{"id":13150,"date":"2018-11-10T15:00:05","date_gmt":"2018-11-10T14:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=13150"},"modified":"2020-03-20T13:48:04","modified_gmt":"2020-03-20T12:48:04","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hessen-im-september-2018-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hessen-im-september-2018-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Hessen im September 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen im September 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"567\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">9,56<\/td>\n<td width=\"76\">7,18<\/td>\n<td width=\"76\">7,87<\/td>\n<td width=\"76\">7,43<\/td>\n<td width=\"76\">5,06<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">12,33<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<td width=\"76\">10,33<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">10,33<\/td>\n<td width=\"76\">8,71<\/td>\n<td width=\"76\">8,62<\/td>\n<td width=\"76\">8,66<\/td>\n<td width=\"76\">5,83<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">18<\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Zwangsvollstreckungsrecht: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/767.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 767 ZPO: Vollstreckungsabwehrklage\">\u00a7 767 I ZPO<\/a> gegen\u00a0Zwangsvollstreckung aus notarieller Urkunde,\u00a0Dieselskandal<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:\u00a0<\/strong><u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/826.html\">\u00a7826 BGB<\/a><\/u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/826.html\">,<\/a> <u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/433.html\">\u00a7433 BGB<\/a><\/u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/433.html\">,<\/a> <u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/767.html\">\u00a7767 ZP<\/a><\/u><u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/767.html\">O<\/a><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer schilderte uns zun\u00e4chst einen recht umfangreichen Fall, zu dem wir uns Aufzeichnungen machten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Fall kurz zusammengefasst: Sie sind Richter am LG und bereiten die m\u00fcndliche Verhandlung vor. Der Kl\u00e4ger beantragt, die ZwaVo aus einer not. Urkunde f\u00fcr unzul\u00e4ssig zu erkl\u00e4ren. Aus der Urkunde ergab sich, dass der Kl\u00e4ger dem Beklagten eine Grundschuld an einem Grundst\u00fcck wegen einer Darlehensforderung gew\u00e4hrt hat und sich zudem der sofortigen ZwaVo in sein ganzes Verm\u00f6gen unterwarf. Der Kl\u00e4ger war aber weder bei der Bestellung des Darlehens an den Beklagten, noch beim Notar zugegen, sondern lie\u00df sich jeweils von einer Treuhandgesellschaft vertreten. Dieser hatte der Kl\u00e4ger eine umfassende Vollmacht einger\u00e4umt, ihn im Zusammenhang mit den Darlehensgesch\u00e4ften sowie im Zusammenhang mit der Bestellung pers\u00f6nlicher und dinglicher Sicherheiten zu vertreten. Der Beklagte hat angek\u00fcndigt, aus der not. Urkunde demn\u00e4chst vollstrecken zu wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kl\u00e4ger ist der Ansicht, dass die der Treuhandgesellschaft erteilte Vollmacht unwirksam sei, sowie auch in der Folge alle mit ihr im Zusammenhang stehenden Rechtsgesch\u00e4fte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Beklagte tr\u00e4gt vor, es habe einen gesonderten Rechtsstreit hinsichtlich der Frage der Wirksamkeit der Darlehensforderung gegeben (Feststellungsklage). Das erkennende Gericht habe den Antrag auf Feststellung des Nichtbestehens der Darlehensforderung damals abgewiesen. Der Kl\u00e4ger wiederum meint, der Beklagte habe damals wahrheitswidrig vorgetragen und das Urteil erschlichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir stiegen mit der Frage des statthaften zwangsvollstreckungsrechtlichen Rechtsbehelfs in die Fallpr\u00fcfung ein. Dabei wurde auch die Titelgegenklage angesprochen, mit der Herr Wagner nichts anfangen konnte, was kurz f\u00fcr Verwirrung sorgte. Dann schritten wir in der Fallpr\u00fcfung mit <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/767.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 767 ZPO: Vollstreckungsabwehrklage\">\u00a7 767 I ZPO<\/a> fort. Mit etwas Nachbohren von Herrn Wagner machten wir als zul\u00e4ssigen Einwand gegen den titulierten Anspruch die Bereicherungseinrede (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/821.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 821 BGB: Einrede der Bereicherung\">\u00a7 821 BGB<\/a>) aus. Im weiteren wurde die Pr\u00fcfung etwas un\u00fcbersichtlicher und es wurde nicht mehr &#8222;hart am Fall&#8220; gepr\u00fcft. Bei der Frage der Unwirksamkeit der Vollmacht(en) kamen wir zun\u00e4chst nicht auf die richtige L\u00f6sung: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/134.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 134 BGB: Gesetzliches Verbot\">\u00a7 134 BGB<\/a> iVm <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/RDG\/1.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 1 RDG: Anwendungsbereich\">\u00a7 1 RDG<\/a> (Rechtsdiensleistungsgesetz). Ab diesem Punkt &#8222;kippte&#8220; die Pr\u00fcfung etwas, denn der Pr\u00fcfer war genervt, dass wir die Antwort nicht wirklich parat hatten (&#8222;Kommt schon, das m\u00fcsst ihr draufhaben&#8220;). Mit Blick auf den Einwand entgegenstehender Rechtskraft, fragte der Pr\u00fcfer (wie immer sehr offen), was uns zum Einwand der Titelerschleichung einfiele. &#8222;Beweisprobleme&#8220; wollte er nicht h\u00f6ren. Wiederum musste er seine Frage pr\u00e4zisieren. Es ging ihm um den materiellen Einwand aus \u00a7 242 (Fallgruppe: Unzul\u00e4ssige Rechtsaus\u00fcbung).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anschlie\u00dfend begann ein neuer Pr\u00fcfungsabschnitt, den der Pr\u00fcfer mit der Frage &#8222;Was f\u00e4llt ihnen zu <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/826.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 826 BGB: Sittenwidrige vors&auml;tzliche Sch&auml;digung\">\u00a7 826 BGB<\/a> ein?&#8220; er\u00f6ffnete. Nachdem wir etwas rumstammelten, l\u00f6ste er auf: Dieselskandal! Hier wollte er nacheinander die in Betracht kommenden Anspr\u00fcche von Verbrauchern gegen Hersteller und H\u00e4ndler gepr\u00fcft haben. Auch wenn wir die Probleme grunds\u00e4tzliche kannten, fiel es uns schwer, dies in der Pr\u00fcfung auch zu zeigen. Zwischenzeitlich kam auch immer wieder Verwirrung auf, ob der Pr\u00fcfer mit dem Gesagten zufrieden ist. Irgendwann war es dann vorbei und der Pr\u00fcfer gab am Schluss kund, dass ihm die Pr\u00fcfung nicht gefallen habe. Dementsprechend hat er auch nicht tief in die Punktekiste gegriffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Pr\u00fcfung waren wir alle etwas frustriert. Die Pr\u00fcfungen in den anderen Rechtsgebieten verliefen aber deutlich besser, sodass unterm Strich alles okay war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich festhalten, dass wir wohl in erster Linie Pech mit dem Fall und den Fragen hatten und die Pr\u00fcfung irgendwann eine negative Dynamik genommen hat. Dies hei\u00dft nicht, dass der Pr\u00fcfer ein schlechtes Los ist!! In der Vergangenheit gab es auch viele positive Pr\u00fcfungen bei dem Pr\u00fcfer. Ich w\u00fcnsche euch viel Erfolg!<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen im September 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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