{"id":12313,"date":"2018-03-31T15:00:05","date_gmt":"2018-03-31T13:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12313"},"modified":"2019-07-02T11:53:01","modified_gmt":"2019-07-02T09:53:01","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-bayern-im-november-2017-2-2-2-2-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-bayern-im-november-2017-2-2-2-2-2-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Hamburg im Februar 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hamburg im Februar 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>protokollfest<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong>\u00a0Es ging ausschlie\u00dflich um Fragen des Strafprozessrechts mit\u00a0Schwerpunkten bei den Prozessmaximen,\u00a0Einstellungsm\u00f6glichkeiten und dem Privatklageverfahren<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/153.html\">\u00a7153 StPO<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/46.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/153a.html\">\u00a7153a StPO<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/46.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/154.html\">\u00a7154 StPO<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/46.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/374.html\">\u00a7374 StPO<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort, Fragestellung klar<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer begann die Pr\u00fcfung mit der Frage, wie denn ein Staatsanwalt sein m\u00fcsse.<br \/>\nDabei bezog er sich auf unsere Wahlfachpr\u00fcfung im \u00f6ffentlichen Recht, in der wir bereits die Objektivit\u00e4t der StA festgestellt hatten.<br \/>\nDaher reichte ihm die Antwort \u201cobjektiv und unparteiisch\u201d zun\u00e4chst nicht.<br \/>\nNachdem er allen Kandidatinnen die Gelegenheit zu eigenen \u00dcberlegungen gegeben hatte und letztlich noch die von ihm gesuchten Stichw\u00f6rter \u201crechtstreu\u201d und \u201ceffizient\u201d gefallen waren, war bereits eine knappe Viertelstunde vergangen.<br \/>\nZur Effizienz fragte er dann weiter, ob es dann nicht auch effizient sei, die Akten einfach unbearbeitet zu Schreddern und wenn nein, warum es nicht effizient sei.<br \/>\nNat\u00fcrlich ist das nicht effizient, im Strafrecht gilt das Legalit\u00e4tsprinzip. Bei Bestehen eines Anfangsverdachts muss die Straftat v.A.w. verfolgt werden.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer wollte offenbar weiter auf die Prozessmaximen eingehen und fragte, ob die Arbeit nicht jemand anderes machen k\u00f6nne. Nat\u00fcrlich nicht, es gilt die Offizialmaxime. Die Strafverfolgung obliegt der StA.<br \/>\nMit der n\u00e4chsten Frage, ob dies immer so sei ging es weiter mit Privatklagedelikten. Diese werden von den Verletzten selbst verfolgt.<br \/>\nWeiter wollte er Beispiele f\u00fcr Privatklagedelikte h\u00f6ren (vgl. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/374.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 374 StPO: Zul&auml;ssigkeit; Privatklageberechtigte\">\u00a7 374 Abs. 1 StPO<\/a>, insbesondere Hausfriedensbruch, Beleidigung, einfache vors\u00e4tzliche und fahrl\u00e4ssige K\u00f6rperverletzung, Sachbesch\u00e4digung).<br \/>\nWeiter ging es mit der Frage, wie ein Privatklageverfahren abl\u00e4uft.<br \/>\nEs handelt sich um ein Verfahren vor dem Amtsgericht. Der Verletzte selbst tritt als Ankl\u00e4ger auf. Vor Einreichung der Privatklage muss ein erfolgloser S\u00fchneversuch erfolgt sein. Anschlie\u00dfend ist der Ablauf im Wesentlichen wie im normalen Strafprozess.<br \/>\nDamit gab er sich insoweit zumindest zufrieden und kehrte zu den Prozessmaximen zur\u00fcck.<br \/>\nEr fragte, ob die StA eine Straftat verfolgen muss. Es gilt grunds\u00e4tzlich das Akkusationsprinzip.<br \/>\nSofern die Ermittlungen hinreichenden Tatverdacht ergeben, muss die StA Anklage ergeben (bzw. Strafbefehl erlassen).<br \/>\nDann ging es um \u201cAusnahmen\u201d vom Akkusationsprinzip. Genauer fragte er nach dem \u201cGegenteil\u201d.<br \/>\nWir erkl\u00e4rten, dass bei Vergehen Einschr\u00e4nkungen durch das Opportunit\u00e4tsprinzip m\u00f6glich seien.<br \/>\nDaraufhin sollten wir erl\u00e4utern, welche Opportunit\u00e4tsentscheidungen haupts\u00e4chlich relevant sind (gemeint waren <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/153.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 153 StPO: Absehen von der Verfolgung bei Geringf&uuml;gigkeit\">\u00a7\u00a7 153<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/153a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 153a StPO: Absehen von der Verfolgung unter Auflagen und Weisungen\">153a<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/154.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 154 StPO: Teileinstellung bei mehreren Taten\">154<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/154a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 154a StPO: Beschr&auml;nkung der Verfolgung\">154a StPO<\/a>) und zudem die jeweiligen Unterschiede der Regelungen benennen etc.<br \/>\nDie Antwort auf Frage, ob die StA auch im Rahmen eines Privatklageverfahrens nach diesen Vorschriften einstellen kann, versuchten wir uns zun\u00e4chst herzuleiten.<br \/>\nEine Kandidatin antwortete, dass dies unbillig sei und daher nicht zul\u00e4ssig sein d\u00fcrfte. Dies fand er zwar nicht schlecht, aber das Raten ging weiter, bis letztlich eine Kandidatin im Gesetz die eigene Regelung hierf\u00fcr in <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/383.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 383 StPO: Er&ouml;ffnungs- oder Zur&uuml;ckweisungsbeschluss; Einstellung bei geringer Schuld\">\u00a7 383 Abs. 2 StPO<\/a> fand.<br \/>\nInsgesamt war es wirklich machbar und die Pr\u00fcfung verging sehr schnell.<br \/>\nViel Erfolg f\u00fcr eure Pr\u00fcfung, bald habt ihr es geschafft!<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hamburg im Februar 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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