{"id":13045,"date":"2018-09-19T15:00:26","date_gmt":"2018-09-19T13:00:26","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=13045"},"modified":"2019-06-28T13:34:48","modified_gmt":"2019-06-28T11:34:48","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-nrw-im-november-2017-2-2-2-3-2-2-2-2-2-2-2-2-2-3-2-2-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-nrw-im-november-2017-2-2-2-3-2-2-2-2-2-2-2-2-2-3-2-2-4\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Bayern im Mai 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Bayern im Mai 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">9,63<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">10,6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">9,87<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">10,11<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>protokollfest<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Verbraucherdarlehensrecht<\/p>\n<p><strong>Paragraphen:\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/491.html\">\u00a7491 BGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer schilderte zu Beginn einen ausf\u00fchrlichen Sachverhalt mit so vielen Problemen, dass die Zeit nicht ausreichte um auf alles einzugehen. Es war kein Problem, nochmals Fragen zu stellen, wenn zu dem geschilderten Sachverhalten Unklarheiten blieben. Der Pr\u00fcfer ist nat\u00fcrlich insoweit protokollfest, als dass er aufgrund seiner Anwaltst\u00e4tigkeit Bankrecht pr\u00fcft. Der Sachverhalt in unserer Pr\u00fcfung spielte sich teils im BGB-AT und vorwiegend im Bereich der <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/491.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 491 BGB: Verbraucherdarlehensvertrag\">\u00a7\u00a7 491 ff. BGB<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/355.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 355 BGB: Widerrufsrecht bei Verbrauchervertr&auml;gen\">\u00a7\u00a7 355 ff. BGB<\/a> ab. Folgender Sachverhalt: K\u00e4ufer K erwirbt k\u00e4uflich im Jahr 2015 bei der BMZ-AG ein Kfz zum Preis von 130.000 Euro. Hierbei werden ihm durch die BMZ-AG f\u00fcr die erforderliche\u00a0Finanzierung Formulare der BMZ-Bank-GmbH vorgelegt. Daraufhin schlie\u00dft der K\u00e4ufer K gleichzeitig mit der BMZ-Bank, vertreten durch die BMZ-AG, einen (Verbraucher-)Darlehensvertrag ab. Das Kfz wird durch den K wiederum an die BMZ-Bank-GmbH formlos sicherungs\u00fcbereignet. Zu dem Darlehensvertrag wurden folgende konkrete Angaben gemacht:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Kein Zinssatz schriftlich vereinbart, nur m\u00fcndlich<\/li>\n<li>Keine Sicherheiten schriftlich vereinbart<\/li>\n<li>Widerrufsfrist von 10 Tagen vereinbart<\/li>\n<li>Beginn der Widerrufsfrist mit Kreditantrag des Kunden vereinbart<\/li>\n<li>F\u00fcr Kreditw\u00fcrdigkeitspr\u00fcfung f\u00e4llig werdende Verg\u00fctung iHv 500 Euro vereinbart<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zudem wurde 2017 bekannt, dass auch in dem gekauften PKW eine manipulierte Software verarbeitet wurde. Die grundlegende Frage war nun, wie sich der K\u00e4ufer K vom Darlehensvertrag l\u00f6sen k\u00f6nne.<br \/>\nZun\u00e4chst sollte die wirksame Vertretung der BMZ Bank GmbH durch die BMZ AG gepr\u00fcft werden. Hierbei galt es im Grunde den \u00a7\u00a7 164 ff. zu pr\u00fcfen. Dabei wollte er zun\u00e4chst alle Voraussetzungen der Stellvertretung pr\u00fcfen und legten Wert auf Nennung der genauen\u00a0Schlagw\u00f6rter. Als Ausnahme vom Offenkundigkeitsprinzip wollte er das\u00a0\u201eunternehmensbezogene Gesch\u00e4ft\u201c h\u00f6ren. Der K r\u00fcgte nun eine Vertretungsmacht und forderte die BMZ Bank GmbH zur Genehmigung des Vertrages auf, welche unt\u00e4tig blieb. Die Fragen, ob der Vertrag nun gem <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/177.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 177 BGB: Vertragsschluss durch Vertreter ohne Vertretungsmacht\">\u00a7 177 II BGB<\/a> unwirksam w\u00e4re, wurde korrekterweise verneinen, da die Norm nur bei Fehlern von Vertretungsmacht anwendbar ist.<br \/>\nAls n\u00e4chstes wurde das Widerrufsrecht gepr\u00fcft. K hat ein Widerrufsrecht gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/495.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 495 BGB: Widerrufsrecht; Bedenkzeit\">\u00a7 495<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/355.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 355 BGB: Widerrufsrecht bei Verbrauchervertr&auml;gen\">355<\/a> II 1, 2 BGB. Hierbei sollten die einschl\u00e4gigen Normen gr\u00fcndlich subsumiert werden. Insbesondere galt dies f\u00fcr \u00a7 491 I (Beginn der Widerrufsfrist). Sodann ging es um die Nicht-Vereinbarung des Zinssatzes sowie der Sicherungs\u00fcbereignung. Hier war auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/494.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 494 BGB: Rechtsfolgen von Formm&auml;ngeln\">\u00a7 494 I, II, VI BGB<\/a> einzugehen und zu subsumieren. Gepr\u00fcft wurden auch die Rechtsfolgen, der fehlenden Vereinbarung. Dabei wurde diskutiert, ob die tats\u00e4chlich geleistete Sicherungs\u00fcbereignung wegen fehlendem Rechtsgrund kondizierbar ist gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/812.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 812 BGB: Herausgabeanspruch\">\u00a7 812 I 1 1. Var BGB<\/a>. Dies wurde aber verneint, da \u00a7 494 VI kein Verbot f\u00fcr sp\u00e4tere isolierte Sicherungsabreden darstellt. Es verhindert lediglich ein eigenes Recht des Darlehensgebers, eine Sicherung zu verlangen. Dabei musste aber auch \u00a7 494 VI 2 gefunden werden, dass \u00a7 494 VI 1 nicht bei Allgemeinen Verbraucherdarlehensvertr\u00e4gen \u00fcber 75.000\u20ac gilt (PKW: 130.000\u20ac).<br \/>\nKurz besprochen werden sollten dann noch die Rechtsfolgen der zu kurzen Widerrufsfrist. Hierbei wurde noch diskutiert, wann das Widerrufsrecht verwirkt (Rspr. 5-10 Jahre).<br \/>\nWeiter wurde gepr\u00fcft, welches Gericht zust\u00e4ndig ist, und welche Rechtsmittel\/Rechtsbehelfe es gegen ein klageabweisendes Urteil g\u00e4be. Dabei musste kurz die Berufung und Revision sowie deren Zul\u00e4ssigkeitsvoraussetzungen genannt werden.<br \/>\nSodann wurde noch kurz die Geb\u00fchr f\u00fcr die Kreditw\u00fcrdigkeitspr\u00fcfung besprochen. Hierbei musste eine AGB-Kontrolle durchgef\u00fchrt werden. Die Rechtsprechung sollte insoweit bekannt sein<br \/>\nFazit: Die Pr\u00fcfung bei diesem Pr\u00fcfer ist sehr angenehm und auch gut zu meistern. Ihr solltet euch intensiv mit dem Bankenrecht auseinandersetzen: Verbraucherdarlehensvertr\u00e4ge, AGB-Kontrolle, Vertretungsregelungen sowie Gerichtszust\u00e4ndigkeiten.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Bayern im Mai 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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