{"id":12897,"date":"2018-08-09T14:00:13","date_gmt":"2018-08-09T12:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12897"},"modified":"2019-06-28T12:51:11","modified_gmt":"2019-06-28T10:51:11","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-3\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Hessen im Juni 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen im Juni 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">46,5<\/td>\n<td width=\"76\">47<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">85,5<\/td>\n<td width=\"76\">70<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">9,5<\/td>\n<td width=\"76\">7,77<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Rechtsgeschichte (Entstehungsgeschichte des BGB), Erbrecht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: <\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1922.html\">\u00a71922 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/123.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1937.html\">\u00a71937 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/123.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2100.html\">\u00a72100 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/123.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2113.html\">\u00a72113 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/123.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2136.html\">\u00a72136 BGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer begann die Pr\u00fcfung damit, dass er uns einen Zettel ausgeteilt hat, auf dem sechs Normen abgebildet waren. Neben den Normen stand \u201eE 1\u201c. Die erste Frage war nun, woher diese Normen stammen w\u00fcrden. Die Antwort war, dass es sich um den ersten\u00a0Entwurf des BGB vom Jahre 1888 handelte. Es 6 abgedruckten Normen entstammten dabei offensichtlich alle dem Erbrecht. Sodann wollte er wissen welche Kritikpunkte es an dem ersten Entwurf gab. Es sollten die Worte zu unsozial, zu abstrakt, zu undeutsch fallen. Au\u00dferdem wollte er in Bezug auf die Arbeitsweise der Kommission h\u00f6ren, dass die Intransparenz kritisiert wurde.<br \/>\nAnschlie\u00dfend hat er jeden Pr\u00fcfling nacheinander gebeten, sich eine Norm auszusuchen und das heutige Gegenst\u00fcck zu der jeweiligen Norm zu benennen. Der Pr\u00fcfer stellte dabei auch meist noch eine kurze R\u00fcckfrage zu dem Bereich aus dem die Norm entstammte. F\u00fcnf der sechs Normen sind heute noch im BGB vorhanden sind, eine davon jedoch nicht mehr existiert. Dies musste der letzte verbleibende Pr\u00fcfling feststellen In dieser Norm wurde f\u00fcr den Vorerben auf die Normen des Nie\u00dfbrauchs verwiesen. Als es um diese Norm ging hat der Pr\u00fcfer neben einigen Folgefragen \u00fcber die Nacherbschaft auch Fragen zum Verh\u00e4ltnis zum Nie\u00dfbrauch gestellt. Er wollte insbesondere h\u00f6ren, dass man das Verh\u00e4ltnis Vorerbe \u2013 Nacherbe mit einem Treuhandverh\u00e4ltnis vergleichen k\u00f6nnte.<br \/>\nDanach hat er einen Fall ausgeteilt. Es ging um Peter Panther, der auf einer Reise ins Gebirge schwer erkrankt und auf einer Postkarte seine Ehefrau als Alleinerben einsetzt, mit \u201eDein Panthertier\u201c unterschreibt und unter der Unterschrift noch seinem Bruder etwas vermacht. Ein Pr\u00fcfling begann damit die Voraussetzungen eines wirksamen Testaments. Es musste unter anderem festgestellt werden, dass ein Testament vorliegt, obwohl nicht ausdr\u00fccklich von &#8222;Erbe&#8220; gesprochen wird, es ging um <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2247.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2247 BGB: Eigenh&auml;ndiges Testament\">\u00a7 2247 BGB<\/a> (die Problempunkte waren die Postkarte, die Unterschrift als Panthertier, die fehlende Ortsangabe), das Verm\u00e4chtnis unter der Unterschrift als post scriptum und das Verh\u00e4ltnis zwischen Testament und Verm\u00e4chtnis. Die \u00a7 2084 und \u00a7 2085 wurden ebenfalls besprochen.<br \/>\nEs blieb Zeit f\u00fcr einen weiteren Fall. Die Erblasserin hat in ihrem Testament ihren Lebensgef\u00e4hrten zum \u201eAlleinerben\u201c eingesetzt, der das Verm\u00f6gen aber f\u00fcr den Sohn verwalten sollte. Es musste festgestellt werden ob es sich hierbei um eine Nacherbschaft handelte. Der Lebensgef\u00e4hrte hatte ein Grundst\u00fcck, das sich urspr\u00fcnglich im Eigentum der Erblasserin befunden hatte, ver\u00e4u\u00dfert. Die\u00a0Frage war, wie der Nacherbe das Grundst\u00fcck herausverlangen kann. Dies sollte \u00fcber den\u00a0Herausgabeanspruch nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/985.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 985 BGB: Herausgabeanspruch\">\u00a7 985 BGB<\/a> erreicht werden, innerhalb der Pr\u00fcfung ging es um die Frage wer Eigent\u00fcmer ist, insbesondere ob die Ver\u00e4u\u00dferung wirksam war. Im Rahmen der Verf\u00fcgungsbeschr\u00e4nkung war 2113 BGB anzusprechen, dessen Absatz 1 dispositiv ist, nicht aber der Absatz 2. Nachdem ermittelt wurde, dass die Verf\u00fcgung unwirksam ist, sollte ein gutgl\u00e4ubiger Erwerb angesprochen werden, auf den <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2113.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2113 BGB: Verf&uuml;gungen &uuml;ber Grundst&uuml;cke, Schiffe und Schiffsbauwerke; Schenkungen\">\u00a7 2113 Absatz 2 BGB<\/a> verweist. Dies scheitert jedoch an dem fehlenden Rechtsschein, weil die Verf\u00fcgungsbeschr\u00e4nkungen in Bezug auf die Nacherbschaft im Grundbuch eingetragen werden. Damit endete die Pr\u00fcfung.<br \/>\nDie Pr\u00fcfung verlief insgesamt sehr fair und die Fragen waren meist gut verst\u00e4ndlich. Zu bemerken ist, dass der Pr\u00fcfer sich nicht an den Vornoten orientiert und ein Pr\u00fcfling so auch heruntergepr\u00fcft wurde, obwohl der Sprung aufs Pr\u00e4dikat noch m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Insgesamt war die Notengebung aber angemessen und die vergleichsweise ausgefallenen Themen aufgrund der deutlichen Hinweise vom Pr\u00fcfer in der Vorbesprechung mit entsprechender Vorbereitung gut machbar.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen im Juni 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2024,2010,55,1703],"tags":[],"class_list":["post-12897","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-zivilrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12897","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12897"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12897\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13882,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12897\/revisions\/13882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12897"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12897"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12897"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}