{"id":12914,"date":"2018-08-20T14:00:04","date_gmt":"2018-08-20T12:00:04","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12914"},"modified":"2019-06-28T12:50:43","modified_gmt":"2019-06-28T10:50:43","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-3-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-3-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Bayern im Juli 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Bayern im Juli 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">31<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">20<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">5,53<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff:<\/strong>\u00a0protokollfest<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>ProdHaftG<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: <\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/823.html\">\u00a7823 BGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort Diskussion,\u00a0h\u00e4lt Reihenfolge ein,\u00a0Intensivbefragung Einzelner, hart am Fall, Fragestellung klar<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer pr\u00fcfte anhand eines Falls haupts\u00e4chlich Deliktsrecht mit leichtem Exkurs ins HGB.<br \/>\nAuf aktuelle Themen ging er nicht ein (z. B. trat ja die neue Reiserechts-Richtlinie in der Woche zuvor in Kraft) und auch prozessuale Themen spielten bei ihm keine Rolle.<br \/>\nEr schilderte zu Beginn folgenden Fall:<br \/>\nK kauft ein gebrauchtes Kfz vom Hersteller H beim H\u00e4ndler V. Dieses wies bei Erwerb einen Bremsdefekt auf, welcher g\u00fcnstig h\u00e4tte behoben werden k\u00f6nnen, falls er entdeckt worden w\u00e4re.<br \/>\nDer Bremsdefekt hatte seinen Ursprung in der Herstellung, ein Verschulden des Herstellers in Bezug hierauf konnte jedoch nicht festgestellt werden. Der K baute mit dem Wagen einen Unfall in einer Kurve. Die Folge war ein wirtschaftlicher Totalschaden.<br \/>\nDie erste Frage im Raum war anschlie\u00dfend:<br \/>\nWie lauten die Anspr\u00fcche des K auf Schadensersatz und Schmerzensgeld gegen V und H?<br \/>\nZu Beginn sollten die verschiedenen Anspr\u00fcche die in Betracht kamen grob skizziert werden.<br \/>\nAufgef\u00fchrt und zusammengefasst wurden von uns daher anfangs vertragliche und deliktische Anspr\u00fcche, sowie Anspr\u00fcche aus dem ProdHaftG:<br \/>\nvertragliche Anspr\u00fcche<br \/>\nvertragliche Anspr\u00fcche gegen V<br \/>\nZun\u00e4chst gingen wir das Kriterium der \u00dcbergabe ein, um Gew\u00e4hrleistungsanspr\u00fcche von den allgemeinen Schadensersatzanspr\u00fcchen abzugrenzen.<br \/>\nDiesbez\u00fcglich wurde festgestellt, dass ein Mangel vorliege.<br \/>\nSchlie\u00dflich wurde auf die verschiedenen Theorien des Verschuldens eingegangen (in Bezug auf die 1. Pflichtverletzung vs. die 2. Pflichtverletzung vs. gestreckte Pflichtverletzung). Ein Verschulden wurde aber letztlich von der Gruppe abgelehnt.<br \/>\nVertragliche Anspr\u00fcche gegen H<br \/>\nDiese Anspr\u00fcche wurden mangels Vertrag K \u2013 H abgelehnt.<br \/>\nWir gingen auf das Kommissionsgesch\u00e4ft gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/HGB\/383f.html\" target=\"_blank\">\u00a7\u00a7 383ff HGB<\/a> sowie die mittelbare Stellvertretung ein, da diese Rechtsverh\u00e4ltnisse erl\u00e4utert werden sollten.<br \/>\nSchlie\u00dflich wurde die Drittschadensliquidation kurz angesprochen und die Voraussetzungen eines Vertrags mit Schutzwirkung Dritter besprochen (Leistungsn\u00e4he, Gl\u00e4ubigern\u00e4he und Zumutbarkeit). 2. deliktische Anspr\u00fcche ( \u00a7823 I)<br \/>\nHier wurde von uns anfangs das Vorliegen einer Eigentumsverletzung thematisiert, da \u00a7 823 I nur das Integrit\u00e4tsinteresse sch\u00fctzt, nicht jedoch das \u00c4quivalenzinteresse. In Anlehnung daran wurde mithilfe des vom BGH entwickelten Kriteriums der Stoffgleichheit eine Eigentumsverletzung bejaht, da es sich im vorliegenden Fall nach unseren Erkenntnissen um einen sogenannten<br \/>\nWeiterfresserschaden handelte. Bez\u00fcglich der Kausalit\u00e4t war lediglich die mittelbare Verletzung problematisch, weshalb wir noch auf die Kriterien der objektiven Zurechenbarkeit und den Schutzzweck der Norm zur Probleml\u00f6sung eingingen.<br \/>\nZusammenfassend wurde die Haftung wieder mangels Verschulden abgelehnt.<br \/>\nZuletzt diskutierten wir noch \u00fcber die Produkthaftung. Dabei z\u00e4hlten wir kurz die verschiedenen Fehlertypen auf und erl\u00e4uterten diese (Fabrikations-, Konstruktions- und Instruktionsfehler, sowie Fehler von Produktbeobachtungspflichten).<br \/>\nAm Ende wurde festgestellt dass eine Haftung nach dem ProdHaftG nur in Bezug auf das verlangte Schmerzensgeld in Frage kommen w\u00fcrde, da Substanzsch\u00e4den an der Sache selbst nicht von der Produkthaftung umfasst sind und das Kriterium der Stoffgleichheit hier nicht Anwendung finden k\u00f6nne.<br \/>\nFazit:<br \/>\nInsgesamt l\u00e4sst sich feststellen, dass die Pr\u00fcfungssituation mit diesem Pr\u00fcfer durchweg angenehm und \u00fcberschaubar ist. Der Pr\u00fcfer wirkt w\u00e4hrend der Pr\u00fcfung stets organisiert und gelassen, was auf die Pr\u00fcflinge abf\u00e4rbt, da er ihnen mit sehr viel Geduld und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Pr\u00fcfungssituation begegnet.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Bayern im Juli 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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