{"id":13172,"date":"2018-11-20T09:00:02","date_gmt":"2018-11-20T08:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=13172"},"modified":"2020-03-20T13:44:49","modified_gmt":"2020-03-20T12:44:49","slug":"gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-2-staatsexamen-bayern-vom-juli-2018-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-2-staatsexamen-bayern-vom-juli-2018-3\/","title":{"rendered":"Ged\u00e4chtnisprotokoll einer echten Klausur zum 2. Staatsexamen &#8211; Bayern vom Juli 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem nachfolgenden Klausurprotokoll handelt es sich um das Ged\u00e4chtnisprotokoll einer <strong>echten Klausur vom Juli 2018 im zweiten Staatsexamen in Bayern<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div><div class=\"img-with-aniamtion-wrap \"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/div><div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsfach:\u00a0 \u00d6ffentliches Recht<\/h2>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Ged\u00e4chtnisprotokoll:<\/h2>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Teil I:\u00a0Herr Gl\u00fcck (G) betreibt ein IT-Dienstleistungsunternehmen, das Gegenstand einer Betriebspr\u00fcfung war. Die Feststellungen des Pr\u00fcfers bezogen sich auf folgende Sachverhalte: Zum zwei- j\u00e4hrigen Bestehen des Unternehmens sowie zu seinem 35. Geburtstag veranstaltete G eine einheitliche Feier mit 300 G\u00e4sten. Die Teilnehmer setzten sich aus Freunden, Verwandten und Kunden zusammen, so dass die Abziehbarkeit des gemischten Aufwands bzw. seine Aufteilbarkeit (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/4.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 4 EStG: Gewinnbegriff im Allgemeinen\">\u00a7\u00a7 4<\/a> IV, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/12.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 12 EStG [Nicht abzugsf&auml;hige Ausgaben]\">12 Nr. 1 S. 2 EStG<\/a>) zu er\u00f6rtern war. Bei dem von G erworbenen Porsche vermutete der Betriebspr\u00fcfer, dass dieser auch privat genutzt werde, weshalb ggf. eine Nutzungsentnahme anzusetzen war (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/6.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 6 EStG: Bewertung\">\u00a7 6 I Nr. 4 S. 2, 3 EStG<\/a>). Die Betr\u00e4ge (Kaufpreis, Listenpreis etc.) waren angegeben. Zu diskutieren war, inwieweit diese Vermutung entkr\u00e4ftet werden kann (z. B. durch die Behauptung, der Wagen werde nicht privatgenutzt, oder auch durch die Tatsache, dass ein weiteres Fahrzeugzur Verf\u00fcgung stand, das jedenfalls auch privat genutzt wurde). G wurde vom Betriebspr\u00fcfer aufgefordert, ab dem Jahr 2019 B\u00fccher zu f\u00fchren (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AO\/141.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 141 AO: Buchf&uuml;hrungspflicht bestimmter Steuerpflichtiger\">\u00a7 141 AO<\/a>). Problematisch war, ob Eink\u00fcnfte nach \u00a7 15EStG oder <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/18.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 18 EStG [Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit]\">\u00a7 18 EStG<\/a> (\u201e\u00e4hnlicher Beruf\u201c?) erzielt werden. Kam manzu <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/15.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 15 EStG: Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb\">\u00a7 15 EStG<\/a>, waren in der Folge die Umsatz- und Gewinngrenzen des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AO\/141.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 141 AO: Buchf&uuml;hrungspflicht bestimmter Steuerpflichtiger\">\u00a7 141 AO<\/a> subsumieren. Das Finanzamt war der Auffassung, G sei einzeln und nicht zusammen zu veranlagen (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/26.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 26 EStG: Veranlagung von Ehegatten\">\u00a7\u00a7 26 ff. EStG<\/a>). G war im Jahr 2016 bis November mit seiner Frau S verheiratet, wobei diese im Juni aus der gemeinsamen Ehewohnung auszog und im Dezember 2016 ihren neuen Lebensgef\u00e4hrten heiratete.G lebte seit Juli 2016 mit Herrn M in einer gemeinsamen Wohnung.Mit diesem begr\u00fcndete er im Januar 2017 eine eingetragene Lebenspartnerschaft. Insofern war eine Zusammenveranlagung mit M erst ab 2017 m\u00f6glich (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/2.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2 EStG: Umfang der Besteuerung, Begriffsbestimmungen\">\u00a7\u00a7 2<\/a> VIII, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/26b.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 26b EStG: Zusammenveranlagung von Ehegatten\">26b EStG<\/a>). Hinsichtlich der Zusammenveranlagung mit S stellte sich das Problem des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/26.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 26 EStG: Veranlagung von Ehegatten\">\u00a7 26 I 2 EStG<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Teil II:\u00a0G wollte gegen die Feststellungen des Betriebspr\u00fcfers vor- gehen. Es war zu diskutieren, wie der Pr\u00fcfungsbericht (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AO\/202.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 202 AO: Inhalt und Bekanntgabe des Pr&uuml;fungsberichts\">\u00a7 202 AO<\/a>) verfahrensm\u00e4\u00dfig zu qualifizieren ist. Da der Einspruch unstatthaft ist (mangels VA-Eigenschaft; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AO\/118.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 118 AO: Begriff des Verwaltungsakts\">\u00a7\u00a7 118<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AO\/347.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 347 AO: Statthaftigkeit des Einspruchs\">347<\/a> I Nr. 1 AO), konnte erst gegen den anschlie\u00dfenden Steuerbescheid vorgegangen werden.Dabei war auch die Frage der ordnungsgem\u00e4\u00dfen Bekanntgabe der Pr\u00fcfungsanordnung (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AO\/122.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 122 AO: Bekanntgabe des Verwaltungsakts\">\u00a7\u00a7 122<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AO\/196.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 196 AO: Pr&uuml;fungsanordnung\">196<\/a> f. AO; Bekanntgabe lag aber vor Pr\u00fcfungsbeginn) unter dem Blickwinkel der evtl. Unverwertbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse und dem erkl\u00e4rten Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/AO\/164.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 164 AO: Steuerfestsetzung unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung\">\u00a7 164 AO<\/a>) zu er\u00f6rtern.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Teil III:\u00a0G hatte im Jahr 2008 ein unbebautes Grundst\u00fcck sowie ein Kontoguthaben geerbt. Beides hielt der Erblasser im Privatverm\u00f6gen (Anschaffung des Grundst\u00fccks im Jahr 1972). Im Jahr 2013 bebaute G das Grundst\u00fcck mit einer Halle; fortan wurde es ausschlie\u00dflich betrieblich genutzt (Einlage zum Teilwert nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/6.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 6 EStG: Bewertung\">\u00a7 6 I Nr. 5 EStG<\/a> und im Anschluss j\u00e4hrliche Abschreibungen der Halle, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/7.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 7 EStG: Absetzung f&uuml;r Abnutzung oder Substanzverringerung\">\u00a7 7 IV EStG<\/a>). Im Jahr 2017 schlug der Blitz in die Halle ein und zerst\u00f6rte sie. Damit musste ihr Restbuchwert als AfaA nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/7.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 7 EStG: Absetzung f&uuml;r Abnutzung oder Substanzverringerung\">\u00a7 7 I 7 EStG<\/a> au\u00dferordentlich abgeschrieben werden. Der verbliebene Grund und Boden des Grundst\u00fccks wurde ver\u00e4u\u00dfert; die Wertsteigerung (seit Einlage) wurde als Gewinn realisiert (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/4.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 4 EStG: Gewinnbegriff im Allgemeinen\">\u00a7 4 III 4 EStG<\/a>). Der Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s aus dem betrieblichen Grundst\u00fcck, weitere betriebliche Barmittel sowie der Spekulationsgewinn aus einem privaten Aktiengesch\u00e4ft (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/20.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 20 EStG [Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen]\">\u00a7 20 II Nr. 1 EStG<\/a>) wurden in den Kauf eines gr\u00f6\u00dferen betrieblich genutzten Lagergrundst\u00fccks reinvestiert. Mit Blick auf den Anteil aus dem Privatverm\u00f6gen lag er- neut eine Einlage vor. Dar\u00fcber hinaus musste G zum Erwerb ein Darlehen aufnehmen, so dass zu er\u00f6rtern war, wie Zins, Tilgung und Damnum (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/EStG\/11.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 11 EStG [Vereinnahmung und Verausgabung]\">\u00a7 11 II S. 3-6 EStG<\/a>) beim \u00a7 4 III-Rechner zu behandeln sind.<\/p>\n<\/div>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei dem nachfolgenden Klausurprotokoll handelt es sich um das Ged\u00e4chtnisprotokoll einer echten Klausur vom Juli 2018 im zweiten Staatsexamen in Bayern. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. [\/vc_column_text][vc_column_text] Pr\u00fcfungsfach:\u00a0 \u00d6ffentliches Recht [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Ged\u00e4chtnisprotokoll:&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2223,2221,1711,55],"tags":[],"class_list":["post-13172","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2-staatsexamen-klausurprotokoll","category-klausurprotokoll","category-offentliches-recht-rechtsgebiet","category-magazin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13172"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13172\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14024,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13172\/revisions\/14024"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}