{"id":12753,"date":"2018-06-07T14:00:54","date_gmt":"2018-06-07T12:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12753"},"modified":"2019-06-30T12:12:20","modified_gmt":"2019-06-30T10:12:20","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-2-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Hessen im Mai 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen im Mai 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0\u00d6ffentliches Recht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>protokollfest<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/4.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 4 GG\">Art. 4 GG<\/a>, Verfassungsbeschwerde<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: <\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/4.html\">\u00a74 GG<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort,\u00a0Intensivbefragung Einzelner, verfolgt Zwischenthemen<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich loswerden, dass die allbekannte Aussage &#8222;Pr\u00fcfer sind auch nur Menschen&#8220; auch auf uns Studenten zutrifft. Demnach sei es mir verziehen, wenn dieses Protokoll, nach dem Juridicus schon heute bat, einen Tag nach der Pr\u00fcfung, auch einen emotionalen Aspekt enth\u00e4lt.<br \/>\nWir trafen die Pr\u00fcferin eine Woche vor der Pr\u00fcfung in ihrem B\u00fcro. An uns Studenten, unseren Vornoten oder unseren Zielen, zeigte sie kein Interesse. Sie erz\u00e4hlte, wie eine Pr\u00fcfung bei ihr abliefe: Fragen, die alle beantworten m\u00fcssten und solche, bei denen ein Student die eine Meinung vertritt und ein anderer die Gegenposition. Entsprechend ging es ein wenig darum, uns &#8222;gegeneinander auszuspielen&#8220;, was nat\u00fcrlich kein besonders angenehmer Aspekt ist. Trotz dessen sollten die Studenten meiner Meinung nach sich hiervon nicht beeinflussen lassen und sich gut miteinander verstehen, da alle im selben Boot sitzen und ein Einzelg\u00e4nger nie gute Karten hat.<br \/>\nZudem teilte sie uns mit, dass sie den Studenten nichts B\u00f6ses wolle und verst\u00fcnde, wenn man einmal einen Blackout h\u00e4tte, dass man dies nur einfach sagen solle. Auf uns alle wirkte sie nach dem Gespr\u00e4ch eigentlich sehr nett, wenn auch anspruchsvoll.<br \/>\nUnsere Pr\u00fcfung begann die Pr\u00fcferin mit einem fiktiven Fall, dass in Hessen ein Kopftuchverbot f\u00fcr Grundschulkinder eingef\u00fchrt werden soll und wir uns nun mal \u00fcberlegen sollten, wie eine solche Norm aussehen sollte, damit sie nicht als verfassungswidrig eingestuft wird. Nachdem wir diese Norm herausgearbeitet hatten: Es ist verboten, in einer Grundschule ein Kopftuch zu tragen, sollten wir nun entscheiden, welche Artikel aus dem Grundgesetz davon tangiert w\u00e4ren. Daraufhin stellte sich die Frage, womit ein betroffenes Kind gegen diese Norm vorgehen k\u00f6nne. Bei der Frage nach dem zust\u00e4ndigen Gericht ging nun relativ alles schief, da keiner von uns sich so ganz sicher war, warum eigentlich diese Klage nicht vor den StGH gehen sollte (der ja auch f\u00fcr Grundrechtsklagen zust\u00e4ndig ist, die sich auf die hessische Verfassung beziehen, und auch in dieser ist ein Artikel zur Religionsfreiheit vorhanden). Die Pr\u00fcferin wirkte w\u00e4hrend der gesamten Pr\u00fcfung sichtlich schockiert \u00fcber jedes noch so kleine Unwissen und lachte tats\u00e4chlich auch die Studenten aus, wenn sie einen Fehler machten. Dass in einem solchen Moment dann gepaart mit der Aufregung der gesamten Situation, und dem Wissen, dass es gerade um alles oder nichts geht, keiner mehr einen vern\u00fcnftigen Satz herausbringen konnte, erscheint vielleicht nachvollziehbar.<br \/>\nDie historische Zusatzfrage lautete nun, dass in einer der deutschen Verfassungen folgender Satz stand: Die Verwaltungsrechtspflege h\u00f6rt auf, die Rechtsprechung wird von den Gerichten \u00fcbernommen. Diesen Satz sollten wir alle nun versuchen in eine Verfassung und Zeit einzuordnen. Vor allem den ersten Teil wollte die Pr\u00fcferin erkl\u00e4rt wissen (Was bedeutet &#8222;Verwaltungsrechtspflege&#8220;?).<br \/>\nAlles in allem m\u00f6chte ich nun anmerken, dass wir Pr\u00fcflinge uns alle dar\u00fcber bewusst waren, dass die Pr\u00fcfung nicht gut gelaufen war. Auch waren die Fragen nicht ganz so schwer, wie erwartet.<br \/>\nProblematisch war nur, dass die Pr\u00fcferin ihre Ank\u00fcndigung, jeden bei einer Frage zu fragen nicht wahrmachte, sondern, nach mehreren falschen Antworten, genervt selbst die Antwort gab, obwohl jemand anderes sie vielleicht gewusst hatte. Auch hatte sie uns gesagt, sie w\u00fcnsche keine Meldungen, woran wir uns auch hielten. Auf sonstige Zeichen reagierte die Pr\u00fcferin nicht, sodass es dann keine M\u00f6glichkeit mehr gab, drangenommen zu werden, um sein Wissen zu zeigen.<br \/>\nFalls nun auch die Pr\u00fcfer dieses Protokoll lesen m\u00f6chte ich anmerken, dass nun niemand von uns hoffte oder dachte, etwas geschenkt zu bekommen und dass wir auch alle wussten, dass die Pr\u00fcfung etwas schleppend und nicht auf dem h\u00f6chsten Wissensniveau verlief. Dennoch waren wir alle von unseren Antworten her auf einem \u00e4hnlich guten\/schlechten Stand, soweit sich dies aus unserer Perspektive bewerten l\u00e4sst. Die Notengebung erfolgte aber vornotenorientiert, sodass es kaum m\u00f6glich war, seine Note noch hoch zu ziehen. Deshalb muss hier auch genannt werden, dass einer der Pr\u00fcflinge wegen der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung durch das Examen fiel, obwohl er wenn dann nur geringf\u00fcgig schlechter war als wir anderen (unsere Noten lagen bei 7, 7, 7, 8 und er bekam 3 Punkte). Dies war aus unser aller Blickwinkel \u00fcberhaupt nicht zu erwarten.<br \/>\nMan sollte als Student nicht mit einer allzu gro\u00dfen Erwartung in diese m\u00fcndliche Pr\u00fcfung reingehen. Ein Vergleich mit anderen Pr\u00fcfern, von denen manche sogar einschr\u00e4nkten oder wohlwollend bewerten, kann aus meiner Perspektive nicht gezogen werden, ist hier ja aber auch nicht gefragt.<br \/>\nNicht unterkriegen lassen!<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen im Mai 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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