{"id":13725,"date":"2019-05-16T12:00:13","date_gmt":"2019-05-16T10:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=13725"},"modified":"2021-04-18T14:54:40","modified_gmt":"2021-04-18T12:54:40","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-nrw-vom-maerz-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-nrw-vom-maerz-2019\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; NRW vom M\u00e4rz 2019"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im M\u00e4rz 2019<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"416\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">6,5<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">5,62<\/td>\n<td width=\"76\">6,67<\/td>\n<td width=\"76\">9,3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">9,2<\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff: <\/strong>protokollfest<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>sexuelle N\u00f6tigung, Urkundenf\u00e4lschung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:\u00a0<\/strong> <u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/177.html\">\u00a7177 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/240.html\">\u00a7240 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/267.html\">\u00a7267 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GVG\/29.html\">\u00a729 GVG<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GVG\/24.html\">\u00a724 GVG<\/a><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein, Intensivbefragung Einzelner, Fragestellung klar<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die S hat ihre staatliche Pflichtfachpr\u00fcfung bestanden. Sie muss nun eine Hausarbeit schreiben, und m\u00f6chte bestehen. Sie fragt den Pr\u00e4dikatsjuristen P, ob dieser nicht f\u00fcr sie die Hausarbeit schreiben k\u00f6nne. Dazu war er zwar bereit, aber nur gegen Geschlechtsverkehr. S willigte letztendlich ein, obwohl sie dies nat\u00fcrlich zuerst nicht wollte. Er schreibt f\u00fcr sie die Hausrbeit, die sie dann unterschreibt und einreicht. Letztendlich gehen die beiden in ein Hotel und haben Geschlechtsverkehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Strafbarkeit des P?<br \/>\nGepr\u00fcft wurde Urkundenf\u00e4lschung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/267.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 267 StGB: Urkundenf&auml;lschung\">\u00a7 267 StGB<\/a>. Er wollte dabei die genaue Definition der Urkunde h\u00f6ren. Es wurde dann dar\u00fcber gesprochen, ob die S durch ihre Unterschrift eine unechte Urkunde hergestellt hat. Entscheidend ist dabei, ob \u00fcber den Aussteller get\u00e4uscht wird. Hier ist sie Aussteller, es liegt eine straflose L\u00fcge vor. Somit war die Urkundenf\u00e4lschung zu verneinen.<br \/>\nDann ging es um die Gegenleistung des Geschlechtsverkehrs. Zun\u00e4chst wurde Betrug gepr\u00fcft, dann aber von der Kandidatin doch recht schnell abgelehnt. Sie fand jedoch keine andere Norm. Der Verfasser konnte <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/240.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 240 StGB: N&ouml;tigung\">\u00a7 240 StGB<\/a> nennen, was der Pr\u00fcfer zwar honorierte, ihm aber nicht ausreichte. Er lenkte das Augenmerk auf den Charakter der Gegenleistung. Er sagte ,dass ja hier Geschlechtsverkehr eingefordert wurde. Ich sprach die sexuelle N\u00f6tigung an.<br \/>\nKernpunkt war die Auslegung &#8222;gegen den erkennbaren Willen des Opfers&#8220;. Das ist nicht bereits dann zu bejahen, wenn das Opfer den Geschlechtsakt wie hier eigentlich nicht m\u00f6chte, sondern wenn eine konkrete \u00c4u\u00dferung oder Geste des Opfers vorliegt kurz vorher oder bei dem Geschlechtsverkehr.<br \/>\nDann wurde die N\u00f6tigung gepr\u00fcft. Er wollte eine Definition des Begriffes \u00dcbel h\u00f6ren und wann dieses &#8222;empfindlich&#8220; sei. Die Antwort, &#8222;wenn das Opfer bestimmt wurde&#8220; lie\u00df er zun\u00e4chst gelten, er nahm dann aber den n\u00e4chsten Kandidaten dran, der dann auch die besonnene Selbstbehauptung nannte, die er auch h\u00f6ren wollte.<br \/>\nAuf die Frage nach weiteren Voraussetzungen wurde die Garantenpflicht genannt. Dazu wurde ein anderer Kandidat drangenommen, der sagte, dass nicht durch Unterlassen (dann Garantenpflicht erforderlich) gedroht wurde, sondern mit Unterlassen. Dies best\u00e4tigte der Pr\u00fcfer ausdr\u00fccklich. Dann wurde gefragt, wo eine N\u00f6tigung anzuklagen sei. Amtsgericht Strafrichter, der bis zu einer Straferwartung von zwei Jahren bei Vergehen zust\u00e4ndig ist, N\u00f6tigung hat bis drei Jahre Strafma\u00df. Der Pr\u00fcfer fragte, wo man theoretisch noch anklagen k\u00f6nnte und wollte das Sch\u00f6ffengericht h\u00f6ren.<br \/>\nDann fragte er, was man denn machen k\u00f6nne, wenn ein Richter blind sei. Er wollte auf das Problem der Unmittelbarkeit einer Beweisaufnahme heraus. Kann der Staatsanwalt noch etwas Besonderes beantragen? Er wollte h\u00f6ren, dass es m\u00f6glich sei, einen Erg\u00e4nzungsrichter hinzuzuziehen. Ihm kam es auf Nennung des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GVG\/29.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 29 GVG\">\u00a7 29 GVG<\/a> an. Dann ging er auf das Merkmal des &#8222;Umfang der Sache&#8220; ein und wollte wissen, ob dies auch bei schwieriger Rechtslage der Fall sei. Das ist zu verneinen, denn Richter k\u00f6nnten alles entscheiden und kein Fall d\u00fcrfte zu schwer sein.<br \/>\nEr wollte dann wissen, was sich denn der Gesetzgeber gedacht h\u00e4tte bei der Norm. Er f\u00fchrte den Kandidaten dazu hin, dass die Verhandlungsleitung schwieriger w\u00fcrde und es sinnvoll sei, wenn ein Richter speziell diese \u00fcbernehmen k\u00f6nne und der andere Richter dann auf andere Aspekte achten k\u00f6nnte.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im M\u00e4rz 2019. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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