fcr gerechtfertigt, die Einwohner von S gegen\u00fcber Ausw\u00e4rtigen zu bevorzugen.<br \/>\nA verklagt daraufhin die S-GmbH beim zust\u00e4ndigen, deutschen Amtsgericht auf R\u00fcckzahlung der 6,00 Euro. Das Amtsgericht weist die Klage ab. Auch die gegen das Urteil des Amtsgerichts gerichtete Berufung des A bleibt erfolglos. Das zust\u00e4ndige Landgericht f\u00fchrt in seinem Urteil aus, A k\u00f6nne sein Eintrittsgeld insbesondere nicht als ungerechtfertigte Bereicherung von der S-GmbH zur\u00fcckverlangen. Der Vertrag zwischen A und der S-GmbH \u00fcber die Benutzung der Quellentherme sei vor allem nicht gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/134.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 134 BGB: Gesetzliches Verbot\">\u00a7 134 BGB<\/a> nichtig. Soweit es im Rahmen von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/124.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 124 BGB: Anfechtungsfrist\">\u00a7 124 BGB<\/a> \u00fcberhaupt auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/3.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 3 GG\">Art. 3 I GG<\/a> ankomme, seien die differenzierenden Preise der Quellentherme jedenfalls im Ergebnis nicht zu beanstanden. Auch im Hinblick auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AEUV\/56.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 56 AEUV: (ex-Artikel 49 EGV)\">Art. 56 AEUV<\/a> sei der Vertrag nicht gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/134.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 134 BGB: Gesetzliches Verbot\">\u00a7 134 BGB<\/a> nichtig. Das scheide schon deshalb aus, weil sich Art. 56 AEUF nicht an beide Parteien einer vertraglichen Vereinbarung richte. Adressat von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AEUV\/56.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 56 AEUV: (ex-Artikel 49 EGV)\">Art. 56 AEUV<\/a> sei nur der diskriminierende Vertragspartner. Dessen ungeachtet sei <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AEUV\/56.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 56 AEUV: (ex-Artikel 49 EGV)\">Art. 56 AEUV<\/a> aber auch nicht verletzt. Insbesondere m\u00fcsse sich die S-GmbH nicht an <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AEUV\/56.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 56 AEUV: (ex-Artikel 49 EGV)\">Art. 56 AEUV<\/a> halten. Sie sei schlie\u00dflich kein Mitgliedstaat, sondern eine juristische Person des Privatrechts. Vor diesem Hintergrund brauche man auch den Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union mit der Angelegenheit des A gar nicht erst zu bel\u00e4stigen.<br \/>\nA gibt sich nicht zufrieden und erhebt form- und fristgerecht Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht. A meint, die Entscheidung des Landgerichts sei in mehrfacher Hinsicht willk\u00fcrlich. Es sei schon f\u00fcr niemanden nachvollziehbar, warum das Landgericht seinen Vertrag mit der S-GmbH, demzufolge er notgedrungen den regul\u00e4ren Eintrittspreis gezahlt habe, f\u00fcr wirksam halte. Seine Benachteiligung gegen\u00fcber den Einwohnern von S sei nicht zu rechtfertigen. Mindestens genauso schlimm sei f\u00fcr ihn als \u00d6sterreicher, dass das deutsche Gericht ihm seine materiellen und verfassungsrechtlichen Rechte als Europ\u00e4er vorenthalte.<br \/>\nHat die Verfassungsbeschwerde des A Aussicht auf Erfolg?<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden Klausurprotokoll handelt es sich um das Ged\u00e4chtnisprotokoll einer echten Klausur vom April 2017 im ersten Staatsexamen in Berlin. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. [\/vc_column_text][vc_column_text] Pr\u00fcfungsfach: \u00a0\u00d6ffentliches Recht [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Ged\u00e4chnisprotokoll:&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2222,2221,1711,55],"tags":[],"class_list":["post-10818","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-staatsexamen-klausurprotokoll","category-klausurprotokoll","category-offentliches-recht-rechtsgebiet","category-magazin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10818","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10818"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10818\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11318,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10818\/revisions\/11318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10818"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10818"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10818"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}