{"id":10856,"date":"2017-09-07T14:00:36","date_gmt":"2017-09-07T12:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=10856"},"modified":"2018-12-14T02:24:36","modified_gmt":"2018-12-14T01:24:36","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-bayern-im-juli-2017-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-bayern-im-juli-2017-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Bayern im Juli 2017"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Bayern im Juli 2017<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">12,66<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">10,66<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>aktuelle F\u00e4lle<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong>\u00a0\u00a0aktuelle Rechtsprechung Mietrecht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/536.html\">\u00a7536 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/267.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/543.html\">\u00a7543 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/267.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/569.html\">\u00a7569 BGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mieter M hat vom Vermieter V eine Wohnung gemietet. Im Vertrag wurde einzelne Posten des Gesamtmietzinses aufgef\u00fchrt, u.a. ein Posten i.H.v. 17 Euro pro Monat f\u00fcr eine Einbauk\u00fcche. M m\u00f6chte aber die alte K\u00fcche nicht benutzen und sie deswegen durch eine eigene K\u00fcche ersetzen. V ist damit einverstanden unter der Bedingung, dass auf die alte K\u00fcche gut aufgepasst bzw. sie sicher verwahrt wird und sie am Ende des Mietverh\u00e4ltnisses wieder eingebaut wird (f\u00fcr eine\u00a0Weitervermietung). Es wird folgende Klausel in den Vertrag aufgenommen: &#8222;F\u00fcr Sch\u00e4den haftet der Mieter&#8220;. Schlie\u00dflich wird die K\u00fcche ausgebaut und in den Keller gestellt. Dort wird nach einem l\u00e4ngeren Zeitraum der Verwahrung die K\u00fcche von einem Unbekannten entwendet. M hat die K\u00fcche versichert, die Versicherung bezahlt und M leitet den Betrag an V weiter. M ist nun der Auffassung, er m\u00fcsse die 17 Euro, die vertraglich f\u00fcr die alte K\u00fcche vereinbart waren, nicht weiter entrichten. Das sieht V anders. M sucht daraufhin einen Anwalt auf.<br \/>\nHintergrund: Der Fall ist angelehnt an eine j\u00fcngere Entscheidung des BGH. Der u.a. f\u00fcr das\u00a0Wohnraummietrecht zust\u00e4ndige VIII. Zivilsenat hatte entschieden, dass die Berlinerin die vereinbarte Miete f\u00fcr die K\u00fcche weiterhin entrichten muss (Urt. v. 13.04.2016, Az. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20198\/15\" target=\"_blank\" title=\"BGH, 13.04.2016 - VIII ZR 198\/15: Keine Mietminderung wegen Diebstahls einer vereinbarungsgem&auml;&szlig;...\">VIII ZR 198\/15<\/a>). Der Fall hat breites mediales Echo erfahren, so schaffte er es auf Spiegel Online und sogar in die Tagesthemen.<br \/>\nGefragt wurde zun\u00e4chst, wie ein Anwalt bei einem solchen Mandat vorzugehen habe. Dann sollten wir die in Betracht kommende Minderung nennen. In diesem Zusammenhang wurde klargestellt, dass die Minderung ipso iure eintritt, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/536.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 536 BGB: Mietminderung bei Sach- und Rechtsm&auml;ngeln\">\u00a7 536 I BGB<\/a>. Die Pr\u00fcferin wollte wissen, ob ein Mieter die Miete deshalb einfach so weiterzahlen soll. Antwort: Nein soll er nicht, ansonsten l\u00e4uft er Gefahr in einen Kondiktionsausschluss hineinzulaufen (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/814.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 814 BGB: Kenntnis der Nichtschuld\">\u00a7 814 BGB<\/a>). Wir gingen dann noch auf die K\u00fcndigungsgr\u00fcnde ein, auf die au\u00dferordentliche K\u00fcndigung gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/543.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 543 BGB: Au&szlig;erordentliche fristlose K&uuml;ndigung aus wichtigem Grund\">\u00a7 543<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/569.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 569 BGB: Au&szlig;erordentliche fristlose K&uuml;ndigung aus wichtigem Grund\">\u00a7 569 BGB<\/a>. Hier wurde herausgearbeitet, dass <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/543.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 543 BGB: Au&szlig;erordentliche fristlose K&uuml;ndigung aus wichtigem Grund\">\u00a7\u00a0543 II 1 Nr. 3 BGB<\/a> die au\u00dferordentliche K\u00fcndigung wegen Zahlungsverzugs erfasst, der\u00a0K\u00fcndigungsgrund wird f\u00fcr die Wohnraummiete in <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/569.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 569 BGB: Au&szlig;erordentliche fristlose K&uuml;ndigung aus wichtigem Grund\">\u00a7 569 III BGB<\/a> modifiziert. Dann gingen wir auf den\u00a0Fall ein: Es waren die Voraussetzungen einer Minderung zu nennen. Gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/536.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 536 BGB: Mietminderung bei Sach- und Rechtsm&auml;ngeln\">\u00a7 536 I BGB<\/a> muss ein\u00a0Mangel vorliegen, der die Tauglichkeit zum vertragsgem\u00e4\u00dfen Gebrauch aufhebt bzw. erheblich (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/536.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 536 BGB: Mietminderung bei Sach- und Rechtsm&auml;ngeln\">\u00a7 536 I 3 BGB<\/a>) mindert. Daraufhin sagte ein Teilnehmer, dass an sich Unm\u00f6glichkeit i.S.d. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/275.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 275 BGB: Ausschluss der Leistungspflicht\">\u00a7 275 BGB<\/a> vorl\u00e4ge, da der Vermieter die Einbauk\u00fcche nach Entwendung nicht mehr zur Verf\u00fcgung stellen kann. Dann war jedoch auf die nachtr\u00e4gliche Vereinbarung der Parteien einzugehen. Wie kommt diese zustande? <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/145.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 145 BGB: Bindung an den Antrag\">\u00a7145ff. BGB<\/a>. Es wurde herausgearbeitet, dass eine negative Beschaffenheitsvereinbarung vorliegen k\u00f6nnte. Eine solche ist grunds\u00e4tzlich zul\u00e4ssig und ist abzugrenzen von der unzul\u00e4ssigen f\u00fcr den Wohnraummieter nachteilige Abweichung <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/536.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 536 BGB: Mietminderung bei Sach- und Rechtsm&auml;ngeln\">\u00a7 536 IV BGB<\/a>. Wir entschieden uns, hier eine zul\u00e4ssige negative Beschaffenheitsvereinbarung anzunehmen. Anschlie\u00dfend gingen wir noch auf die Ersatzleistung der Versicherung ein, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/285.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 285 BGB: Herausgabe des Ersatzes\">\u00a7 285 BGB<\/a>. Diese f\u00fchrt aber auch nicht dazu, dass der Mieter den vereinbarten Betrag i.H.v. 17 Euro, denn sie ist nur ein Ersatz daf\u00fcr, dass der Mieter am Ende des Mietverh\u00e4ltnisses die Einbauk\u00fcche nicht mehr zur\u00fcckgew\u00e4hren kann.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Bayern im Juli 2017. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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