{"id":11789,"date":"2018-01-04T14:00:36","date_gmt":"2018-01-04T13:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=11789"},"modified":"2019-07-02T12:03:26","modified_gmt":"2019-07-02T10:03:26","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-berlin-vom-oktober-2017-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-berlin-vom-oktober-2017-2-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Hessen vom Dezember 2017"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem Ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in\u00a0Hessen vom Dezember<\/strong><strong>\u00a02017<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: \u00a0Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">8,41<\/td>\n<td width=\"76\">5,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">16<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">40<\/td>\n<td width=\"76\">33<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">10,05<\/td>\n<td width=\"76\">7,2<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>protokollfest<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Arbeitsrecht, AGB-P\u00fcrfung, Formvorschriften, Anfechtung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: \u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/142.html\">\u00a7142 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/433.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/437.html\">\u00a7437 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/433.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/439.html\">\u00a7439 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/433.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/126.html\">\u00a7126 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/433.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/305.html\">\u00a7305 BGB<\/a><\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/strong>Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein, l\u00e4sst Meldungen zu[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im ersten Fall wurde die Waschmaschine innerhalb eines Jahres defekt. Gefragt wurde nach den Rechten des K\u00e4ufers bei M\u00e4ngeln. Hier musste die Nacherf\u00fcllung aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/439.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 439 BGB: Nacherf&uuml;llung\">\u00a7 439 Abs. 1 BGB<\/a> und das Wahlrecht des K\u00e4ufers genannt werden.<br \/>\nIm zweiten Fall wurde per AGB vereinbart, dass die M\u00e4ngelanzeige in Schriftform gegen\u00fcber dem K\u00e4ufer erfolgen musste. Hier war eine vollst\u00e4ndige AGB-Pr\u00fcfung gefordert. Es musste ermittelt werden, ob es sich bei er Klausel um AGB handelt und ob eine wirksame Einbeziehung stattgefunden hatte. Insbesondere sollten die Besonderheiten beim Verbrauchsg\u00fcterkauf aufgezeigt werden. Im Ergebnis verstie\u00df die Klausel gegen \u00a7 309 Abs. 1 Nr. 13.<br \/>\nIn Fall drei wurde eine Herstellergarantie abgedruckt, in der zwar garantiert wurde, dass der Hersteller die Kosten der Reparatur innerhalb des ersten Jahres \u00fcbernehme, die Anfahrtskosten solle aber der K\u00e4ufer tragen. Hier wurde nach der Abgrenzung von Garantie und Gew\u00e4hrleistung gefragt und ob eine entsprechende Regelung zul\u00e4ssig w\u00e4re. Hierbei kam die Pr\u00fcferin selbst ordentlich ins Schleudern und verwechselte, dass es sich in dem von ihr gebildetem Fall um zwei verschiedene Anspruchsgegner handelte. Dadurch konnte man auf das von ihr genannte Argument (nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/439.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 439 BGB: Nacherf&uuml;llung\">\u00a7 439 Abs. 2 BGB<\/a> muss der Verk\u00e4ufer sowieso die Wegkosten tragen, da kann er sie in der Garantie nicht ausschlie\u00dfen) \u00fcberhaupt nicht kommen. Diese Verwechslung von selbstst\u00e4ndiger und unselbstst\u00e4ndiger Garantie zog sich durch Fall 3 und verwirrte die anderen Pr\u00fcflinge enorm, was f\u00fcr Unsicherheit sorgte.<br \/>\nIn Fall 4 konnte nicht nachgewiesen werden, ob der Mangel bereits bei Gefahr\u00fcbergang vorlag.<br \/>\nDaher musste zun\u00e4chst die grunds\u00e4tzliche Beweislastregelung aus dem Zivilrecht\u00a0(Beibringungsgrundsatz) dargelegt und im Weiteren auf die Beweislastumkehr aus \u00a7 476 (ab 1.1.2018 \u00a7 477) eingegangen werden. Ebenfalls sollte verdeutlicht werden, wie der Verk\u00e4ufer dennoch den Gegenbeweis erbringen k\u00f6nnte.<br \/>\nIm zweiten Teil wurde Arbeitsrecht abgefragt. Hier wurde auf das Problem des faktischen Arbeitsverh\u00e4ltnisses bei Anfechtung und das Recht zur L\u00fcge eingegangen. Vorab wurden noch die wesentlichen Grundz\u00fcge des Anfechtungsrechts durchgepr\u00fcft. Diese Frage wurde insbesondere an den bisher schw\u00e4chsten Pr\u00fcfling gestellt. Fokus lagt auf den Anfechtungsgr\u00fcnden und den Folgen (SE nach \u00a7 122, gerichtet auf das negative Interesse, begrenzt durch das positive Interesse). Im Zuge des Rechts zur L\u00fcge wurden als Beispiel die L\u00fcge \u00fcber die Schwangerschaft und die L\u00fcge \u00fcber einschl\u00e4gige Vorstrafen angef\u00fchrt. Insbesondere bei den Vorstrafen wollte die Pr\u00fcferin wissen, wie lange diese Vorstrafen ungef\u00e4hr zur\u00fcckliegen und welche Intensit\u00e4t sie erreicht haben mussten, um rechtliche Relevanz f\u00fcr die Widerrechtlichkeit der T\u00e4uschung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/123.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 123 BGB: Anfechtbarkeit wegen T&auml;uschung oder Drohung\">\u00a7 123 Abs. 1 BGB<\/a> zu entfalten.<br \/>\nIm Ergebnis war die Pr\u00fcfung von dieser Pr\u00fcferin nicht besonders schwer, wenn man sich mit den Grundlagen des Zivilrechts sauber auskannten. Dabei war die Pr\u00fcferin selbst in dem arbeitsrechtlichen\u00a0Teil wesentlich sicherer, als im Kaufrecht. Hier waren ihre Fragen zum Verh\u00e4ltnis von Garantie und Gew\u00e4hrleistung irref\u00fchrend und sie schien selbst teilweise nicht wirklich zu wissen, welche Aussagen der Pr\u00fcflinge nun richtig oder falsch waren.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem Ersten Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in\u00a0Hessen vom Dezember\u00a02017. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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