{"id":12020,"date":"2018-01-25T14:00:14","date_gmt":"2018-01-25T13:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12020"},"modified":"2019-07-02T12:01:40","modified_gmt":"2019-07-02T10:01:40","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-3-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-3-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; NRW im November 2017"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im November 2017<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text][\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Verm\u00f6gensdelikte<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\">\u00a7249 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/253.html\">\u00a7253 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">\u00a7263 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/239.html\">\u00a7239 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/145d.html\">\u00a7145d StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort Diskussion,\u00a0l\u00e4sst Meldungen zu,\u00a0Intensivbefragung Einzelner, verfolgt Zwischenthemen<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer hat einen Fall gestellt, wobei er h\u00e4ufig Zwischenfragen verfolgt.<br \/>\nZum Fall: Der Discobetreiber D schuldet dem Getr\u00e4nkegro\u00dfh\u00e4ndler G einen gr\u00f6\u00dferen Geldbetrag. D zahlt nicht. G erscheint daraufhin mit mehreren Leuten in der Disco des D (die mehreren Leute spielen keine Rolle). G sperrt den D in den Keller ein. Daraufhin baut der G eine Beleuchtungsanlage in der Diskothek ab und nimmt sie mit. Die Beleuchtungsanlage stand im Eigentum des M. Zwischen D und M bestand ein Mietvertrag, wobei dem D der Mietvertrag l\u00e4stig war. Nach dem der D sich aus dem Keller befreit hat, ruft er die Polizei und erstattet Anzeige wegen Diebstahls gegen unbekannt. G hat gegen\u00fcber D angek\u00fcndigt, dass er die Anlage zur\u00fcckerh\u00e4lt, sofern er seine Rechnung bezahlt. D zahlt nicht, daher wird eine Inzahlungnahme der Beleuchtungsanlage auf die Kaufpreisforderung vereinbart.<br \/>\nWie haben sich G und D strafbar gemacht?<br \/>\nZun\u00e4chst wurden m\u00f6gliche Delikte von den Pr\u00fcflingen gesucht. Es kommen \u00a7\u00a7 249, 253, 255, 263, 246, 242, 239, 240, 145d, 164 in Betracht.<br \/>\nDie Pr\u00fcfung begann mit <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 249 StGB: Raub\">\u00a7 249 StGB<\/a>, wobei l\u00e4nger \u00fcber die Wegnahme diskutiert wurde. Der Pr\u00fcfer wollte hier die Abgrenzung der Wegnahme zur Weggabe (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 249 StGB: Raub\">\u00a7 249 StGB<\/a> vs. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/253.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 253 StGB: Erpressung\">\u00a7\u00a7 253<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/255.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 255 StGB: R&auml;uberische Erpressung\">255 StGB<\/a>) h\u00f6ren. Die Meinungen der herrschenden Literatur sowie der Rechtsprechung wurden diskutiert. Insbesondere wurde nach der Rechtsprechung darauf eingegangen, dass das spezielle Delikt hinter dem allgemeineren Delikt steht. Der Pr\u00fcfer wollte wissen, wo dies im Strafgesetzbuch ebenfalls geregelt ist. Hier wollte er auf das Verh\u00e4ltnis zwischen <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 211 StGB: Mord\">\u00a7 211 StGB<\/a> und <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/212.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 212 StGB: Totschlag\">\u00a7 212 StGB<\/a> hinaus. Es wurden die unterschiedlichen Meinungen diskutiert, wobei der Streitentscheid ausschlie\u00dflich nach den Auslegungsmethoden erfolgte. Der Pr\u00fcfer wollte hier im Ergebnis die historische T\u00e4tertypenlehre h\u00f6ren und dass der Mord in der Gesellschaft als schweres Delikt gewertet wird. Schlie\u00dflich wurde sich f\u00fcr eine Wegnahme entschieden.<br \/>\nDer eigentlich problematische Finalzusammenhang wurde nicht angesprochen, vielmehr fehlt dem D die Absicht rechtswidriger Zueignung. An dieser Stelle wurde das Merkmal der Rechtswidrigkeit unter Ber\u00fccksichtigung eines Tatbestandsirrtums diskutiert. Zudem wurde auf den Gegenstand der Zueignung (lucrum ex re; lucrum ex negitio cum re) eingegangen. In diesem Zusammenhang wurde das klassische Beispiel des Sparbuchs dargestellt. Schlie\u00dflich wollte der Pr\u00fcfer hier auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/808.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 808 BGB: Namenspapiere mit Inhaberklausel\">\u00a7 808 BGB<\/a> als Legitimationspapier hinaus.<br \/>\nDer Diebstahl wurde in einem Satz verneint.<br \/>\nDie Pr\u00fcfung wurde mit <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/253.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 253 StGB: Erpressung\">\u00a7\u00a7 253<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/255.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 255 StGB: R&auml;uberische Erpressung\">255 StGB<\/a> fortgesetzt, wobei der objektive Tatbestand z\u00fcgig bejaht wurde. Bei subjektivem Merkmal wurde lange \u00fcber das Merkmal der Rechtswidrigkeit diskutiert. Hier wurde im Ergebnis eine versuchte N\u00f6tigung bejaht, wodurch eine Rechtswidrigkeit in Betracht kam. Ich bin mir aber nicht mehr sicher, ob die Strafbarkeit nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/253.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 253 StGB: Erpressung\">\u00a7\u00a7 253<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/255.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 255 StGB: R&auml;uberische Erpressung\">255 StGB<\/a> bejaht wurde.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer wollte danach eine Betrugsstrafbarkeit von G pr\u00fcfen. Der Pr\u00fcfling kam an dieser Stelle nicht weiter, wodurch der Punkt fallen gelassen wurde.<br \/>\nDie Pr\u00fcfung wurde mit D fortgesetzt. Hier wurde auch eine Betrugsstrafbarkeit gepr\u00fcft, aber im Ergebnis verneint. Schlie\u00dflich ist der Pr\u00fcfer im Zusammenhang mit der Pr\u00fcfung von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/145d.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 145d StGB: Vort&auml;uschen einer Straftat\">\u00a7 145d<\/a> und <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/164.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 164 StGB: Falsche Verd&auml;chtigung\">\u00a7 164 StGB<\/a> zu den Gesetzeskonkurrenzen (Spezialit\u00e4t, Subsidiarit\u00e4t) gekommen. Die Pr\u00fcfung erfolgte aufgrund der ablaufenden Zeit z\u00fcgig. Danach war das Gespr\u00e4ch beendet.<br \/>\nViel Erfolg!<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im November 2017. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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