{"id":13578,"date":"2019-02-21T12:00:57","date_gmt":"2019-02-21T11:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=13578"},"modified":"2021-04-19T09:55:42","modified_gmt":"2021-04-19T07:55:42","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-bayern-vom-dezember-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-bayern-vom-dezember-2018\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Bayern vom Dezember 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Bayern im Dezember 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong>\u00a0Rechtsmittel,\u00a0materielles Recht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:\u00a0<\/strong>\u00a0<u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/259.html\">\u00a7259 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/771.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/257.html\">\u00a7257 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/771.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/296.html\">\u00a7296 StPO<\/a><\/u><u><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort Diskussion, h\u00e4lt Reihenfolge ein, l\u00e4sst Meldungen zu, verfolgt Zwischenthemen, l\u00e4sst sich ablenken<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer teilte zun\u00e4chst einen kleinen Fall aus, der am Ende der Pr\u00fcfung wieder eingesammelt wurde (Laut seiner Aussage nach der Pr\u00fcfung wird auch nie der selbst Fall zwei Mal gepr\u00fcft. Er sammelt den auch nur ein, weil er nicht m\u00f6chte, dass der durch die Gegend schwirrt.):<br \/>\nAm 2.3.2017 wurde der T vom Amtsgericht N\u00fcrnberg aufgrund eines Gest\u00e4ndnisses im Rahmen einer Verst\u00e4ndigung zu 100 Tagess\u00e4tzen a 15 Euro verurteilt. Er hat sich dahingehend eingelassen, dass er am 5.9.2016 einen Wettschein von jemandem bekommen hat, den dieser \u2013 wie T wusste \u2013 illegal erworben (Einbruchsdiebstahl) hat. Mit diesem begab sich T am 28.9.2016 in eine Sportsbar, um ihn einzul\u00f6sen. Ausbezahlt wurde jedoch nichts, da es sich um eine Niete handelte.<br \/>\nDieses Urteil wurde, nachdem Rechtsmittel eingelegt wurden, aufgehoben und es erging am 26.2.2018 erneut ein Urteil vom Amtsgericht N\u00fcrnberg in welchem der Angeklagte sich jedoch anders eingelassen hat. Er habe den Wettschein auf dem Boden gefunden und das Ergebnis des Spieles, auf das gesetzt wurde, gegoogelt. Er hat dann herausgefunden, dass der Wettschein wertlos ist, wollte sich jedoch einen Scherz erlauben und sei deshalb mit einer Maske in die Sportsbar, um zu sehen, wie die Leute darauf reagieren.<br \/>\nDas Gericht hielt das f\u00fcr eine Schutzbehauptung und verurteilte den Angeklagten wie im vorherigen Urteil auch.<br \/>\nZun\u00e4chst war nun die Frage, wie es sein kann, dass nach einem Rechtsmittel wieder das Amtsgericht urteilt. Das war eigentlich der Hauptschwerpunkt unserer Pr\u00fcfung, weil es ziemlich lang gedauert\u00a0hat, bis wir auf die L\u00f6sung gekommen sind, dass es sich eigentlich nur um eine Sprungrevision handeln kann, da bei einer Berufung ein Urteil des Landgerichts als quasi neue zweite\u00a0Tatsacheninstanz ergangen und eben nicht zur\u00fcck verwiesen worden w\u00e4re. Das nutzte der Pr\u00fcfer um den Instanzenzug, die allgemeinen Voraussetzungen von Berufung und Revision und die m\u00f6glichen R\u00fcgen (Verfahrensr\u00fcge\/Sachr\u00fcge und deren Unterscheide) abzupr\u00fcfen. Hierbei kamen hin und wieder kleine Detailfragen, die durch eine falsche oder ungenaue Antwort von uns entstanden. So wollte er beispielsweise genaueres \u00fcber das Bayerische Obsterste Landgericht wissen, nachdem\u00a0ein Pr\u00fcfling f\u00e4lschlicherweise behauptete, dass es bereits jetzt schon f\u00fcr Revisionen der amtsgerichtlichen Urteile zust\u00e4ndig ist. Zwar war richtig, dass es seine T\u00e4tigkeit im September bereits aufgenommen hat, jedoch nur in Zivilsachen. In Strafrecht wird das erst Anfang 2019 der Fall sein.<br \/>\nDanach wollte er wissen wegen welchem Delikt denn \u00fcberhaupt verurteilt wurde. Es wurde die Hehlerei genannt. Dazu sollten die Tatbestandsvoraussetzungen gepr\u00fcft werden. Dann sollten wir den Versuch schematisch durchpr\u00fcfen und auch, ob der Wettschein \u00fcberhaupt taugliche\u00a0Hehler Sache sein kann (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/90.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 90 BGB: Begriff der Sache\">\u00a7 90 BGB<\/a>, verk\u00f6rperter Sachwert des Gewinns etc.). Hierbei musste einfach ein bisschen diskutiert werden, wobei es ihm nach meinem Daf\u00fcrhalten gar nicht direkt auf die richtige L\u00f6sung ankam, sondern eher darauf, dass wir gute Argumente liefern. Der Pr\u00fcfer wollte anschlie\u00dfend noch wissen zu welcher Kategorie die Hehlerei geh\u00f6rt (Verm\u00f6gensdelikt), was das Besondere an dem Delikt ist (Vort\u00e4ter kann nicht Hehler sein) und ob wir einen anderen Tatbestand kennen, der \u00e4hnlich zu Hehlerei ist. Es wurde die Beg\u00fcnstigung genannt und der Pr\u00fcfer fragte was die Beg\u00fcnstigung ist und wollte vor allem auf den Unterschied zur Hehlerei hinaus.<br \/>\nAufgrund der \u201ekurzen\u201c Pr\u00fcfungszeit konnte der Pr\u00fcfer glaube ich nicht das abfragen, was er eigentlich gerne wollte, weil wir einfach zu lange mit dem prozessualen Teil gebraucht haben. Der Pr\u00fcfer ist stark auf bestimmte Schlagw\u00f6rter fixiert, die er gerne h\u00f6ren m\u00f6chte und reitet dann auch so lange auf dem Thema rum, bis dieses gefunden wird. Angst braucht man aber keine vor ihm zu haben, er bleibt auch bei denkbar ung\u00fcnstigen Antworten ruhig und versucht einen wieder auf den richtigen Weg zu lenken. Etwas irritierend ist, dass es teilweise einfach die Frage, bzw. das Themengebiet abbricht, sobald er merkt, dass der Pr\u00fcfling damit zurechtkommt. Dabei gibt er die Frage dann nicht frei, sondern stellt dem Pr\u00fcfling eine andere Frage. Scheut euch auch nicht, einfach mal nachzufragen, was er genau mit seiner Frage meint, oder ob er bitte die Frage anders formulieren k\u00f6nnte. Meiner Meinung nach wertet er das nicht negativ, sondern gibt sich M\u00fche, dass der Pr\u00fcfling auch wei\u00df, auf was es ankommt.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Bayern im Dezember 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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