{"id":13561,"date":"2019-02-13T09:00:01","date_gmt":"2019-02-13T08:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=13561"},"modified":"2021-04-19T09:57:19","modified_gmt":"2021-04-19T07:57:19","slug":"gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-1-staatsexamen-saarland-vom-august-2018-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-1-staatsexamen-saarland-vom-august-2018-2\/","title":{"rendered":"Ged\u00e4chtnisprotokoll einer echten Klausur zum 1. Staatsexamen &#8211; Saarland vom August 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden Klausurprotokoll handelt es sich um das Ged\u00e4chtnisprotokoll einer <strong>echten Klausur vom August 2018 im ersten Staatsexamen im Saarland.<\/strong>\u00a0Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsfach:\u00a0 Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Ged\u00e4chnisprotokoll:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">A ist geb\u00fcrtiger Libanese und betreibt in Mainz ein Elektronikgesch\u00e4ft f\u00fcr Elektronikger\u00e4te und Freizeitartikel. B hat, trotz seiner Zugeh\u00f6rigkeit zur Neonazi- und Hooliganszene schon h\u00e4ufiger Gesch\u00e4fte mit A get\u00e4tigt,\u00a0da er den g\u00fcnstigen Preisen nicht widerstehen konnte. Zuletzt hatte er sich einen Smart-TV bei A gekauft. Wegen einem von au\u00dfen nicht erkennbaren Defekts, ist jedoch kein Bild zu empfangen. Da sich B eine solche Schlamperei\u00a0nicht gefallen lassen m\u00f6chte, geht er in den Laden des A. Er hat das defekte Ger\u00e4t wieder in seiner Originalverpackung dabei. B tr\u00e4gt sein szenetypisches Outfit (Bomberjacke, Springerstiefel und Glatze). Er p\u00f6belte im Gesch\u00e4ft\u00a0zun\u00e4chst rum und erkl\u00e4rt, A betreibe einen Sauladen, hier in Deutschland ginge sowas nicht und er wolle sofort sein Geld zur\u00fcck. B geht davon aus, dass man in Deutschland bei einem Defekt sofort sein Geld zur\u00fcckerhalte.<br \/>\nA erkl\u00e4rt B er k\u00f6nne gern ein anderes Ger\u00e4t haben, er habe das gleiche Model der Marke Sony noch vorr\u00e4tig auf Lager. Hiervon will B nichts wissen und fordert das Geld heraus. Mutig fordert A den B zum Verlassen des Gesch\u00e4ftes auf.<br \/>\nB weigert sich einige Minuten lang und sagt er werde so lange bleiben und weiter \u00c4rger machen, bis er sein Geld erhalten hat. Hierbei stellt sich B &#8211; der schon von Natur aus eine beeindruckende Figur hat &#8211; aufrecht\/auffordernd [so \u00e4hnlich] hin.<br \/>\nB geht hierbei davon aus, dass auch dieses Handeln noch vom Anspruch erfasst sei.\u00a0 Er will wegen seiner laufenden Bew\u00e4hrung in keinem Fall gewaltt\u00e4tig werden und h\u00e4lt sich f\u00fcr seine Verh\u00e4ltnisse zur\u00fcck. A gibt das Geld indes nicht heraus, sondern ruft die Polizei. Darauf verschwindet B. Ein Freund des B, der R, ist Fachanwalt f\u00fcr Strafrecht und Stra\u00dfenverkehrsrecht. Er hat wegen zu h\u00e4ufiger Verst\u00f6\u00dfe gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen ein dreimonatiges Fahrverbot erhalten. Daher bittet er seinen Freund B ihn zum Flughafen Frankfurt zu fahren. B wollte den Audi des R schon immer mal fahren und sagt zu. Wegen Baustellen muss er durch einige Nebenstra\u00dfen fahren.<br \/>\nHierbei h\u00e4lt er sich an die zul\u00e4ssige H\u00f6chstgeschwindigkeit von 30km\/h. In einer engen Kurve st\u00f6\u00dft er gegen einen Seitenspiegel eines parkenden Golfs. Dieser verbiegt sich nach hinten und auch die T\u00fcr des Golfs wird leicht verschrammt.<br \/>\nDa B keine Lust hat auszusteigen, bittet er den R nachzusehen. Dieser erkennt den Schaden sofort und sch\u00e4tzt ihn -zutreffend- auf 2000\u20ac. Er biegt schnell den Spiegel des Golfs zurecht und sagt dem B es sei nicht schlimm,\u00a0da er seinen Flug nicht verpassen m\u00f6chte. Er sagt ihm der Schaden beliefe sich auf maximal 15\u20ac und bei einem so geringen Schaden m\u00fcsse man nicht warten. B glaubt dem R und f\u00e4hrt weiter. Obwohl B am Flughafen\u00a0einige Kaffees mit R trinkt, ist er in Folge einer Nachtfahrt in der vorangegangenen Nacht extrem m\u00fcde. Dennoch macht er sich nach dem Abflug des R auf den R\u00fcckweg nach Mainz. Unterwegs \u00fcberholt er mit zu geringem Abstand einen betrunkenen Radfahrer O. Dieser bricht unerwartet nach links aus und wird von B erfasst. Er erleidet hierbei eine Kopfverletzung. B erkennt zutreffend, dass diese Verletzung lebensgef\u00e4hrlich ist. Er erkennt auch\u00a0zutreffend, dass er sofort Hilfe ben\u00f6tigt und die Spuren am Tatort nicht auf einen Unfall schlie\u00dfen lassen. Obwohl er \u00fcber sein Prepaidhandy nicht identifizierbar ist und einen anonymen Notruf t\u00e4tigen k\u00f6nnte, tut er dies nicht,<br \/>\nweil er jegliche M\u00f6glichkeit der Strafverfolgung vermeiden will. Er setzt sich in den Audi und f\u00e4hrt davon.\u00a0 O verstirbt an den Verletzungen. Er h\u00e4tte bei sofortigem Handeln gerettet werden k\u00f6nnen. Der Unfall w\u00e4re auch bei\u00a0einem \u00dcberholen mit korrektem Abstand eingetreten. Wie haben sich B und R strafbar gemacht? Aufgabe 2 Im Verfahren gegen B erhebt dessen Anwalt einen Antrag auf Ablehnung des vorsitzenden Richters wegen Besorgnis\u00a0der Befangenheit. Er legt hierbei dar, er sei bei seinen Recherchen auf dessen \u00f6ffentlichen Facebook-Account gesto\u00dfen. Auf seinem Profilbild sei dieser mit einem T-Shirt bekleidet auf dem steht &#8222;Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause- JVA&#8220;. Hierbei h\u00e4lt er ein Bier in der Hand und sitzt auf seiner Terrasse. Darunter steht oben auf der Seite &#8222;Richter am OVG Mainz&#8220; und darunter &#8222;1996-heute&#8220;. In einem Kommentar zu dem Bild schrieb der Richter &#8222;das ist mein- wenn du rauskommst, bin ich in Rente Blick&#8220;. Ein anderer Nutzer kommentierte &#8222;Verk\u00e4ufer f\u00fcr schwedische Gardienen&#8220;, was zwei Mal gelobt wurde.<br \/>\nDer Vorsitzende \u00e4u\u00dferte sich hierzu nicht. Der f\u00fcr die Pr\u00fcfung zust\u00e4ndige Richter lehnte das Ersuchen mit der Begr\u00fcndung ab, das Privatleben des V sei nicht relevant und au\u00dferdem sei der Beitrag eindeutig humoristisch.<br \/>\nIst das Ersuchen auf Ablehnung begr\u00fcndet? Bearbeitervermerk:\u00a0 Die Aufgaben 1 und 2 sind gutachterlich zu pr\u00fcfen. Es ist auf alle aufgeworfenen Fragen einzugehen. Delikte nach \u00a7\u00a7<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 211 StGB: Mord\">211<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/221.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 221 StGB: Aussetzung\">221<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/185.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 185 StGB: Beleidigung\">185<\/a>-192 und <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 223 StGB: K&ouml;rperverletzung\">223<\/a>-227 StGB sind nicht zu pr\u00fcfen.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden Klausurprotokoll handelt es sich um das Ged\u00e4chtnisprotokoll einer echten Klausur vom August 2018 im ersten Staatsexamen im Saarland.\u00a0Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. 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