{"id":12013,"date":"2018-01-18T14:00:23","date_gmt":"2018-01-18T13:00:23","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12013"},"modified":"2019-07-02T12:02:16","modified_gmt":"2019-07-02T10:02:16","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-berlin-vom-oktober-2017-2-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-berlin-vom-oktober-2017-2-2-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Hamburg vom Dezember 2017"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem Ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in\u00a0Hamburg vom Dezember<\/strong><strong>\u00a02017<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: \u00a0Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">73<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">15<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">15<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">117<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Rechtsgeschichte, insbeondere Entstehung des BGB,\u00a0Erbrecht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: \u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2247.html\">\u00a72247 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/142.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2147.html\">\u00a72147 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/142.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2085.html\">\u00a72085 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/142.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2087.html\">\u00a72087 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/142.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1931.html\">\u00a71931 BGB<\/a><\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/strong>Frage-Antwort, verfolgt Zwischenthemen, Fragestellung klar[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zivilrecht war im Rahmen unserer Pr\u00fcfung der zweite Teil. Der Pr\u00fcfer begann die Pr\u00fcfung mit einem rechtsgeschichtlichen Teil. Hierzu teilte er uns ein Blatt mit mehreren Paragraphen aus dem ersten Entwurf des BGB aus (oben stand 1888 EI, sodass es klar war, woher die Normen stammen). Wie angek\u00fcndigt ging es im Wesentlichen um die Entstehungsgeschichte des BGB. Den \u00e4lteren Protokollen und dem Vorgespr\u00e4ch konnten wir ziemlich gut die Fragen entnehmen, die er idR zu diesen Themen stellt. Und so ging es auch bei uns darum, die Entstehung in den geschichtlichen Kontext einzuordnen, also die Entstehung des Deutschen Reiches, Rechtszersplitterung und der\u00a0Wunsch nach einer Vereinheitlichung des Privatrechts. Hierbei sollte man wissen, wer die Gegner (Savingy) und Bef\u00fcrworter (Thibault) einer einheitlichen Kodifikation waren. Im Folgenden ging es um die Gr\u00fcndung einer Vorkommission und den ersten Entwurf des BGB. Hier sollten v.a. die\u00a0Kritikpunkte bekannt sein. Der erste Entwurf galt als zu undeutsch, aufgrund seiner Orientierung am r\u00f6mischen Recht. Auch war er eher liberal kapitalistisch und zu wenig sozial; zudem zu abstrakt, i.S.v.. zu unverst\u00e4ndlich f\u00fcr das gemeine Volk. Der Pr\u00fcfer war e hier besonders wichtig die gr\u00f6\u00dften Kritiker zu nennen (Otto v. Gierke und Anton Menger). Es folgten Fragen zum zweiten Entwurf und dem Inkrafttreten.<br \/>\nDas ausgeteilte Blatt enthielt Normen des Erbrechts. Wir sollten diese der heutigen Fassung des BGB zuordnen und Unterscheide benennen. Hierbei war auch ersichtlich, dass die testamentarische Erbfolge vor der gesetzlichen Erbfolge geregelt war. Hier wurde dann gefragt, was die Kritiker des ersten Entwurfs hiergegen gesagt haben. Nach intensivem Nachfragen kamen wir dann darauf, dass hier der Kritikpunkt des &#8222;zu undeutsch&#8220; greift, da sich in den germanischen St\u00e4mmen die Erbfolge grunds\u00e4tzlich innerhalb der Familie\/Sippe hielt. Der Pr\u00fcfer nannte auch den pr\u00e4genden Satz: &#8222;Das Gut folgt dem Blut&#8220;.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer nutzte nun die Zeit um grunds\u00e4tzliche Fragen zum Erbrecht zu stellen. Es ging um die Systematik, die verschiedenen Arten von Verf\u00fcgungen von Todes wegen und die Erbfolge. Hier sollte bekannt sein, dass z.B. der Verm\u00e4chtnisanspruch ein schuldrechtlicher Anspruch ist. Zudem wurde auch auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2302.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2302 BGB: Unbeschr&auml;nkbare Testierfreiheit\">\u00a7 2302 BGB<\/a> eingegangen, wonach Vertr\u00e4ge nichtig seinen, die den Testierwillen einschr\u00e4nken. Hier hat der Pr\u00fcfer nachgefragt, wie es denn dann mit dem Erbvertrag aussieht. Darauf wurde richtigerweise geantwortet, dass der Erbvertrag kein schuldrechtlicher Vertrag sei.<br \/>\nIm Anschluss teilte der Pr\u00fcfer uns einen Fall aus. Es ging um einen Herr P., der auf einer Postkarte schrieb, dass er denkt, dass es mit ihm zu Ende geht und seine Frau alles haben soll. Er unterschrieb mit &#8222;Dein Panthertier&#8220;. Unter der Unterschrift war mit P.S. vermerkt, dass sein Bruder einen Gegenstand haben soll. Es wurde vermerkt, dass die Ehegatten im G\u00fcterstand der G\u00fctertrennung gelebt haben. Herr Panther starb. Der Sohn wollte nun die Rechtslage erfahren.<br \/>\nMan sollte hier die Normen <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2247.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2247 BGB: Eigenh&auml;ndiges Testament\">\u00a7\u00a7 2247<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2087.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2087 BGB: Zuwendung des Verm&ouml;gens, eines Bruchteils oder einzelner Gegenst&auml;nde\">2087<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2085.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2085 BGB: Teilweise Unwirksamkeit\">2085<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2084.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2084 BGB: Auslegung zugunsten der Wirksamkeit\">2084<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2147.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2147 BGB: Beschwerter\">2147 BGB<\/a> kennen. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass eine wirksame Einsetzung der Ehefrau als Alleinerbin vorliegt, vgl. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2084.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2084 BGB: Auslegung zugunsten der Wirksamkeit\">\u00a7\u00a7 2084<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2087.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2087 BGB: Zuwendung des Verm&ouml;gens, eines Bruchteils oder einzelner Gegenst&auml;nde\">2087<\/a> I\u00a0BGB. Dass der Erblasser mit einem Kosenamen unterschrieb, schadete nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2247.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2247 BGB: Eigenh&auml;ndiges Testament\">\u00a7 2247 II BGB<\/a> nicht. Das Verm\u00e4chtnis an den Bruder (Auslegung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2084.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2084 BGB: Auslegung zugunsten der Wirksamkeit\">\u00a7\u00a7 2084<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2087.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2087 BGB: Zuwendung des Verm&ouml;gens, eines Bruchteils oder einzelner Gegenst&auml;nde\">2087<\/a> II BGB) ist jedoch unwirksam, da es unter der Unterschrift des Erblassers geschrieben wurde, sodass aufgrund der Abschlussfunktion der Unterschrift, dieses unwirksam ist. Gleichwohl blieb die Alleinerbeneinsetzung der Ehefrau gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2085.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2085 BGB: Teilweise Unwirksamkeit\">\u00a7\u00a02085 BGB<\/a> wirksam. Nun wurde danach gefragt, was der Sohn erwarten kann. Wir kamen auf den Pflichtteil gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2303.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2303 BGB: Pflichtteilsberechtigte; H&ouml;he des Pflichtteils\">\u00a7 2303 BGB<\/a>. Der Sohn kann die H\u00e4lfte von seinem gesetzlichen Erbteil verlangen gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2303.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2303 BGB: Pflichtteilsberechtigte; H&ouml;he des Pflichtteils\">\u00a7 2303 S. 2 BGB<\/a>. Gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1931.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 1931 BGB: Gesetzliches Erbrecht des Ehegatten\">\u00a7 1931 I 1 BGB<\/a>, erbt die Ehefrau gesetzlich ein Viertel neben dem Sohn. Gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1931.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 1931 BGB: Gesetzliches Erbrecht des Ehegatten\">\u00a7 1931 III BGB<\/a> i.V.m. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1414.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 1414 BGB: Eintritt der G&uuml;tertrennung\">\u00a7 1414 BGB<\/a> (G\u00fctertrennung) erben aber im Fall der G\u00fctertrennung die beiden zu gleichen Teilen. Der Sohn h\u00e4tte also die H\u00e4lfte geerbt, sodass sich sein Pflichtteilsanspruch auf ein Viertel belief.<br \/>\nNun war die Pr\u00fcfung, die recht lange dauerte (wir waren ja nur zu dritt), vorbei. Alles in allem kann man von einer fairen Pr\u00fcfung sprechen. Wir hatten ausreichend Gelegenheit zu antworten und der Pr\u00fcfer stellte gezielte Fragen. Auch wenn man eine Frage nicht direkt beantworten konnte, gefiel es, wenn man einen Gedankengang mitteilte und so doch noch zur richtigen Antwort gelangte. Auch die Notenvergabe war fair. Durch das Vorgespr\u00e4ch und die Unterlagen aus der Vorlesung waren wir recht gut vorbereitet.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem Ersten Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in\u00a0Hamburg vom Dezember\u00a02017. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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