{"id":12935,"date":"2018-08-27T14:00:31","date_gmt":"2018-08-27T12:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=12935"},"modified":"2019-06-28T12:49:55","modified_gmt":"2019-06-28T10:49:55","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-3-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-im-september-2017-2-3-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-2-2-2-2-2-3-3-4\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Hessen im Juli 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen im Juli 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">5,87<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">6,52<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">6,52<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Betrug, Unterschlagung, Wahlfeststellung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: <\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1922.html\">\u00a7<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">\u00a7263 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1922.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/246.html\">\u00a7246 StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort,\u00a0h\u00e4lt Reihenfolge ein<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer teilte zu Beginn der Pr\u00fcfung einen kurzen Fall aus.<br \/>\nDer Sachverhalt war sehr \u00fcbersichtlich:<br \/>\nDie Staatsanwaltschaft hatte jemanden wegen Betrugs angeklagt. Diese Person soll in einem Kaufhaus mehrere Anz\u00fcge zur Anprobe mit nach Hause genommen haben. Diese hat er anschlie\u00dfend weder zur\u00fcckgegeben noch bezahlt.<br \/>\nEinziger Zeuge war der Filialleiter (oder Verk\u00e4ufer o.\u00e4., darauf kam es vorliegend nicht an), der Angeklagte lie\u00df sich nicht zur Sache ein. Weitere Beweismittel waren nicht vorhanden.<br \/>\nDer Zeuge gab an, dass der Angeklagte von Anfang an vorgehabt habe die Anz\u00fcge nicht zu bezahlen und f\u00fcr sich zu behalten.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer frage uns nun was wir von dem Fall halten.<br \/>\nDer erste Kandidat \u00e4u\u00dferte sich zun\u00e4chst kurz dazu welches Gericht vorliegend zust\u00e4ndig sein k\u00f6nnte.<br \/>\nDie zweite Kandidatin pr\u00fcfte danach die einzelnen Tatbestandsmerkmale eines Betrugs.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer fragte dann weiter, ob hier tats\u00e4chlich ein Betrug vorl\u00e4ge.<br \/>\nNach einer Weile kamen wir drauf, dass der Vorsatz vorliegend problematisch ist, da im Prozess nicht nachgewiesen werden kann, dass der Angeklagte im Kaufhaus bereits eine T\u00e4uschung vorgenommen hat und der Vorsatz hinsichtlich der Zahlungswilligkeit bzw. der Nichtr\u00fcckgabe der Anz\u00fcge dort bereits gefasst war.<br \/>\nWeiter wurde gefragt, ob vielleicht noch andere Straftatbest\u00e4nde in Betracht k\u00e4men. Hier kamen wir schnell zur Unterschlagung.<br \/>\nDie Tatbestandsmerkmale wurden gepr\u00fcft und deren Vorliegen bejaht. Hierbei wurde kurz die grunds\u00e4tzliche Subsidiarit\u00e4t der Unterschlagung diskutiert und der Pr\u00fcfer fragte nach deren rechtshistorischer Bedeutung.<br \/>\nAnschlie\u00dfend wollte der Pr\u00fcfer wissen was das Gericht nun wohl machen w\u00fcrde bzw. wie wir die prozessuale Situation beurteilen w\u00fcrden.<br \/>\nHier wurde ein rechtlicher Hinweis nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/265.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 265 StPO: Ver&auml;nderung des rechtlichen Gesichtspunktes oder der Sachlage\">\u00a7 265 StPO<\/a> angedacht (w\u00e4re nicht ausreichend, da die zeitlich sp\u00e4ter verwirklichte Unterschlagung eine andere prozessuale Tat darstellt).<br \/>\nKurz wurde auch \u00fcber eine Nachtragsanklage gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/266.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 266 StPO: Nachtragsanklage\">\u00a7 266 StPO<\/a> nachgedacht. Wir diskutierten kurz die Voraussetzungen. Entscheidend war hier, dass der Angeklagte zustimmen m\u00fcsste, woran dieses Vorgehen voraussichtlich scheitern d\u00fcrfte.<br \/>\nSchlie\u00dflich kamen wir auf die M\u00f6glichkeit der Wahlfeststellung.<br \/>\nHier wurde kurz er\u00f6rtert was \u00fcberhaupt ist und welche verschiedenen Arten der Wahlfeststellungen m\u00f6glich sind und wie sich diese wiederum voneinander unterscheiden. Anschlie\u00dfend wurden die Voraussetzungen der ungleichartigen Wahlfeststellungen im konkreten Fall gepr\u00fcft.<br \/>\nDanach fragte der Pr\u00fcfer noch, wie im Falle einer wahlweisen Verurteilung der Urteilstenor lauten w\u00fcrde. Ebenso, ob es eine gesetzliche Regelung zur Wahlfeststellung gibt und ob das Fehlen einer solchen Regelung in rechtsstaatlicher Hinsicht bedenklich sei.<br \/>\nZum Abschluss fragte der Pr\u00fcfer noch, was in der vorliegenden prozessualen Situation trotzdem noch problematisch sei: Die wahlweise Verurteilung m\u00fcsste auch in der Anklageschrift so beantragt werden bzw. fehlen tats\u00e4chliche Angaben in der Anklage, aufgrund derer eine Verurteilung wegen Unterschlagung m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.<br \/>\nDanach war die Pr\u00fcfung vorbei.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen im Juli 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2024,2010,55,1715],"tags":[],"class_list":["post-12935","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-strafrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12935","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12935"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12935\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13877,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12935\/revisions\/13877"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12935"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12935"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12935"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}