{"id":13623,"date":"2019-03-26T12:00:08","date_gmt":"2019-03-26T11:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=13623"},"modified":"2021-04-18T15:00:32","modified_gmt":"2021-04-18T13:00:32","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-bayern-vom-januar-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-bayern-vom-januar-2019\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Bayern vom Januar 2019"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Bayern im Januar 2019<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"567\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">7,9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">15<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<td width=\"76\">5<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">9,8<\/td>\n<td width=\"76\">6,3<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">9,3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">9,22<\/td>\n<td width=\"76\">5,39<\/td>\n<td width=\"76\">10,6<\/td>\n<td width=\"76\">7,3<\/td>\n<td width=\"76\">8,14<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>aktuelle F\u00e4lle<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Zeugnisverweigerungsrecht,\u00a0Zeuge vom H\u00f6ren Sagen,\u00a0Mord,\u00a0Heimt\u00fccke<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:\u00a0<\/strong><u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\">\u00a7211 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/212.html\">\u00a7212 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/20.html\">\u00a720 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/52.html\">\u00a752 StPO<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/252.html\">\u00a7252 StPO<\/a><\/u><u><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort Diskussion, h\u00e4lt Reihenfolge ein, l\u00e4sst Meldungen zu, verfolgt Zwischenthemen,\u00a0<span style=\"line-height: 1.5;\">Fragestellung klar<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer begann mit einem Einstieg in die StPO.<br \/>\nHierzu schilderte er einen Fall. M war wegen versuchten Mordes an F angeklagt. Die\u00a0Hauptverhandlung beginnt. Zun\u00e4chst macht F w\u00e4hrend der Hauptverhandlung ihre Aussage, jedoch wird ihr das alles zu viel und sie will nicht mehr aussagen.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer fragte, wie der Richter in einer solchen Situation vorgehen k\u00f6nnte. Hierbei ging ich auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/52.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 52 StPO: Zeugnisverweigerungsrecht der Angeh&ouml;rigen des Beschuldigten\">\u00a7 52 Abs. 1 StPO<\/a>, konkret Nr. 2 ein. Der F &#8211; Ehefrau des M &#8211; stand ein Zeugnisverweigerungsrecht zu. Der Pr\u00fcfer wollte wissen, ob der Richter sich hiermit zufriedengeben w\u00fcrde. Ich sprach an, dass man an den Ermittlungsrichter als &#8222;Zeugen vom H\u00f6rensagen&#8220; denken k\u00f6nnte, aber die Probleme rund um den 252 StPO zu ber\u00fccksichtigen sind. Anschlie\u00dfend ging die Diskussion um den 252 StPO. Hierzu wurden die Ausnahmen und die Ausnahme der Ausnahme diskutiert. Insbesondere legte der Pr\u00fcfer Wert auf Verst\u00e4ndnis dieser Norm. Die Kenntnis der Rechtsprechung zu dieser Norm ist empfehlenswert. Er wollte wissen, wie die geforderte Zusatzvoraussetzung einer &#8222;qualifizierten Belehrung&#8220; des Zeugen in dieser Situation nicht unbedingt erforderlich w\u00e4re. Der Unterschied zu anderen Konstellationen ist, dass bei diesen grunds\u00e4tzlich ein &#8222;Fehler&#8220; gemacht wurde, w\u00e4hrend dies beim Zeugen von H\u00f6ren-Sagen nicht der Fall ist.<br \/>\nAnschlie\u00dfend wechselten wir zum materiellen Strafrecht. Auch hierzu diktierte der Pr\u00fcfer einen Fall:<br \/>\nT beschlie\u00dft E zu t\u00f6ten. T ist der Exfreund von E. Die E hat einen Sohn. Diesen lockt T in eine Gartenlaube und nimmt dem Sohn den Wohnungsschl\u00fcssel ab.<br \/>\nSodann begibt T sich zur Wohnung der E. E rechnet nicht mit dem Erscheinen des T, sondern denkt sich das ihr Sohn nach Hause kommt und ist v\u00f6llig \u00fcberrascht, als T im Wohnzimmer steht.<br \/>\nT hat eine Schreckschusspistole dabei. Er zielt auf T und teilt E mit, dass er ihren Sohn in seiner\u00a0Gewalt hat. In Sorge um ihr Kind verh\u00e4lt sich E ruhig. T schl\u00e4gt der E mit der flachen Hand gegen den Kopf. Anschlie\u00dfend begibt sich T in die K\u00fcche und holt ein Messer. Dieses Messer sticht er in E ihr Bauch. E stirbt durch Verbluten.<br \/>\nWie hat sich T nach dem StGB strafbar gemacht? Das Tatgeschehen rund um den Sohn soll nicht er\u00f6rtert werden, sondern stellt lediglich eine Vorgeschichte dar.<br \/>\nDie Mitpr\u00fcflinge erw\u00e4hnten sofort die \u00a7\u00a7 212, 211 und welche Mordmerkmale in Betracht k\u00e4men. Zudem wurde erw\u00e4hnt, in welchem Verh\u00e4ltnis diese Normen zueinanderstanden.<br \/>\nBesonderes Augenmerk lag auf dem Mordmerkmal der Heimt\u00fccke. Zu diskutieren war, ob dieses Mordmerkmal erf\u00fcllt ist. Zun\u00e4chst wurde angemerkt, dass eine restriktive Auslegung geboten sei.<br \/>\nAlle Mitpr\u00fcflinge bejahten das Vorliegen der Heimt\u00fccke. Ich stand dem kritisch gegen\u00fcber, denn zum Zeitpunkt als T mit dem Messer auf E einstach, war diese nicht mehr arglos. Dies gefiel dem Pr\u00fcfer sehr gut. Er fragte in welchen F\u00e4llen der BGH den Zeitpunkt der Arglosigkeit vorverlagert. Hierzu z\u00e4hlt z. B. die Arglosigkeit des Schlafenden. Bevor weitere Straftatbest\u00e4nde gepr\u00fcft werden konnten, endete die Pr\u00fcfung. Ich w\u00fcnsche euch viel Erfolg. Mit diesem Pr\u00fcfer habt ihr einen echten Gl\u00fccksgriff gelandet.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Bayern im Januar 2019. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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