{"id":12127,"date":"2018-02-28T15:00:20","date_gmt":"2018-02-28T14:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12127"},"modified":"2019-07-02T11:57:05","modified_gmt":"2019-07-02T09:57:05","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-bayern-im-november-2017-2-2-3-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-bayern-im-november-2017-2-2-3-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Hamburg im November 2017"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hamburg im November 2017<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">4,3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">5,55<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>protokollfest<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong> materielles Recht, Befangenheit eines Richters, Revision<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/212.html\">\u00a7212 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/22.html\">\u00a722 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/23.html\">\u00a723 StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort,\u00a0Intensivbefragung Einzelner, verfolgt Zwischenthemen<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer begann die Pr\u00fcfung mit der Schilderung eines Falles: Ein Mann sticht vor dem Landgericht einer Strafrichterin mit einem Messer in den R\u00fccken. Dabei ruft er sinngem\u00e4\u00df \u201eEs gibt eine Macht, die mir sagt, dass ich das tun soll!\u201c aus und wird nach dem Zustechen sofort von einer Gruppe Referendaren \u00fcberw\u00e4ltigt und zur Seite gezogen. Die Richterin \u00fcberlebt den Vorfall, von bleibenden Sch\u00e4den ist nicht die Rede.<br \/>\nZun\u00e4chst sollte der Sachverhalt materiell-rechtlich gepr\u00fcft werden.<br \/>\nHier ging es zu Beginn um ein versuchtes T\u00f6tungsdelikt, wobei der Pr\u00fcfer auch nach Kleinigkeiten fragte (Warum keine Vollendung? Strafbarkeit von Versuchsdelikten). Es sollte eine Versuchsstrafbarkeit sauber durchgepr\u00fcft werden.<br \/>\nAls es dann um die Frage des Vorsatzes ging und die Hemmschwellentheorie in Verbindung mit T\u00f6tungsdelikten genannt wurde, hakte der Pr\u00fcfer ein und wollte von jedem Pr\u00fcfling eine Erkl\u00e4rung der Hemmschwellentheorie h\u00f6ren. So wurde gemeinsam erarbeitet, dass diese keine wirkliche Theorie, sondern ein Instrument der richterlichen Beweisw\u00fcrdigung ist. Die\u00a0Hemmschwellentheorie sei etwas veraltet und man schlie\u00dfe aus den objektiven Umst\u00e4nden der Tat auf den subjektiven Vorsatz.<br \/>\nDann ging es um die Frage des m\u00f6glichen R\u00fccktritts, wobei kurz allgemein die Voraussetzungen und verschiedenen Konstellationen dargestellt werden sollten. Auf den konkreten Fall angewendet wurde der R\u00fccktritt abgelehnt, da der T\u00e4ter unmittelbar nach dem Stich \u00fcberw\u00e4ltigt wurde und eine freiwilliges ablassen vom Tatplan verneint werden musste.<br \/>\nWeiter wurden die infrage kommenden K\u00f6rperverletzungsdelikte gepr\u00fcft und jeweils kurz diskutiert (223, 224 I Nr. 2,3 und 5 StGB).<br \/>\nEs folgte die Frage nach m\u00f6glichen Verteidigungsstrategien des Strafverteidigers (Einholung eines psychiatrischen Gutachtens wegen m\u00f6glicher Schuldunf\u00e4higkeit).<br \/>\nDann ging es knapp um das zust\u00e4ndige Gericht und um Wesen und Bedeutung des\u00a0Zwischenverfahrens, das sich anschlie\u00dft, sobald der Richter die Akte auf den Tisch bekommt.<br \/>\nNun kam der Pr\u00fcfer auf die Problematik der Befangenheit eines Richters zu sprechen. Er f\u00fchrte hierzu aus, dass der zust\u00e4ndige Strafrichter die niedergestochene Kollegin sehr gut gekannt und sich nun selbst f\u00fcr befangen erkl\u00e4rt habe. Von diesem Sachverhalt ausgehend wurden die <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/24.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 24 StPO: Ablehnung eines Richters; Besorgnis der Befangenheit\">\u00a7\u00a7 24 ff StPO<\/a> sehr ausf\u00fchrlich und zun\u00e4chst allgemein besprochen. (Wann liegt ein Grund nach 24 II vor? Wie l\u00e4uft das Ablehnungsverfahren? Wer entscheidet \u00fcber das Vorliegen eines Ablehnungsgrundes? Gibt es Rechtsmittel gegen eine solche Entscheidung?)<br \/>\nDann ging es konkret um den Fall, dass sich ein Richter selbst f\u00fcr befangen erkl\u00e4rt und was hieran problematisch sein k\u00f6nnte. Hier ging es dem Pr\u00fcfer darum, dass nicht bei jeder selbst erkl\u00e4rten Befangenheit eine solche auch angenommen werden k\u00f6nne, da ansonsten die Richter frei w\u00e4hlen k\u00f6nnten und das Recht auf den gesetzlichen Richter unterlaufen werden k\u00f6nnte. Des Weiteren ging es um die Gr\u00fcnde die f\u00fcr eine Befangenheit sprechen k\u00f6nnten.<br \/>\nZum Abschluss wurde noch kurz \u00fcber den m\u00f6glichen Revisionsgrund bei fehlerhafter Entscheidung \u00fcber die Befangenheit und in diesem Rahmen noch allgemein \u00fcber die Unterschiede zwischen absoluten und relativen Revisionsgr\u00fcnden gesprochen. Es wurden Verteidigungsstrategien er\u00f6rtert. (insbesondere dann selbst als Verteidiger nochmal einen Befangenheitsantrag zu stellen)<br \/>\nDann war die Pr\u00fcfung auch schon vorbei. Mit diesem Pr\u00fcfer habt ihr einen sehr guten Pr\u00fcfer bekommen, der allen Pr\u00fcflingen die Gelegenheit gibt, gute Argumente vorzutragen. Die Benotung war durchaus wohlwollend.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hamburg im November 2017. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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