{"id":13770,"date":"2019-06-11T12:00:18","date_gmt":"2019-06-11T10:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=13770"},"modified":"2021-04-16T12:04:28","modified_gmt":"2021-04-16T10:04:28","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-berlin-vom-maerz-2019-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-berlin-vom-maerz-2019-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Berlin vom M\u00e4rz 2019"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Berlin im M\u00e4rz 2019<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">18<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">18<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Praktisches (L\u00e4sst sich schlecht lernen),\u00a0ZPO,\u00a0Schuld- und Sachenrecht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong><u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/823.html\">\u00a0<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/985.html\">\u00a7985 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/433.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1000.html\">\u00a71000 BGB<\/a><\/u><u><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein, l\u00e4sst Meldungen zu,\u00a0<span style=\"line-height: 1.5;\">Intensivbefragung Einzelner<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer begann mit seiner Lieblingsfrage, inwiefern das GG einen Einfluss auf das Zivilrecht hat. Da wollte er wieder auf den <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/242.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 242 BGB: Leistung nach Treu und Glauben\">\u00a7 242 BGB<\/a> eingehen und h\u00f6ren, dass man durch das Prinzip von Treu und Glauben unter anderem auch Grundrechte pr\u00fcfen bzw. ansprechen kann. Danach wurde es sehr abstrus, da er die Frage stellte, was er als Zivilrechts-Richter denn als erstes bei einer m\u00fcndlichen Verhandlung mache. Wir fingen an in der ZPO zu bl\u00e4ttern und mit verschiedenen Ideen zu kommen (z.B. Anwesenheit der Parteien \u00fcberpr\u00fcfen etc.), er wurde jedoch ungehalten und sagte, dass wir keine Zeit f\u00fcr das Bl\u00e4ttern in der ZPO h\u00e4tten und es ja eigentlich wissen m\u00fcssten. So fragte er einen nach dem anderen ab und gab am Ende selbst die Antwort: \u201eDie Sache ausrufen.\u201c Die n\u00e4chste Frage war dann, was er denn danach mache. Wieder fingen wir an verschiedene Vorschl\u00e4ge zu unterbreiten, die er allesamt ungehalten verneinte. Ich wei\u00df bis heute nicht worauf er hinauswollte. Er lie\u00df sich zudem \u00fcberhaupt nicht auf Versuche ein das Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch auf pr\u00fcfungsrelevante Themen umzuleiten. Zum Beispiel wurde angef\u00fchrt, dass der Richter ein Vers\u00e4umnisurteil erlassen k\u00f6nne, wenn eine der Parteien fehle. Dies sollte das Gespr\u00e4ch auf das Thema der Vers\u00e4umnisurteile umleiten. Er winkt solche Einw\u00e4nde jedoch wortw\u00f6rtlich nur ab und sagt barsch, dass er das jetzt nicht h\u00f6ren wolle. Ein gut gemeinter Rat ist jedoch, sich in Vorbereitung auf seine Pr\u00fcfung in eine m\u00fcndliche Verhandlung zu setzen und dann den Ablauf konkret festzuhalten.<br \/>\nNach der H\u00e4lfte der Zeit teilte er endlich einen Sachverhalt aus, den er schon die gesamte Zeit bei sich hatte (er h\u00e4tte demnach die absolut nicht fruchtbare \u201eZPO\u201c-Pr\u00fcfung vorher abbrechen k\u00f6nnen). Der Fall war recht kurz: A ist mit der B zusammen. A hat einen Hund. Dann trennen sich A und B. A bringt den Hund eines Tages zu B mit den Worten \u201ees ist mir egal, was du jetzt mit dem Hund machst\u201c. Der Hund erkrankt danach und B kommt f\u00fcr die Arztkosten auf in H\u00f6he von 500 Euro. Frage 1: Welche Herausgabeanspr\u00fcche hat A gegen B? Frage 2: Welche Anspr\u00fcche hat B gegen A?<br \/>\nDer Pr\u00fcfer wollte keine kreativen Ideen h\u00f6ren \u2013 wie in vielen Protokollen beschrieben \u2013 sondern wir sind dann relativ schnell auf die Pr\u00fcfung von 985 BGB gekommen. Wir haben uns l\u00e4nger mit der Frage besch\u00e4ftigt, ob A sein Eigentum am Hund aufgegeben hat. Dies wurde vom Pr\u00fcfer dann aber schlussendlich verneint. Danach kamen wir noch auf die Zur\u00fcckbehaltungsrechte der B zu sprechen, wobei der Pr\u00fcfer jedes Mal v\u00f6llig aufgel\u00f6st war, wenn man die Normen nicht sofort benennen konnte, sondern erst einmal im BGB bl\u00e4ttern musste. Demnach sind wir nicht wirklich zur Beantwortung der zweiten Frage gekommen, sondern haben die Anspr\u00fcche der B im Rahmen m\u00f6glicher Einwendungen besprochen. Dann fragte er noch welche Klagem\u00f6glichkeiten A und B h\u00e4tten, wobei er bei der B unbedingt darauf hinauswollte, dass sie eine Widerklage erheben kann. Zu guter Letzt fragte er noch eine \u201eBonusfrage\u201c ab, die darauf abzielte, dass die Frist f\u00fcr die Anspr\u00fcche der B bereits verj\u00e4hrt waren.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Berlin im M\u00e4rz 2019. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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