{"id":12064,"date":"2018-02-05T14:00:20","date_gmt":"2018-02-05T13:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12064"},"modified":"2019-07-02T11:59:55","modified_gmt":"2019-07-02T09:59:55","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-rheinland-pfalz-im-juli-2017-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-rheinland-pfalz-im-juli-2017-2-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Rheinland-Pfalz im Januar 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Rheinland-Pfalz im Januar 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>protokollfest, aktuelle F\u00e4lle<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong>\u00a0\u00a0Abgrenzung, Gewalt und Drohung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/253.html\">\u00a7253 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/240.html\">\u00a7240 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/102.html\">\u00a7102 StPO<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/105.html\">\u00a7105 StPO<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: <\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein\u00a0 hart am Fall, Fragestellung klar<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war der Abschleppfall des Zivilrechts. Ein Supermarktbetreiber beauftrage einen Unternehmer Fahrzeuge abzuschleppen die unberechtigter weise auf seinem Gel\u00e4nde parken. Der Betreiber hat mit diesem einen Rahmenvertrag vereinbart und seine Anspr\u00fcche an diesen abgetreten. Die angesetzte Kostenliste des Unternehmers entsprach der \u00fcblichen H\u00f6he. Der B parkte auf dem Gel\u00e4nde unbefugter weise. Der Unternehmer brachte sodann eine\u00a0Abschleppkralle an dem Fahrzeug an und rief einen Abschleppwagen. Bevor der Abschlepper vor Ort war, kam der B zur\u00fcck zu seinem Fahrzeug. Der Unternehmer forderte den B auf 150 Euro &#8211; Kosten f\u00fcr das anrufen des Abschleppers laut Kostenliste- bevor dieser die Kralle vom Fahrzeug entfernen w\u00fcrde. B zahlt die 150 Euro an diesen.<br \/>\nFrage hat der Unternehmer sich strafbar gemacht?<br \/>\nPR\u00dcFER: Welche Paragraphen kommen In Betracht? 253 und 240 StGB<br \/>\nPR\u00dcFER: Welcher ist zuerst zu pr\u00fcfen? 253<br \/>\nPR\u00dcFER: l\u00e4sst einen Pr\u00fcfling ihn Pr\u00fcfen! Abgrenzung Gewalt und Drohung !<br \/>\n-&gt; was sind die Unterschiede und was ist die Gemeinsamkeit der beiden. (Gewalt wurde gerade schon vollzogen und die Drohung ist gerade erst eine Ank\u00fcndigung f\u00fcr etwas Bevorstehendes.) PR\u00dcFER: N\u00e4chster Pr\u00fcfungspunkt?<br \/>\n-&gt; N\u00f6tigungserfolg war die \u00dcbergabe der 150 Euro<br \/>\n-&gt; Verm\u00f6gensverf\u00fcgung an diesem Punkt sollte darauf eingegangen werden ob diese \u00fcberhaupt n\u00f6tig ist. Theorien nennen bzgl. Rspr und Literatur.<br \/>\nPR\u00dcFER: Was wird noch ben\u00f6tigt?<br \/>\n-&gt; ein Verm\u00f6gensschaden. Es ist jedoch gerade aufgrund der Saldotheorie vorliegend kein Verm\u00f6gensschaden gegeben, da der Anspruch auf zahlen und 150 Euro zivilrechtlich besteht.<br \/>\n-&gt; somit besteht keine Strafbarkeit gem. 253 StGB<br \/>\nPR\u00dcFER: Bitte pr\u00fcfen sie 240 I StGB<br \/>\n-&gt; Ob TB wie oben gezeigt gegeben<br \/>\n-&gt; Subjektiv ist auch Vorsatz des U gegeben<br \/>\n-&gt; Rechtswidrigkeit Es sind keine Rechtfertigungsgr\u00fcnde ersichtlich, zu dem m\u00fcsste es gem. 240 II Rechtswidrig gewesen sein, dies liegt vor wenn es au\u00dferhalb der Mittel-Zweck-Relation steht.<br \/>\nPR\u00dcFER: Warum ist bei 240 die Rechtswidrigkeit nicht wie bei anderen Paragraphen durch Erf\u00fcllung des TB indiziert?<br \/>\n-&gt; diese Frage konnte keiner der Pr\u00fcflinge beantworten.<br \/>\nVorliegend ist somit keine Strafbarkeit gem. 240 gegeben. PR\u00dcFER: Gehen wir nun \u00fcber in die STPO<br \/>\nSachverhalt :<br \/>\nAngeschuldigter ist in der Untersuchungshaft wegen dringenden Tatverdacht eine Straftat begangen zu haben.<br \/>\nDie ehemalige Ehefrau des Inhaftierten meldet der Staatsanwaltschaft, dass sie von dem Verteidiger beauftragt wurde Beweismittel aus der Wohnung weg zu schaffen, die die Strafbarkeit begr\u00fcnden.<br \/>\nSie erkl\u00e4rt genau wo sich diese befinden.<br \/>\nDie Staatsanw\u00e4ltin ruft den Richter an ihr einen Durchsuchungsbeschluss zu genehmigen. Dieser lehnt dies ohne Einsicht in die Unterlagen ab. Die Staatsanw\u00e4ltin will sich daraufhin selbst den Beschluss ausstellen. M\u00f6glich ?<br \/>\nPR\u00dcFER: Aus welchem Paragraphen ergibt sich dieser?<br \/>\n-&gt; 102 StPO<br \/>\nPR\u00dcFER: Kann die Staatsanw\u00e4ltin diesen selbst erlassen?<br \/>\n-&gt; 105 StPO besagt der Richter kann ihn erlassen au\u00dfer es besteht Gefahr in Verzug<br \/>\nPR\u00dcFER: Was ist Gefahr in Verzug und liegt das vor?<br \/>\n-&gt; vorliegend nicht gegeben.<br \/>\nPR\u00dcFER: gibt es noch andere Gr\u00fcnde warum die Staatsanw\u00e4ltin den Beschluss nicht selbst angeordnet haben k\u00f6nnte?<br \/>\n-&gt; Die STA hat zuvor gerade den Richter angerufen und dieser hat das Begehren gerade abgelehnt. Somit ist sie nicht befugt den Beschluss anzuordnen.<br \/>\nDaraufhin waren die 40 Min auch schon herum.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Dir viel Erfolg!<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Rheinland-Pfalz im Januar 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2024,2010,55,1715],"tags":[],"class_list":["post-12064","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-strafrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12064","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12064"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12064\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14203,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12064\/revisions\/14203"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12064"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12064"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12064"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}