{"id":12434,"date":"2018-04-19T14:00:09","date_gmt":"2018-04-19T12:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12434"},"modified":"2019-07-01T10:31:40","modified_gmt":"2019-07-01T08:31:40","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-baden-wuerttemberg-vom-juli-2017-3-2-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-baden-wuerttemberg-vom-juli-2017-3-2-2-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Mecklenburg-Vorpommern vom Februar 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem Ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Mecklenburg-Vorpommern vom Februar 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">6.58<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">6.7<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>aktuelle F\u00e4lle<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong>\u00a0Betrug, Unterschied zur Unterschlagung, Raser-Fall des BGH (Abgrenzung Eventualvorsatz von bewusster Fahrl\u00e4ssigkeit)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: <\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\">\u00a7<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">\u00a7263 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/246.html\">\u00a7246 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315d.html\">\u00a7315d StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\">\u00a7211 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/222.html\">\u00a7222 StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort Diskussion,\u00a0Intensivbefragung Einzelner, hart am Fall, Fragestellung klar<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Strafrechtspr\u00fcfung war nach der Zivilrechtspr\u00fcfung die zweite der drei Teilpr\u00fcfungen.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer bezog sich zun\u00e4chst auf den Sachverhalt, der im Zivilrechtsteil genutzt worden war. Im Wesentlichen ging es hierbei um folgendes:<br \/>\nA l\u00e4sst an die GmbH des B 4000 \u20ac \u00fcberweisen unter der Bedingung, dass B das Geld abhebt und an den A bar auszahlt. Die \u00dcberweisung erfolgt, aber B erkl\u00e4rt, dass die GmbH in Zahlungsschwierigkeiten stecke und er das Geld nur in Raten zur\u00fcckzahlen k\u00f6nne. A erstattet Strafanzeige wegen Betrugs und Unterschlagung, das Verfahren wird eingestellt. A stellt daraufhin B auf seiner Facebook-Seite als Betr\u00fcger und Dieb dar unter Nennung dessen vollen Namens. A begehrt von B Zahlung der 4000 \u20ac. B begehrt wegen des Facebook-Eintrages Unterlassung und 15000 \u20ac Entsch\u00e4digung und erkl\u00e4rt die Aufrechnung hinsichtlich der 4000 \u20ac. Wie ist die Rechtslage?<br \/>\nAusgehend hiervon lie\u00df der Pr\u00fcfer zun\u00e4chst untersuchen, ob B sich wegen Betruges strafbar gemacht haben k\u00f6nnte, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 263 StGB: Betrug\">\u00a7 263 Abs. 1 StGB<\/a>. Er achtete insbesondere auf eine saubere Subsumtion unter die Tatbestandsmerkmale. Alle Pr\u00fcflinge bejahten die Strafbarkeit. Der Pr\u00fcfer lie\u00df nicht erkennen, ob er sich der Auffassung anschlie\u00dft. Allerdings lie\u00df er alles gelten, sofern es vertretbar war und mit Argumenten unterf\u00fcttert werden konnte.<br \/>\nSodann wurde besprochen, ob B sich auch der Unterschlagung schuldig gemacht haben k\u00f6nnte, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/246.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 246 StGB: Unterschlagung\">\u00a7 246 Abs. 1 StGB<\/a>. Dies wurde verneint.<br \/>\nDann wollte der Pr\u00fcfer den Unterschied wissen zwischen Betrug und Unterschlagung. Dieser besteht darin, dass bei der Unterschlagung der T\u00e4ter schon im Besitz der Sache ist, wenn er die Straftat begeht. Ob die Antwort so vollst\u00e4ndig korrekt war, lie\u00df der Pr\u00fcfer nicht ganz durchblicken. Er nahm sie wohlwollend zur Kenntnis.<br \/>\nDann trug der Pr\u00fcfer einen eigenen Fall vor.<br \/>\nA und B, 28 und 29 Jahre alt, treffen sich in Berlin zuf\u00e4llig an einer Kreuzung und verabreden sich spontan zu einem Rennen. Sie fahren mit 170 km\/h durch die Stadt und \u00fcberfahren dabei auch acht rote Ampeln. Hierbei geht es A und B nur um das Rennen, ob andere dabei zu Schaden kommen, ist ihnen egal. An der neunten roten Ampel, die sie ebenfalls \u00fcberfahren, wird die Kreuzung vom Autofahrer C befahren, der gerade Gr\u00fcn hatte. Es kommt zum Unfall zwischen A und C. C verstirbt noch an der Unfallstelle. A ist nicht vorbestraft, B ist wegen mehrerer Verkehrsdelikte einschl\u00e4gig vorbestraft.<br \/>\nDer Fall war dem Raser-Fall nachgebildet, der gerade vor dem BGH verhandelt worden war und bei dem die Strafbarkeit wegen Mordes durch den BGH verneint worden war.<br \/>\nEr lie\u00df pr\u00fcfen, ob in seinem Beispielfall Mitt\u00e4terschaft zwischen A und B aufgrund eines gemeinsamen Tatplans (was letztendlich bejaht wurde), sowie ob eine Strafbarkeit wegen Mordes vorliege, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 211 StGB: Mord\">\u00a7 211 StGB<\/a>. Mordmerkmal war das gemeingef\u00e4hrliche Mittel. Besonders lebhaft diskutiert wurde im Rahmen des Vorsatzes, ob die T\u00e4ter bedingten Vorsatz aufwiesen oder nur bewusste Fahrl\u00e4ssigkeit. Ein Teil der Pr\u00fcflinge ging von bewusster Fahrl\u00e4ssigkeit aus, ein anderer Teil von Eventualvorsatz. Beides wurde f\u00fcr vertretbar gehalten, sofern man es mit Argumenten unterf\u00fcttern konnte. Wichtig, war, dass der Unterschied zwischen bedingtem Vorsatz und bewusster Fahrl\u00e4ssigkeit sauber herausgearbeitet wurde.<br \/>\nDann wurde kurz die fahrl\u00e4ssige T\u00f6tung angerissen, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/222.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 222 StGB: Fahrl&auml;ssige T&ouml;tung\">\u00a7 222 StGB<\/a>, sowie der neue <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315d.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315d StGB: Verbotene Kraftfahrzeugrennen\">\u00a7 315d StGB<\/a>, und das jeweils dazugeh\u00f6rige Strafma\u00df.<br \/>\nAbschlie\u00dfend wurde die Wirkung des BGH-Urteils auf das Rechtsempfinden der Bev\u00f6lkerung gemeinsam sehr lebhaft diskutiert und wozu Strafe dienen soll (also die Straftheorien). Hier kam es insbesondere auf die Resozialisierung, die Generalpr\u00e4vention und Strafe als S\u00fchne an.<br \/>\nSofern etwas nicht klappte, hakte der Pr\u00fcfer freundlich, aber bestimmt nach. Insgesamt eine sehr angenehme Pr\u00fcfung mit nachvollziehbarer Bewertung.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem Ersten Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Mecklenburg-Vorpommern vom Februar 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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