{"id":12081,"date":"2018-02-16T09:00:26","date_gmt":"2018-02-16T08:00:26","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12081"},"modified":"2019-07-02T12:06:35","modified_gmt":"2019-07-02T10:06:35","slug":"gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-vom-juli-2017-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-vom-juli-2017-2-2\/","title":{"rendered":"Ged\u00e4chtnisprotokoll einer echten Klausur zum 1. Staatsexamen &#8211; Hessen vom September 2017"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden Klausurprotokoll handelt es sich um das Ged\u00e4chtnisprotokoll einer <strong>echten Klausur vom September 2017 im ersten Staatsexamen in Hessen.<\/strong> Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div><div class=\"img-with-aniamtion-wrap \"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsfach: \u00a0\u00d6ffentliches Recht<\/h2>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333;\">Ged\u00e4chnisprotokoll:<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als besondere Auspr\u00e4gung des Gebotes der R\u00fccksichtnahme wird\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BauNVO\/15.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 15 BauNVO: Allgemeine Voraussetzungen f&uuml;r die Zul&auml;ssigkeit baulicher und sonstiger Anlagen\">\u00a7 15\u00a0Abs. 1 Satz 2 BauNVO<\/a> eingeordnet. Er bestimmt, dass im Geltungsbereich eines Bebauungsplans grunds\u00e4tzlich zul\u00e4ssige Vorhaben im Einzelfall unzul\u00e4ssig sind, wenn sie<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>nach Anzahl, Lage, Umfang oder Zweckbestimmung der Eigenart des Baugebietes widersprechen oder<\/li>\n<li>wenn von ihnen Bel\u00e4stigungen oder St\u00f6rungen ausgehen k\u00f6nnen, die nach der Eigenart des Baugebiets im Baugebiet selbst oder dessen Umgebung unzumutbar sind oder<\/li>\n<li>wenn sie sich solchen Bel\u00e4stigungen oder St\u00f6rungen aussetzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BauNVO\/15.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 15 BauNVO: Allgemeine Voraussetzungen f&uuml;r die Zul&auml;ssigkeit baulicher und sonstiger Anlagen\">\u00a7 15\u00a0Abs. 1 Satz 2 BauNVO<\/a> ist eine zul\u00e4ssige Inhalts- und Schrankenbestimmung des Eigentums im Sinne des\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/14.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 14 GG\">Art. 14\u00a0Abs. 1 Satz 2 GG<\/a>. Sie soll gew\u00e4hrleisten, Nutzungen, die geeignet sind, Spannungen und St\u00f6rungen hervorzurufen, einander so zuzuordnen, dass Konflikte m\u00f6glichst vermieden werden. Welche Anforderungen sich hieraus im Einzelnen ergeben, h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich davon ab, was dem R\u00fccksichtnahmebeg\u00fcnstigten einerseits und dem R\u00fccksichtnahmeverpflichteten andererseits nach Lage der Dinge zuzumuten ist.<sup><br \/>\n<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Innenbereich:<br \/>\nInnerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zul\u00e4ssig, wenn es sich nach Art und Ma\u00df der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundst\u00fccksfl\u00e4che, die \u00fcberbaut werden soll, in die Eigenart der n\u00e4heren Umgebung\u00a0<i>einf\u00fcgt<\/i>. Ob sich ein Vorhaben in diesem Sinne einf\u00fcgt und mit der Umgebungsbebauung vertr\u00e4glich ist, beurteilt sich im Einzelfall nach dem Gebot der R\u00fccksichtnahme.<sup><br \/>\n<\/sup>In sog. faktischen Baugebieten, die zwar nicht \u00fcberplant sind, ihrer Eigenart nach aber tats\u00e4chlich einem in der BauNVO bezeichneten Baugebiet entsprechen, beurteilt sich die zul\u00e4ssige Art eines Vorhabens (Qualit\u00e4t) allein nach\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BauNVO\/15.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 15 BauNVO: Allgemeine Voraussetzungen f&uuml;r die Zul&auml;ssigkeit baulicher und sonstiger Anlagen\">\u00a7 15\u00a0Abs. 1 Satz 2 BauNVO<\/a> (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BauGB\/34.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 34 BauGB: Zul&auml;ssigkeit von Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile\">\u00a7 34Abs. 2 BauGB<\/a>). Hinsichtlich des Ma\u00dfes der baulichen Nutzung (Quantit\u00e4t) ist die BauNVO hingegen nicht anwendbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dfenbereich:<br \/>\nIm Au\u00dfenbereich ist ein Vorhaben nur zul\u00e4ssig, wenn \u00f6ffentliche Belange nicht entgegenstehen (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BauGB\/35.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 35 BauGB: Bauen im Au&szlig;enbereich\">\u00a7 35\u00a0Abs. 1 BauGB<\/a>). Eine Beeintr\u00e4chtigung \u00f6ffentlicher Belange liegt insbesondere vor, wenn das Vorhaben sch\u00e4dliche Umwelteinwirkungen hervorrufen kann oder ihnen ausgesetzt wird (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BauGB\/35.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 35 BauGB: Bauen im Au&szlig;enbereich\">\u00a7 35\u00a0Abs. 3 Nr. 3 BauGB<\/a>). Ein Au\u00dfenbereichsvorhaben kann daher im Einzelfall aufgrund der konkreten \u00f6rtlichen Verh\u00e4ltnisse zu erheblichen Bel\u00e4stigungen der Nachbarschaft f\u00fchren und damit das in\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BauGB\/35.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 35 BauGB: Bauen im Au&szlig;enbereich\">\u00a7 35\u00a0Abs. 3 Nr. 3 BauGB<\/a> enthaltene baurechtliche R\u00fccksichtnahmegebot verletzen.<br \/>\nNach neuerer Rechtsprechung sind die Normen der BauNVO generell Nachbar sch\u00fctzend, sofern sie sich mit der Art der baulichen Nutzung befassen. Hieraus entstehende Restriktionen in Bezug auf die Nutzung der Grundst\u00fccke von Planbetroffenen werden dadurch ausgeglichen, dass auch die anderen Grundeigent\u00fcmer derartigen Beschr\u00e4nkungen unterliegen Das gilt auch in faktischen Baugebieten.<br \/>\nBei der baurechtlichen Nachbarklage ist auf die Art des Vorhabens sowie die Auswirkungen auf die Umgebung im konkreten Einzelfall abzustellen.Auf das Kriterium der r\u00e4umlichen N\u00e4he kommt es nicht an.Die Grundst\u00fccke von Kl\u00e4ger und Nachbarn m\u00fcssen also nicht zwingend aneinander angrenzen. Die baurechtliche Nachbarklage ist zudem grundst\u00fccks- und nicht personenbezogen.Der Kl\u00e4ger muss also eine dingliche Berechtigung an dem betroffenen Grundst\u00fcck nachweisen. Au\u00dfer dem Eigentum kann das beispielsweise auch ein Wohnrecht gem.\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1093.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 1093 BGB: Wohnungsrecht\">\u00a7 1093\u00a0BGB<\/a> sein.<br \/>\nDas Gebot der R\u00fccksichtnahme ist im Einzelfall verletzt und die betreffende Baugenehmigung rechtswidrig, wenn von dem betreffenden Vorhaben Bel\u00e4stigungen oder St\u00f6rungen ausgehen, die im eigenen oder angrenzenden Baugebiet\u00a0<i>unzumutbar<\/i>\u00a0sind.F\u00fcr die sachgerechte Beurteilung des Einzelfalls kommt es auf eine Abw\u00e4gung zwischen dem an, was einerseits dem R\u00fccksichtnahmebeg\u00fcnstigten und andererseits dem R\u00fccksichtnahmeverpflichteten nach Lage der Dinge zuzumuten ist.Daf\u00fcr gibt es keine allgemein g\u00fcltige Definition. Vielmehr ist dies in einer Gesamtschau des konkreten Einzelfalls zu bestimmen.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden Klausurprotokoll handelt es sich um das Ged\u00e4chtnisprotokoll einer echten Klausur vom September 2017 im ersten Staatsexamen in Hessen. 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