{"id":13670,"date":"2019-04-09T12:00:53","date_gmt":"2019-04-09T10:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=13670"},"modified":"2021-04-18T14:58:50","modified_gmt":"2021-04-18T12:58:50","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-nrw-vom-november-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-nrw-vom-november-2018\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; NRW vom November 2018"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im November 2018<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"416\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">23<\/td>\n<td width=\"76\">40<\/td>\n<td width=\"76\">47<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">56<\/td>\n<td width=\"76\">73<\/td>\n<td width=\"76\">90<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">5,6<\/td>\n<td width=\"76\">7,3<\/td>\n<td width=\"76\">9,0<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Zwangsvollstreckung; ZPO<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong><u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/823.html\">\u00a0<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/812.html\">\u00a7812 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/280.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1247.html\">\u00a71247 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/280.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/280.html\">\u00a7280 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/280.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/684.html\">\u00a7684 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/280.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/816.html\">\u00a7816 BGB<\/a><\/u><u><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein, verfolgt Zwischenthemen<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer stellte zun\u00e4chst einen Grundfall, den er sp\u00e4ter modifizierte.<br \/>\nEin Gl\u00e4ubiger hat eine Forderung in H\u00f6he von 1000 Euro gegen den Schuldner. Er erwirkte einen Titel und beauftragte den Gerichtsvollzieher diesen Titel zu vollstrecken.<br \/>\nAn dieser Stelle befragte er uns zur ZPO. Was ist ein Titel? Welche Arten von Titeln gibt es? (z.B. Urteil, Vergleich, Mahnbescheid, notarielle Unterwerfungserkl\u00e4rung) Dann eine Frage zum Schuldanerkenntnis (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/780.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 780 BGB: Schuldversprechen\">\u00a7\u00a7780,781 BGB<\/a>) und zum Anerkennungsurteil (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/307.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 307 ZPO: Anerkenntnis\">\u00a7307 ZPO<\/a>).<br \/>\nDann wurde der Fall modifiziert: Der Gerichtsvollzieher nimmt bei dem Schuldner eine Armbanduhr. Diese wird versteigert und 500 Euro werden erzielt, davon gehen 450 Euro zur Befriedigung an den Gl\u00e4ubiger. Die Armbanduhr geh\u00f6rte aber eigentlich dem D. Was kann D tun?<br \/>\nZun\u00e4chst haben wir \u00fcber die Drittwiderspruchsklage aus der ZPO gesprochen. Diese ist aber aufgrund der bereits erfolgten Zwangsvollstreckung nicht einschl\u00e4gig. Dann erhielten wir die Information, dass die Uhr 800 Euro wert ist.<br \/>\nDann sollten wir jeder von uns m\u00f6gliche Anspruchsgrundlagen nennen: 812, 816II, 985, GoA, 951, 280, 823 ff., 989, 990. Er hat dann einen Pr\u00fcfling gebeten sich eine Anspruchsgrundlage herauszusuchen und zu pr\u00fcfen.<br \/>\nBegonnen haben wir mit <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/812.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 812 BGB: Herausgabeanspruch\">\u00a7 812 BGB<\/a>. Zun\u00e4chst haben wir die Leistungskondiktion ausgeschlossen. Bei \u00a7 812 I S. 1 2. Alt haben wir \u201eetwas erlangt\u201c bejaht (450 Euro). Sind, um die Eigentumsverh\u00e4ltnisse der Geldscheine zu kl\u00e4ren auf \u00a7 951 etc. eingegangen. Haben aber festgestellt, dass hier die Regelungen zum Pfandrecht Vorrang haben. Pfandrecht ist Recht zum Besitz. Dann wussten wir nicht weiter. Der Pr\u00fcfer erkl\u00e4rte uns dann, dass das Eigentum nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1247.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 1247 BGB: Erl&ouml;s aus dem Pfande\">\u00a7 1247 BGB<\/a> anlog (dingliche Surrogation) auf G \u00fcbergeht. Somit hat G ohne Leistung von D etwas erlangt. Da die Scheine an sich nicht mehr vorhanden sind ist Wertersatz gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/818.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 818 BGB: Umfang des Bereicherungsanspruchs\">\u00a7 818 II BGB<\/a> zu leisten.<br \/>\nAls n\u00e4chstes pr\u00fcften wir die GoA. Wir kamen letztendlich zu dem Ergebnis, dass man wohl gegen den Gerichtsvollzieher nicht vorgehen kann. Auch gegen G hat D keinen Anspruch aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/684.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 684 BGB: Herausgabe der Bereicherung\">\u00a7 684 BGB<\/a>, es fehlt an dem Fremdgesch\u00e4ftswillen.<br \/>\n\u00a7 823 I scheitert, weil der Gerichtsvollzieher nicht dem G zuzurechnen ist. \u00a7 278 gilt nicht f\u00fcr deliktische Anspr\u00fcche.<br \/>\nAuch ein Anspruch aus \u00a7 831 scheitert.<br \/>\n\u00a7 816 II scheiterte auch, wobei ich die Begr\u00fcndung daf\u00fcr ehrlich gesagt nicht verstanden habe.<br \/>\n\u00a7 985 scheiterte mangels einer Vindikationslage.<br \/>\nBei der Pr\u00fcfung von \u00a7989, 990 war zu erw\u00e4hnen, dass hier die Vindikationslage in einem anderen Zeitpunkt vorliegen muss, als bei \u00a7 985. Der Anspruch scheitert aber wegen mangelnder Kenntnis.<br \/>\nAuch <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/285.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 285 BGB: Herausgabe des Ersatzes\">\u00a7 285 BGB<\/a> scheiterte.<br \/>\nDann bekamen wir die Information, dass der Gl\u00e4ubiger wusste, dass die Uhr D geh\u00f6rte. Es war G aber egal.<br \/>\nZun\u00e4chst fragte der Pr\u00fcfer was ein Schuldverh\u00e4ltnis \u00fcberhaupt sei. Es waren vertragliche, vorvertragliche und gesetzliche Schuldverh\u00e4ltnisse anzusprechen.<br \/>\nDann war festzustellen, dass mit dem Zugriff des Gerichtsvollziehers auf die Uhr ein gesetzliches Schuldverh\u00e4ltnis begr\u00fcndet w\u00fcrde. Dann war ein SEA aus dem gesetzlichen Schuldverh\u00e4ltnis nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/280.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 280 BGB: Schadensersatz wegen Pflichtverletzung\">\u00a7 280I BGB<\/a> zu pr\u00fcfen. Eine Pflichtverletzung lag im Wissen des Gl\u00e4ubigers im Zeitpunkt des Zugriffs des Gerichtsvollziehers. Ein Anspruch besteht.<br \/>\nDer Pr\u00fcfer wollte im Folgenden noch eine Abwandlung besprechen: es ist der Anwalt von G der wusste, dass die Uhr D geh\u00f6rt. Es war der Anwalt der f\u00fcr G das ganze\u00a0Zwangsvollstreckungsverfahren betreute. Er stellte fest, dass die Zeit abgelaufen sei.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im November 2018. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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