{"id":12558,"date":"2018-05-21T14:00:17","date_gmt":"2018-05-21T12:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12558"},"modified":"2019-06-30T12:16:23","modified_gmt":"2019-06-30T10:16:23","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-3-2-2-2-2-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-3-2-2-2-2-3\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; NRW im April 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im April 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">32<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">55<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">5,5<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Den Gro\u00dfteil der Pr\u00fcfung befassten wir uns mit anspruchsvollen StPO-Themen. Anschlie\u00dfend teilte er einen Fall aus, den wir die restlichen 10 min bearbeiteten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/216.html\">\u00a7216 StPO<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\">\u00a7242 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/32.html\">\u00a732 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/35.html\">\u00a735 StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein,\u00a0Intensivbefragung Einzelner,\u00a0Fragestellung klar<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer fing das Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch damit an, das vorangegangene Gespr\u00e4ch im \u00f6ffentlichen Recht noch einmal aufzugreifen und uns zu Handlungsm\u00f6glichkeiten der Polizei zu befragen. (Im \u00d6ffRecht-Fall ging es um pr\u00e4ventive und repressive Ma\u00dfnahmen, insbesondere Befragungen von Zeugen etc.)<br \/>\nEr wollte wissen, was die Polizisten f\u00fcr M\u00f6glichkeiten haben, Zeugen zu befragen und ob diese eine Pflicht zur Antwort h\u00e4tten. Da wir alle eher auf die Grundthemen der StPO vorbereitet waren (Ermittlungsverfahren, Zwischenverfahren, Hauptverfahren, die Stufen des Tatverdachts, Aufgaben der Staatsanwaltschaft etc.) kamen wir bereits hier direkt ins Straucheln. Nachdem wir mit H\u00e4ngen und W\u00fcrgen einige Paragraphen in den Raum geworfen hatten, befragte er uns weiter zum Thema Zeugen. Es fielen Stichworte wie Zeugnisverweigerungsrecht, Vorladung etc. . Problem war, dass wir immer wieder zwischen den Paragraphen sprangen, sodass wir nach kurzer Zeit nicht mehr genau wussten, ob er jetzt die Pflicht des Zeugen zur Aussage vor Gericht oder bei der Befragung von der Polizei meinte (was ich, wie gesagt, einerseits auf seine etwas ungenauen Fragen zur\u00fcckf\u00fchre und zum anderen auf die Schwerpunktsetzung unserer Vorbereitung).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschluss teilte er einen Fall aus, der in etwa so lautete:<br \/>\n\u00d6 hat vor, einen Supermarkt auszurauben.<br \/>\nS ist Mitarbeiter des Supermarktes und hat einen von mehreren Schl\u00fcsseln zu einem Tresor, in dem die Tageseinnahmen deponiert werden.<br \/>\n\u00d6 f\u00e4ngt den Supermarktmitarbeiter S ab, drohte diesem, seine Freundin zu t\u00f6ten, wenn er dem \u00d6 nicht erz\u00e4hle, wo das Geld im Supermarkt deponiert ist. Daraufhin erz\u00e4hlt der S dem \u00d6, das Geld liege in einem Tresor, zu dem er, S, einen Schl\u00fcssel habe.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Abend geht \u00d6 mit ungeladener Pistole in der Hand in den Supermarkt, h\u00e4lt dem S, der nicht wei\u00df, dass die Pistole ungeladen ist, die Pistole vor die Brust und verlangt das Geld aus dem Tresor heraus.<br \/>\nS geht mit \u00d6 zum Tresor, \u00f6ffnet diesen und gibt dem \u00d6 das Geld.<br \/>\nStrafbarkeit von \u00d6 und S?<br \/>\nAls wir den Fall lasen, schossen allen nat\u00fcrlich direkt die Stichworte \u201eRaub, r\u00e4uberische Erpressung, ungeladene Waffe, etc.\u201c durch den Kopf. Wir fingen dann allerdings mit der Pr\u00fcfung der Strafbarkeit des S an.<br \/>\nNachdem wir einige Paragraphen genannt hatten, sollten wir pr\u00fcfen, ob und wie sich S gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 242 StGB: Diebstahl\">\u00a7 242 I StGB<\/a> strafbar gemacht haben k\u00f6nnte. Der Problemschwerpunkt sollte dabei vor allem auf der Wegnahme liegen, ob ein Gewahrsamsbruch zum Zeitpunkt der Herausgabe des Geldes an den \u00d6 bejaht werden kann. Diesbez\u00fcglich haben wir dann er\u00f6rtert, dass S wenigstens Mitgewahrsam an dem Tresorinhalt haben muss, da er einen von den Tresorschl\u00fcsseln hatte. Nachdem wir den objektiven TB bejaht haben, sprachen wir noch kurz \u00fcber den Vorsatz des S und seine\u00a0Zueignungsabsicht, die wir relativ schnell bejahten. Da die Zeit schon fast um war, er\u00f6rterten wir schlie\u00dflich noch kurz, dass es ein Fall des N\u00f6tigungsnotstandes sei und dieser am Ende <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/35.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 35 StGB: Entschuldigender Notstand\">\u00a7 35 StGB<\/a> die Schuld entfallen lie\u00df.<br \/>\nW\u00e4hrend der gesamten Pr\u00fcfung befragte der Pr\u00fcfer die Pr\u00fcflinge immer der Reihe nach. Jeder durfte sich die Zeit nehmen, \u00fcber seine Antwort nachzudenken und eventuell noch einmal im Gesetz nachzubl\u00e4ttern. Dabei sollte man darauf achten, ihm in etwa den Paragraphen zu nennen, den man im Sinn hat, damit er merkt, dass man nicht nur wahllos im Gesetz herumsucht.<br \/>\nAlles in allem verlief unsere Pr\u00fcfung im Strafrecht nicht so gl\u00fccklich, was, wie gesagt, einerseits daran lag, dass wir uns nicht im Detail auf die StPO vorbereitet hatten, und zum anderen an einigen ziemlich anspruchsvollen und leider manchmal etwas verwirrenden Fragen vom Pr\u00fcfer.<br \/>\nTrotz alle dem kann man sich meiner Meinung aber gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, einen so erfahrenen Pr\u00fcfer wie diesen zugeteilt zu bekommen. Bereitet euch am besten auf Klassiker-Probleme im Strafrecht vor und seid vor allem fit in der StPO !!!<br \/>\nViel Gl\u00fcck, gebt im Endspurt noch mal alles, ihr habt es bald geschafft!<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im April 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2024,2010,55,1715],"tags":[],"class_list":["post-12558","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-strafrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12558","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12558"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12558\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14124,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12558\/revisions\/14124"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12558"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12558"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12558"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}