{"id":11409,"date":"2017-11-15T15:00:31","date_gmt":"2017-11-15T14:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=11409"},"modified":"2018-12-14T02:24:23","modified_gmt":"2018-12-14T01:24:23","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-nrw-im-september-2017-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-nrw-im-september-2017-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; NRW im September 2017"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im September 2017<\/strong>. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">51<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">6,89<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">8,3<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsstoff:<\/strong> protokollfest, aktuelle F\u00e4lle<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong>\u00a0Revision, Beweisverwertung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/102.html\">\u00a7102 StPO<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/488.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/333.html\">\u00a7333 StPO<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein, hart am Fall, Fragestellung klar<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Fall:<br \/>\nMandant kommt zu Ihnen. Er wurde vom Landgericht wegen versuchten Mordes verurteilt (Anklage war Totschlag). Hauptverhandlung: Um 16 Uhr kommt jemand rein und sagt, dass die T\u00fcren des Gerichts nicht mehr ge\u00f6ffnet seien. Die Zeugin macht in der Hauptverhandlung von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, der Polizeibeamte wird daf\u00fcr als Vernehmungsperson vernommen.<br \/>\nPr\u00fcfung Revision (Zul\u00e4ssigkeit sollte vorausgesetzt werden)<br \/>\nKurze Abfrage des Instanzenzuges, wohin kann es gehen<br \/>\nAbgrenzung Berufung \u2013 Revision, pro und contra<br \/>\nHier nur Revision m\u00f6glich<br \/>\nVon Amts wegen zu pr\u00fcfende Verfahrensvoraussetzungen<br \/>\nSachliche Unzust\u00e4ndigkeit des Gerichts (kurze Abgrenzung zu \u00a7 338 Nr. 4 (\u00f6rtlich) Anklage\/Er\u00f6ffnungsbeschluss fehlerhaft. Wenn eine Tat (im prozessualen Sinn) ber\u00fccksichtigt wurde, die urspr\u00fcnglich nicht Gegenstand von Anklage und Er\u00f6ffnungsbeschluss war und nicht aufgrund Nachtragsanklage d.<br \/>\nEinbeziehungsbeschluss gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/266.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 266 StPO: Nachtragsanklage\">\u00a7 266 StPO<\/a> zum Gegenstand des Verfahrens gemacht wurde<br \/>\nAbsolute Revisionsgr\u00fcnde, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/338.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 338 StPO: Absolute Revisionsgr&uuml;nde\">\u00a7 338 StPO<\/a><br \/>\nNr. 6, Unzul\u00e4ssige Beschr\u00e4nkung der \u00d6ffentlichkeit, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GVG\/169.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 169 GVG\">\u00a7 169 GVG<\/a>. Fraglich, ob der<br \/>\nRevisionsgrund greift. Denn ungeschriebene Voraussetzung ist eine bewusste<br \/>\nUmgehung. Hier hat Richter die T\u00fcr sofort wieder \u00f6ffnen lassen. Keine bewusste<br \/>\nUmgehung<br \/>\nRelativer Revisionsgrund:<br \/>\n52 i.V.m. \u00a7 252 StPO: Zeugnisverweigerungsrecht in Hauptverhandlung:<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich allgemeines Verwertungsverbot. Ausnahmen: Aussagen aus freien St\u00fccken und Aussagen vor dem Vernehmungsrichter. Hier kein Ausnahmetatbestand. Vernehmung Polizeibeamter stellt einen Versto\u00df dar. Beruhen gem. \u00a7 337 (+)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Fall:<br \/>\nFall aus Mosbacher Jus 2016!<br \/>\nA ist aus der Strafhaft bedingt entlassen worden. 2\/3 hat er bereits abgeb\u00fc\u00dft. Er nahm das Auto seiner Freundin, packte seinen Rucksack und fuhr zu einem Umschlagplatz f\u00fcr Bet\u00e4ubungsmittel. In dem Rucksack befanden sich verbotene Bet\u00e4ubungsmittel, eine verschlossenen Geldkassette und die Entlassungspapiere der JVA.<br \/>\nDie Polizei macht eine unerwartete Kontrolle auf diesem Umschlagplatz. Der A wirft den Rucksack in den Wagen, verschlie\u00dft diesen und rennt davon. Die Polizisten schlugen die Scheiben des PKW ein und fanden darin den Rucksack. Die Freundin wusste nicht, dass ihr Freund das Auto hatte. Die Polizei nahm den Rucksack mit in die Verwahrstelle. Dort fanden sie die JVA Entlassungspapiere. Es war bereits 23 Uhr. Ein richterlicher Eildienst war nicht eingerichtet, so dass die StA angeordnet hat, die Kassette zu \u00f6ffnen. Dort befand sich ein Zettel mit DNA Spuren. Der A wurde dazu befragt und gab an er habe die Kassette in Auftrag der Freundin transportiert. Der Anwalt des A widerspricht der Verwertung der DNA etc., weil die Beweise nicht ordnungsgem\u00e4\u00df erhoben wurden.<br \/>\nEin sehr langer Fall, die Zeit war nun fast vorbei, weshalb wir schnell pr\u00fcften, ob die Polizei die Scheibe einschlagen durfte (ja, 163 b StPO).<br \/>\nABER: Das \u00d6ffnen der Kassette nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/102.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 102 StPO: Durchsuchung bei Beschuldigten\">\u00a7 102 StPO<\/a> untersteht dem Richtervorbehalt nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/105.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 105 StPO: Verfahren bei der Durchsuchung\">\u00a7 105 StPO<\/a>.<br \/>\nEs lag keine Gefahr in Verzug vor, so dass die Staatsanwaltschaft die Ma\u00dfnahme nicht anordnen durfte, da die Entlassungspapiere den T\u00e4ter bereits identifizierten und mit dem \u00d6ffnen der Kassette bis zum n\u00e4chsten Tag gewartet werden musste.<br \/>\nBGH hat jedoch auf den hypothetischen Ersatzeingriff abgestellt.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im September 2017. Das Protokoll stammt auf dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2025,2010,55,1715],"tags":[],"class_list":["post-11409","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-strafrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11409","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11409"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11409\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11764,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11409\/revisions\/11764"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11409"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11409"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11409"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}