{"id":12315,"date":"2018-04-04T15:00:51","date_gmt":"2018-04-04T13:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12315"},"modified":"2019-07-01T10:33:05","modified_gmt":"2019-07-01T08:33:05","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hessen-im-november-2017-3-2-2-2-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hessen-im-november-2017-3-2-2-2-2-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Brandenburg im Februar 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Brandenburg im Februar 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkten der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">6,14<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">8,08<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">7,56<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>aktuelle F\u00e4lle<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong>\u00a0\u00a0Wiedereinsetzung, Unterlassunganspruch, richterliche Untersuchungshandlungen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:\u00a0<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1004.html\">\u00a71004 BGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/233.html\">\u00a7233 ZPO<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort,\u00a0h\u00e4lt Reihenfolge ein<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer begann mit zivilrechtlichen Vertiefungsfragen zu unserem strafrechtlichen Aktenvortrag. Es gab darin eine private Kamera, die das eigene Grundst\u00fcck, den Gehweg und den Eingang und Teile des Nachbargartens, weil dem Filmenden Gem\u00fcse aus dem Garten gestohlen wurde. Der Nachbar m\u00f6chte dagegen vorgehen. Gibt es Unterschiede zwischen den Anspr\u00fcchen bzgl. des Gehwegs- und des Nachbargrundst\u00fccks. Wir bejahten dies, da unterschiedliche Sph\u00e4ren betroffen seien, der Gehweg durfte hier gefilmt werden der Nachbargarten nicht. Anspruch aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1004.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 1004 BGB: Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch\">\u00a71004 BGB<\/a> auf Unterlassen und L\u00f6schung. Der Pr\u00fcferfragte noch wie es bei Handyfilmaufnahmen sei. Ihrer Ansicht nach stehe, da das L\u00f6schen im Vordergrund.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer diktiere einen l\u00e4ngen Fall mit vielen Daten auf den es inhaltlich im Endeffekt nicht ankam, weil wir nicht zur Begr\u00fcndetheit kamen. Sie wollte jeden einzelnen kleinen Arbeitsschritt des Richters h\u00f6ren. Der Fall war wie folgt:<br \/>\nKl\u00e4ger war ein Herr A. (Prozessbevollm\u00e4chtigter RA M.). Beklagter war ein Herr B. (Prozessbevollm\u00e4chtigter RA K.). Die Parteien stritten \u00fcber Schadensersatzanspr\u00fcche aus einen Vorfall in einer Koranschule in Berlin Sch\u00f6neberg am 22.03.2017. An diesem Tag fand ein Tag der offenen T\u00fcr in der Koranschule statt. Es wurde nicht unterrichtet und die Kinder spielten unbeaufsichtigt auf dem Innenhof. Dass es keine Aufsicht g\u00e4be wurde den Eltern im Vorfeld mitgeteilt. E. (6,5 Jahre) Sohn des Beklagten spielte dort auch zwischen 11 und 17 Uhr mit mehreren anderen Kindern. Der Kl\u00e4ger behauptet E. habe Steine und St\u00f6cke \u00fcber Begrenzung des Innenhofes aus den VW Tiguan des Kl\u00e4gers geworfen wodurch ein Schaden in H\u00f6he von 800 EUR entstanden sei.<br \/>\n\u00dcber die Schadensh\u00f6he holte der Kl\u00e4ger ein Privatgutachten ein. Die Gutachterkosten m\u00f6chte er auch ersetzt haben. Der Kl\u00e4ger will die Reparatur selbst vornehmen. Der Beklagte hat die\u00a0Kosten\u00fcbernahme au\u00dfergerichtlich abgelehnt. Ein Antrag auf VU im schriftlichen Vorverfahren wurde gestellt.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer fragte zun\u00e4chst was zu veranlassen sei nachdem, wenn man die Akte als Richter auf dem Tisch hat. Zun\u00e4chst muss man sich entscheiden, ob man einen fr\u00fchen ersten Termin anberaumt oder ein schriftliches Vorverfahren (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/276.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 276 ZPO: Schriftliches Vorverfahren\">\u00a7276 ZPO<\/a>) durchf\u00fchren m\u00f6chte. Es ist \u00fcber die Fristen f\u00fcr\u00a0Verteidigungsanzeige und Klageerwiderung zu belehren und Folgen <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/331.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 331 ZPO: Vers&auml;umnisurteil gegen den Beklagten\">\u00a7331 III ZPO<\/a> zu belehren. Dann wird die Klageschrift zugestellt. Fragt sich hier an den Beklagten pers\u00f6nlich oder an seien RA, da einen Vollmacht noch nicht bei der Kate lag. Wir antworteten sicherheitshalber solle man an den Beklagten zustellen gegen PZU an den RA k\u00f6nne man gegen EB zu stellen, aber wir w\u00fcssten ja nicht ob er tats\u00e4chlich bevollm\u00e4chtigt sei. l\u00f6ste auf, dass man in der Praxis an den RA zustellt, wenn ein anderer RA in der Klageschrift Angaben zum Prozessbevollm\u00e4chtigten macht. Wenn der RA nicht bevollm\u00e4chtigt ist, wird er es sagen. Da die Frist f\u00fcr die Verteidigungsanzeige nicht zu laufen beginnt entstehen keine Nachteile f\u00fcr den Beklagten.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer erweitere den Fall. Der Beklagte zeigte seine Verteidigung nicht an. Es erging ein <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/331.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 331 ZPO: Vers&auml;umnisurteil gegen den Beklagten\">\u00a7331 II ZPO<\/a> VU. Er vers\u00e4umte auch die Einspruchsfrist. Grund war, dass sein RA am letzten Tag der Frist gegen 23:40 zum Gericht fahren wollte, wof\u00fcr er normalerweise 5-7 Minuten brauchte, dies aber nicht tun konnte, weil jemand rechtswidrig vor der Ausfahrt der Kanzlei geparkt hatte. RA verst\u00e4ndigte die Polizei, ein Taxi war nicht zu bekommen, zu Fu\u00df dauerte es zu lange. Der Fahrer kam irgendwann zur\u00fcck und RA warf die Klageerwiderung um 00:04h ein.<br \/>\nWir pr\u00fcften die Zul\u00e4ssigkeit eines Widereinsetzungsantrags. Dabei Abgrenzung zwischen echtem und unechtem VU, Fristenberechnung, Zurechnung des Verschuldens, Nachholung der Prozesshandlung. Der Pr\u00fcferfragte auch ob man bei der Abfassung eines VU irgendwas beachten muss. Die \u00dcberschrift Vers\u00e4umnisurteil die gesetzlich vorgeschrieben ist. Dann bildeten wir den vollst\u00e4ndigen Tenor (Zahlung und Zinsen mit der Berechnung ab wann Zinsen anfallen) mit Kosten und vorl\u00e4ufiger Vollstreckbarkeit und den entsprechenden Normen.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer erweiterte den Fall. Der Beklagte verteidigt sich damit, dass auch andere Kinder im Hof der Koranschule gespielt h\u00e4tten und sein Sohn das Auto des Kl\u00e4gers gar nicht habe sehen k\u00f6nnen \u00fcber die Begrenzung hinweg. Sein Sohn sei sonst immer artig. Er habe den Schaden nicht verhindern k\u00f6nnen.<br \/>\nWir pr\u00fcften die Anberaumung eines Termins, ob Zeugen oder Sachverst\u00e4ndige zu laden sein, die Rechtsnatur des Privatgutachtens. Wir pr\u00fcften wie die m\u00fcndliche Verhandlung abl\u00e4uft: Aufruf zur Sache, G\u00fcteverhandlung, Antr\u00e4ge, Anberaumen eines Verk\u00fcndungstermins.<br \/>\nZur materiellen Pr\u00fcfung kamen wir nicht mehr.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Brandenburg im Februar 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2025,2010,55,1703],"tags":[],"class_list":["post-12315","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-zivilrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12315","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12315"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12315\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14152,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12315\/revisions\/14152"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12315"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12315"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12315"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}