{"id":13189,"date":"2018-12-06T15:00:39","date_gmt":"2018-12-06T14:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/examensrelevant.de\/?p=13189"},"modified":"2021-04-19T10:01:42","modified_gmt":"2021-04-19T08:01:42","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-rheinland-pfalz-vom-november-2018-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-rheinland-pfalz-vom-november-2018-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Rheinland Pfalz vom November 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Rheinland Pfalz im November 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<a href=\"http:\/\/juridicus.de\" target=\"_blank\" class=\"\"><img decoding=\"async\" class=\"img-with-animation \" data-delay=\"0\" height=\"100%\" width=\"100%\" data-animation=\"fade-in\" src=\"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/juridicus-examensrelevant.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">6,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Wahlfach<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">7,2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">9,0<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>aktuelle F\u00e4lle,\u00a0ZPO und materielles Zivilrecht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:\u00a0<\/strong><u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/HGB\/17.html\">\u00a717 HGB<\/a><\/u><strong>, <u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/InsO\/80.html\">\u00a780 InsO<\/a><\/u>, <u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/160.html\">\u00a7160 ZPO<\/a><\/u>, <u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/127a.html\">\u00a7127a BGB<\/a><\/u><\/strong><u><\/u><u><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">\u00a0Diskussion, verfolgt Zwischenthemen<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfer kn\u00fcpfte an unserer Pr\u00fcfung im \u00f6ffentlichen Recht und fragte uns, wie ein Vergleich im Zivilverfahren geschlossen werden kann, welche Formerfordernisse einzuhalten sind. Es ging konkret um einen Grundst\u00fccks\u00fcberlassungsvertrag, der Gegenstand eines Vergleichs gewesen ist. Pr\u00fcfer fragte zun\u00e4chst, welchem Formerfordernis ein solcher \u00dcberlassungsvertrag gen\u00fcgen muss (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/311b.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 311b BGB: Vertr&auml;ge &uuml;ber Grundst&uuml;cke, das Verm&ouml;gen und den Nachlass\">\u00a7 311b I 1 BGB<\/a> \uf0e0 notarielle Beurkundung). Weiterhin wollte er von uns wissen, wieso ein gerichtlicher Vergleich einen solchen Vertrag zum Gegenstand haben kann, wenn der Vertrag doch der notariellen Beurkundung bedarf (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/127a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 127a BGB: Gerichtlicher Vergleich\">\u00a7 127a BGB<\/a> \uf0e0 notarielle Beurkundung wird durch gerichtlichen\u00a0Vergleich ersetzt). Ferner fragte Pr\u00fcfer, auf welche Art und Weise ein gerichtlicher Vergleich zustande kommen kann (in der m\u00fcndlichen Verhandlung, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/160.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 160 ZPO: Inhalt des Protokolls\">\u00a7 160 I, II, III Nr. 1 ZPO<\/a>; au\u00dferhalb der m\u00fcndlichen Verhandlung, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/278.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 278 ZPO: G&uuml;tliche Streitbeilegung, G&uuml;teverhandlung, Vergleich\">\u00a7 278 VI ZPO<\/a>). Hierzu wollte er wissen, welcher Sinn und Zweck mit dem Formerfordernis des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/278.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 278 ZPO: G&uuml;tliche Streitbeilegung, G&uuml;teverhandlung, Vergleich\">\u00a7 278 VI 1 ZPO<\/a> verfolgt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschluss diktiert uns Pr\u00fcfer einen recht kurzen, aber doch sehr verwirrenden Fall:<br \/>\nDer Insolvenzverwalter I (\u00fcber das Verm\u00f6gen des X-GmbH) reichte beim zust\u00e4ndigen Gericht eine\u00a0Klage \u00fcber 15.000 Euro ein. Beklagter ist laut Klageschrift Herr Willy Kaufmann, Inhaber der Kaufmann e.K. Zur Klageschrift reichte der Insolvenzverwalter diverse Rechnung und Belege ein, die allesamt auf Willy Kaufmann, Inhaber der Kaufmann e.K. ausgestellt waren. Noch vor Zustellung der Klage \u00fcbertragt Willy Kaufmann das Handelsgesch\u00e4ft auf seinen Sohn Anton Kaufmann. Die Klage wird jedoch dem Willy Kaufmann per PZU zugestellt. Der Anton Kaufmann erf\u00e4hrt hiervon sp\u00e4ter. Gemeinsam haben wir die L\u00f6sung des Falles erarbeitet, wobei Pr\u00fcfer einzelne Pr\u00fcfungspunkte nutzte, um allgemeine Fragen zum Zivilverfahrensrecht zu stellen.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer wollte von uns wissen, wer Beklagter ist und wieso der Inhaber einer Firma unter seiner Firma verklagt werden kann (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/HGB\/17.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 17 HGB\">\u00a7 17 II HGB<\/a>). Wer ist Beklagter? Dies bestimmt sich nach dem formellen Parteibegriff. Zur Auslegung haben wir den Wortlaut und den Parteiwillen herangezogen. Letztendlich kamen wird zu dem Ergebnis, dass richtiger Beklagter der Anton Kaufmann ist. Wir sprachen den Pr\u00fcfungspunkt Prozessf\u00fchrungsbefugnis an. Wir sollten herausarbeiten, wieso der Insolvenzverwalter prozessf\u00fchrungsbefugt ist (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/InsO\/80.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 80 InsO: &Uuml;bergang des Verwaltungs- und Verf&uuml;gungsrechts\">\u00a7 80 I InsO<\/a>; Partei kraft Amtes bzw. gesetzliche\u00a0Prozessstandschaft). Der Pr\u00fcfer wollte wissen, was eine Prozessstandschaft auszeichnet\u00a0(Prozess im eigenen Namen \u00fcber ein behauptetes fremdes Recht), welche Arten von\u00a0Prozessstandschaft es gibt (gesetzliche und gewillk\u00fcrte). Wir sollten Beispiele f\u00fcr die gesetzliche Prozessstandschaft nennen (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/265.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 265 ZPO: Ver&auml;u&szlig;erung oder Abtretung der Streitsache\">\u00a7 265 ZPO<\/a>) und was die Voraussetzungen einer gewillk\u00fcrten\u00a0Prozessstandschaft sind (Erm\u00e4chtigung, \u00dcbertragbarkeit des Rechts bzw. seine Geltendmachung, eigenes schutzw\u00fcrdiges Interesse, kein Rechtsmissbrauch). Ferner fragte uns der Pr\u00fcfer, ob die folgende Konstellation als rechtsmissbr\u00e4uchlich zu bewerten:<br \/>\nA tritt seine Forderung an seine Ehefrau ab, diese tritt als Kl\u00e4gerin der abgetretenen Forderung auf, damit sie ihren Ehemann A als Zeugen benennen kann (nach BGH (-)).<br \/>\nSchlie\u00dflich sollten wir den Unterschied zwischen einer Klage im Rahmen einer Prozessstandschaft und einer Klage nach einer Inkassozession erkl\u00e4ren (Inkassozession: Kein Fall der Prozessstandschaft, weil Prozess im eigenen Namen \u00fcber ein behauptetes eigenes Recht, also Normalfall einer Klage). Wir stellten fest, dass die Zustellung an den Willy Kaufmann fehlerhaft gewesen ist (vgl. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/182.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 182 ZPO: Zustellungsurkunde\">\u00a7 182 II Nr. 1\u00a0ZPO<\/a>). Allerdings k\u00f6nnte dieser Fehler durch Erlangung der Kenntnis von der Klageschrift durch den\u00a0Anton Kaufmann nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/189.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 189 ZPO: Heilung von Zustellungsm&auml;ngeln\">\u00a7 189 ZPO<\/a> geheilt worden sein. Dies erfordert nach dem Wortlaut des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/189.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 189 ZPO: Heilung von Zustellungsm&auml;ngeln\">\u00a7 189 ZPO<\/a> jedoch, dass dem eigentlichen Zustellungsadressat das zuzustellende Dokument tats\u00e4chlich zugeht. Das war vorliegend nicht der Fall.<br \/>\nIch w\u00fcnsche dir ganz viel Erfolg und Gl\u00fcck f\u00fcr deine anstehende m\u00fcndliche Pr\u00fcfung!<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Rheinland Pfalz im November 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2025,2010,55,1703],"tags":[],"class_list":["post-13189","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-zivilrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13189","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13189"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13189\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15826,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13189\/revisions\/15826"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13189"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13189"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13189"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}