{"id":12776,"date":"2018-06-21T14:00:53","date_gmt":"2018-06-21T12:00:53","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12776"},"modified":"2019-06-30T12:11:02","modified_gmt":"2019-06-30T10:11:02","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-2-2-2-3-2-2-3-2-2-2-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-2-2-2-3-2-2-3-2-2-2-2-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Berlin im Mai 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Berlin im Mai 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">4,25<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Betrug<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">\u00a7263 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/52.html\">\u00a752 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/54.html\">\u00a754 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GVG\/24.html\">\u00a724 GVG<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: <\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein, hart am Fall, Fragestellung klar<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer stellte keine gro\u00dfen Einstiegsfragen \u2013 anders als die beiden anderen Pr\u00fcfer zuvor \u2013 und schilderte uns gleich einen Fall.<br \/>\nDie A ist rum\u00e4nische Staatsb\u00fcrgerin und kam 2014 wegen finanzieller Not nach Deutschland. Dort trifft sie P, der ihr sagt wie sie schnell Geld verdienen k\u00f6nne. A und P fahren dann gemeinsam zur Postbank wo A ein Konto er\u00f6ffnet. Dieses Konto kann nicht \u00fcberzogen werden. Das folgende machen sie insgesamt 50-mal, jeweils in anderen Filialen. A und P fahren gemeinsam zu einem Gesch\u00e4ft um dort ein Sky-Abo abzuschlie\u00dfen. A schlie\u00dft ein 2-Jahresabo f\u00fcr 50 \u20ac pro Monat ab und erh\u00e4lt gleichzeitig auf Leihbasis einen Receiver (Wert 200 \u20ac). A gibt dabei das neu er\u00f6ffnete Konto bei der Postbank an und verkauft jedes Mal, wie von vornherein vereinbart, an P den Receiver f\u00fcr 30 \u20ac. P ist bei all diesen Aktionen immer mit dabei.<br \/>\nNun wollte der Pr\u00fcfer wissen wie sich die Beteiligten strafbar gemacht haben, angefangen mit<br \/>\nZun\u00e4chst wollte er wissen welche Handlungen in Betracht k\u00e4men und wir fingen dann mit der Pr\u00fcfung der Strafbarkeit bei der Er\u00f6ffnung des Kontos an, die wir aber schnell ablehnten. Danach pr\u00fcften wir die Strafbarkeit nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 263 StGB: Betrug\">\u00a7 263 StGB<\/a> durch den Vertragsschluss und gingen dabei auf jedes Tatbestandsmerkmal ein. Dabei war es dem Pr\u00fcfer wichtig, dass wir neben den Definitionen auch die richtigen Schlagw\u00f6rter (konkludente T\u00e4uschung, usw.) nannten. Er fragte warum eine Verm\u00f6gensverf\u00fcgung erforderlich sei (in Abgrenzung zum Diebstahl ist der Betrug ein Selbstsch\u00e4digungsdelikt). Danach wollte er noch die verschiedenen Verm\u00f6gensbegriffe erl\u00e4utert wissen und f\u00fcr diesen Fall subsumiert haben. Nachdem wir dann kurz auf die Dreieckskonstellation eingingen, die hier jedoch unproblematisch war, pr\u00fcften wir noch kurz den subjektiven Tatbestand und die Regelbeispiele des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 263 StGB: Betrug\">\u00a7 263 Abs. 3 Nr 1<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/2.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2 StGB: Zeitliche Geltung\">2 StGB<\/a>. Hier wollte er jeweils die Definition h\u00f6ren und wissen, ob insbesondere wissen, ob die Rechtsprechung bei einer Einnahme von 30 \u20ac auch von einem gewerblichen Betrug ausgehe (beides vertretbar, das Kammergericht tue es nicht).<br \/>\nDanach stellte er noch einige prozessuale Fragen. Den Einstieg machte er mit den Beweismitteln, insbesondere welche in diesem geschilderten Fall infrage k\u00e4men (insbesondere die Vertr\u00e4ge als Urkunde und als Augenschein, wegen der Unterschrift). Im Weiteren wollte er dann wissen bei welchem Gericht wir die Tat anklagen w\u00fcrden. Dabei sprachen wir sowohl \u00fcber die Bildung einer Gesamtstrafe, als auch \u00fcber die Abgrenzung von Tatmehrheit und Tateinheit und \u00fcber die Zust\u00e4ndigkeit des Amtsgerichts, hier insbesondere des Sch\u00f6ffengerichts.<br \/>\nDamit war die Pr\u00fcfung auch schon vorbei (zu P kamen wir gar nicht mehr). Insgesamt war es eine recht einfache und nette Pr\u00fcfung. Sofern man etwas auch nicht gleich wusste, gab der Pr\u00fcfer einen die M\u00f6glichkeit durch Hilfe, oder Nachfrage noch auf die richtige Antwort zu kommen. Mit diesem Pr\u00fcfer habt ihr unseres Erachtens nach einen guten Pr\u00fcfer erwischt.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Berlin im Mai 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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