{"id":11068,"date":"2017-09-30T15:00:00","date_gmt":"2017-09-30T13:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=11068"},"modified":"2018-12-14T02:24:27","modified_gmt":"2018-12-14T01:24:27","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hessen-im-august-2017-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hessen-im-august-2017-3\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Hessen im August 2017"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen im August 2017<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: \u00d6ffentliches Recht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">5,68<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">8,21<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">10,15<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>protokollfest<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Baurecht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/535.html\">\u00a7<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BauGB\/35.html\">\u00a735 BauGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Diskussion,\u00a0verfolgt Zwischenthemen<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer teilte uns zwei F\u00e4lle aus, welche wir nacheinander pr\u00fcften.<br \/>\nIn Fall 1 hatte Nachbar B begonnen, auf der Grundst\u00fccksgrenze zu Nachbar A eine ca. 2 m hohe Mauer zu bauen. Die Grundsteine sind gelegt und liegen in einem Abstand zum Haus des A von 2,80 m. Weitere wuchtige gro\u00dfe Steine liegen f\u00fcr den weiteren Bau bereit. A fragt sich, ob und wie er hiergegen vorgehen kann.<br \/>\nZun\u00e4chst entwickelten wir die Idee, dass man die Beh\u00f6rde informieren k\u00f6nnte, damit diese mittels einer Einstellungsverf\u00fcgung gegen den Bauherrn und Nachbarn B vorgeht.<br \/>\nSodann pr\u00fcften wir die Voraussetzungen der Einstellungsverf\u00fcgung nach \u00a7 71 HBO und pr\u00fcften in diesem Zusammenhang, ob es f\u00fcr die Mauer einer Genehmigung bedurft h\u00e4tte (dann schon formell ordnungswidrig und Einstellungsverf\u00fcgung m\u00f6glich).<br \/>\nBei einer nur voraussichtlichen H\u00f6he von 2 m kamen wir zu dem Ergebnis, dass sich die Genehmigungsfreiheit nach \u00a7 55 HBO i.V.m. Ziff. 7.1 der Anlage 2 ergab. Da aber auch genehmigungsfreie Vorhaben bauordnungsrechtlichen Normen entsprechen m\u00fcssen, pr\u00fcften wir dies im Anschluss.<br \/>\nHier stellte sich insbesondere die Frage, ob die Abstandsfl\u00e4chen hinreichend gewahrt wurden. Dies war mit Blick auf die Mindestabstandsfl\u00e4che von 3 m nach \u00a7 6 V 4 HBO (genau zu zitieren!) zu verneinen. Gefragt wurde an dieser Stelle noch nach der Ratio der Mindestabstandsfl\u00e4che von 3 m (Versorgung mit Licht, Luft und Sonne sowie Brandschutz). Sodann fragte der Pr\u00fcfer, ob sich A denn wirklich auf den zu geringen Abstand berufen k\u00f6nne, oder ob dem nicht etwas entgegenstehen k\u00f6nne. Hier galt es, sehr spitzfindig zu lesen und zu erkennen, dass bei einem vorhandenen Abstand der Grenzmauer zum Haus des A von 2,80 m der A selbst die Mindestabstandsfl\u00e4che beim Bau seines Hauses schon nicht gewahrt haben konnte. Dies verwehrt ihm jedoch dennoch nicht, sich darauf zu berufen, da die Abstandsfl\u00e4chen allgemein der Gefahrenabwehr dienen und deren Einhaltung generell gew\u00e4hrleistet sein muss.<br \/>\nIm Ergebnis bejahten wir die Voraussetzungen der Einstellungsverf\u00fcgung.<br \/>\nFall 2 handelte von einem Landwirt L, welcher im Au\u00dfenbereich eine Nutzungs\u00e4nderung anstrebt, das betreffende Geb\u00e4ude aber seit l\u00e4ngerer Zeit nicht mehr f\u00fcr den urspr\u00fcnglich genehmigten Nutzungszweck genutzt hat.<br \/>\nHier sollten wir zun\u00e4chst er\u00f6rtern, dass auch eine Nutzungs\u00e4nderung baugenehmigungspflichtig sein kann und entsprechend eine Baugenehmigung beantragt werden m\u00fcsste.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer stellte im Rahmen dieser Pr\u00fcfung die Frage, was denn (aktiver und passiver)<br \/>\nBestandsschutz bedeute. Im Anschluss daran fragte er, ob denn im vorliegenden Fall Bestandsschutz f\u00fcr die urspr\u00fcngliche Nutzung bestehe. Wir erl\u00e4uterten zun\u00e4chst, dass ggf. nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BauGB\/35.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 35 BauGB: Bauen im Au&szlig;enbereich\">\u00a7 35 IV, V BauGB<\/a> Bestandsschutz bestehen k\u00f6nne. Der Pr\u00fcfer fragte daraufhin, ob wir die sog. 1-2-3-Rspr. des<br \/>\nBVerwG zum Bestandschutz kennen w\u00fcrden. Dies mussten wir leider alle verneinen. Doch der Pr\u00fcfer lie\u00df uns mit diesem Unwissen nicht so leicht entkommen und forderte uns auf, zu \u00fcberlegen, was diese Rspr. denn beinhalten k\u00f6nne und worauf sie gest\u00fctzt werde. Schlie\u00dflich entwickelten wir die (wohl richtige) Idee, dass zumindest nach 1 Jahr der Aufgabe der urspr\u00fcnglichen Nutzung Bestandsschutz wohl noch bestehe, da hier ein Wiederaufgreifen der Nutzung vermutet werden kann, nach 3 Jahren aber eher nicht mehr. Als Anhaltspunkt f\u00fcr die 1-2-3-Jahre kamen wir auf die Verj\u00e4hrungsfristen nach dem BGB. Worauf das BVerwG seine Rspr. st\u00fctzt, wurde aber in der Pr\u00fcfung nicht aufgel\u00f6st. Vielmehr schien es so, als wolle Der Pr\u00fcfer, dass man bei Wissensl\u00fccken systematisch an die Fragestellung herangeht und kreative L\u00f6sungen entwickelt. Hierbei blieb er stets geduldig und lie\u00df einem Zeit zum \u00dcberlegen.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen im August 2017. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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