{"id":10854,"date":"2017-08-31T14:00:21","date_gmt":"2017-08-31T12:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=10854"},"modified":"2018-12-14T02:24:36","modified_gmt":"2018-12-14T01:24:36","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-rheinland-pfalz-im-juli-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-rheinland-pfalz-im-juli-2017\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Rheinland-Pfalz im Juli 2017"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Rheinland-Pfalz im Juli 2017<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong>\u00a0\u00a0Strafbarkeit wegen versuchten Bandendiebstahls<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\">\u00a7\u00a0244, \u00a7242, \u00a725 II \u00a722,23, \u00a712 StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: <\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Frage-Antwort,\u00a0<\/span>Intensivbefragung Einzelner<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer teilte zu Beginn der Pr\u00fcfung einen Fall aus. In dem Fall waren drei Personen namentlich A, B und C beteiligt. A wollte zur Finanzierung seines Nachtlebens mehrere Diebst\u00e4hle begehen ( das es mehrere sein sollten war allerdings nur A bekannt), weshalb er sich an seine Bekannten B und C gewendet hat. A hatte von einem K\u00fcnstler ein Atelier ausgesucht, in welchem der K\u00fcnstler des \u00d6fteren auch \u00fcbernachtet hat. A wusste, dass ein Schl\u00fcssel des Ateliers im Blumentopf vor dem Laden verstaut war, da die Putzfrau diesen nutzte. B und C waren von dem Plan das Atelier auszur\u00e4umen \u00fcberzeugt, weshalb sie der Tatbegehung zustimmten. Dies allerdings unter der Absicht \u201eEinmal ist keinmal\u201c. A war an dem Tag des geplanten Diebstahls erkrankt, weshalb nur B und C die Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume des K\u00fcnstlers betraten. A selbst war nicht zu Gegend. B und C \u00f6ffneten mit dem Schl\u00fcssel das Atelier und hatten bereits mehrere Gegenst\u00e4nde in der Hand, als sie bemerkten, dass der K\u00fcnstler wider Erwarten zu Gegend war. Aus diesem Grund lie\u00dfen sie all ihre Beute fallen und rannten weg.<br \/>\nWie haben sich A, B und C strafbar gemacht?<br \/>\nZu pr\u00fcfen war zun\u00e4chst eine Strafbarkeit des B und C wegen versuchten Bandendiebstahls gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/244.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 244 StGB: Diebstahl mit Waffen; Bandendiebstahl; Wohnungseinbruchdiebstahl\">\u00a7\u00a7 244<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 242 StGB: Diebstahl\">242<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/25.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 25 StGB: T&auml;terschaft\">25<\/a> II 22,23, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/12.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 12 StGB: Verbrechen und Vergehen\">12 StGB<\/a>. Dem Pr\u00fcfer war es besonders wichtig, dass die Paragraphenkette ordentlich benannt wird und auch die Vorpr\u00fcfung ordentlich gepr\u00fcft wird. Die soeben zitierte Paragraphenkette w\u00e4re demnach nicht ausreichend, da die Nummern des \u00a7 244 nicht ordentlich benannt sind. Achtet also darauf, \u00e4u\u00dferst genau zu sein!<br \/>\nIm Rahmen der Pr\u00fcfung wurde dann erst einmal die Vorpr\u00fcfung durchgef\u00fchrt. Dann wurde der\u00a0Tatentschluss zum Grunddelikt und zur Qualifikation gepr\u00fcft. Es wurde ausgiebig diskutiert, ob eine Bande vorliegt, da ja nur A die Absicht hatte mehrfach zu stehlen. Im Ergebnis wurde dies verneint. Bei der Pr\u00fcfung von B und C bezeichnete der Pr\u00fcfer es als grob fehlerhaft die bekannten T\u00e4terschaft Teilnahme-Theorien \u00fcberhaupt nur anzusprechen, da schlie\u00dflich bei die Tathandlung vornahmen. Ihr solltet also auch nicht zu ausschweifend sein, da der Pr\u00fcfer sonst denken k\u00f6nnte, euch w\u00e4re dies nicht bewusst. Ebenfalls wurde noch thematisiert wie viele Mitglieder eine Bande haben m\u00fcssen. Auch wurde gepr\u00fcft ob ein Gesch\u00e4ftsraum eine Wohnung im Sinne des \u00a7 244 sein kann. Mangels Bandenqualit\u00e4t wurde eine Strafbarkeit wegen \u00a7 244 verneint.<br \/>\nSchlie\u00dflich wurde \u00a7 242 in Verbindung mit \u00a7 243 gepr\u00fcft. Hier war insbesondere zu thematisieren, ob der Schl\u00fcssel ein falscher Schl\u00fcssel ist. Im Ergebnis war dies zu verneinen, da dieser vom Eigent\u00fcmer ja nicht entwidmet wurde. Der Pr\u00fcfer wollte dann noch das Unmittelbare Ansetzen definiert haben.<br \/>\nSchlie\u00dflich wurde noch der R\u00fccktritt gepr\u00fcft. Dort konnte man mit entsprechender Argumentation vieles vertreten.<br \/>\nSodann war die Strafbarkeit des A zu pr\u00fcfen. Hier mussten unbedingt die g\u00e4ngigen T\u00e4terschaft\/Teilnahme Theorien erl\u00e4utert werden und argumentiert werden, warum die urspr\u00fcngliche animus Theorie des BGH mit dem Gesetz nicht mehr vereinbar ist. Grund daf\u00fcr ist <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/25.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 25 StGB: T&auml;terschaft\">\u00a7 25 I StGB<\/a>, der bestimmt das T\u00e4ter ist wer die Tat selbst oder durch einen anderen begeht. Es wird also eine objektive Komponente verlangt. Dann war auch noch die normative Tatherrschaftslehre zu erl\u00e4utern, da A ja nicht anwesend war.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Euch alles Gute f\u00fcr eure Pr\u00fcfung. Und glaubt mir, ich war richtig nerv\u00f6s- und das v\u00f6llig umsonst. Ihr schafft das!;)<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Rheinland-Pfalz im Juli 2017. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2024,2010,55,1715],"tags":[],"class_list":["post-10854","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-strafrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10854"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10854\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11340,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10854\/revisions\/11340"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}