{"id":14436,"date":"2019-12-12T12:00:58","date_gmt":"2019-12-12T11:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=14436"},"modified":"2021-04-15T08:54:08","modified_gmt":"2021-04-15T06:54:08","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-baden-wuerttemberg-vom-oktober-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-baden-wuerttemberg-vom-oktober-2019\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Baden-W\u00fcrttemberg vom Oktober 2019"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Baden-W\u00fcrttemberg im Oktober 2019<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">5,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Wahlfach<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">6,5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">8,7<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>aktuelle F\u00e4lle<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong>\u00a0Zust\u00e4ndigkeit,\u00a0Raub &#8211; R\u00e4uberische Erpressung<\/p>\n<p><strong>Paragraphen:\u00a0<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\">\u00a7249 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/253.html\">\u00a7253 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/100f.html\">\u00a7100f StPO<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/100a.html\">\u00a7100a StPO<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/9.html\">\u00a79 StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer teilte zun\u00e4chst ein Blatt mit einem kurzen Fall aus. Ein Fall aus seiner Praxis, wie er betonte.<br \/>\nSie sind Staatsanwalt in Mannheim und bekommen einen Anruf von der rum\u00e4nischen Polizei aus Bukarest. Sie teilen mit, dass sie durch die Informationen einer V-Person n\u00e4here Anhaltspunkte davon haben, dass A und B am 30.10.2019 einen Raub\u00fcberfall in der Wohnung des X in Mannheim geplant haben. Dabei sollen 130.000 EUR erbeutet werden.<br \/>\nWeiter ist bekannt, dass A und B einen Flug nach Deutschland gebucht haben. Dieser soll am 29.10.2019 stattfinden. Heute ist der 28.10.2019.<br \/>\nWie werden Sie hierauf reagieren?<br \/>\nZust\u00e4ndigkeit nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/5.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 5 StGB: Auslandstaten mit besonderem Inlandsbezug\">\u00a7 5 ff StGB<\/a> pr\u00fcfen.<br \/>\nHierbei gingen wir n\u00e4her auf den <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/9.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 9 StGB: Ort der Tat\">\u00a7 9 StGB<\/a> ein. Es wurde er\u00f6rtert, dass eigentlich der <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/9.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 9 StGB: Ort der Tat\">\u00a7 9 Abs. 2 S. 1 StGB<\/a> nahe liegt, da die geplante Tat jedenfalls in Mannheim stattfinden soll.<br \/>\nProblem, welche Tat schon \u201ebegangen\u201c worden ist.<br \/>\nVerabredung zu einem Verbrechen, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/30.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 30 StGB: Versuch der Beteiligung\">\u00a7 30 Abs. 2 StGB<\/a>, diese fand in Rum\u00e4nien statt.<br \/>\nMit Unterst\u00fctzung vom Pr\u00fcfer erarbeiteten wir dann, dass \u201eoder an dem nach seiner Vorstellung die Tat begangen werden sollte\u201c in <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/9.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 9 StGB: Ort der Tat\">\u00a7 9 Abs. 2 S. 1 StGB<\/a>, die Versuchsstrafbarkeit abbildet und <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/30.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 30 StGB: Versuch der Beteiligung\">\u00a7 30 Abs. 2 StGB<\/a> dem Stadium eines Versuches \u00e4hnelt und damit das \u201esollte\u201c auch ein \u201esoll\u201c beinhalten muss.<br \/>\nKurz wurden hierbei auch die anderen Teilnahmeformen angesprochen.<br \/>\nDann fragte der Pr\u00fcfer woraus sich die \u00f6rtliche Zust\u00e4ndigkeit der Staatsanwaltschaft Mannheim sonst noch ergeben w\u00fcrde.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GVG\/143.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 143 GVG\">\u00a7 143 GVG<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/7.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 7 StPO: Gerichtsstand des Tatortes\">\u00a7 7 StPO<\/a>.<br \/>\nDie Zust\u00e4ndigkeit wurde also bejaht. Jetzt ruft Sie die deutsche Polizei an und m\u00f6chte A und B observieren lassen. Was machen Sie da?<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/163f.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 163f StPO: L&auml;ngerfristige Observation\">\u00a7 163 f StPO<\/a> wurde diskutiert, Anordnungskompetenz (Abs. 3), Ermittlungsrichter (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/162.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 162 StPO: Ermittlungsrichter\">\u00a7 162 StPO<\/a>) Gefahr im Verzug.<br \/>\nWieder Problem angesprochen mit \u201ebegangen worden ist\u201c, soll auch umfassen \u201ebegangen werden soll\u201c.<br \/>\nPolizei m\u00f6chte nun das Telefon abh\u00f6ren, da sie durch die Observation nicht genug Anhaltspunkte finden konnten. A und B seien mit dem Auto aber schon mehrfach an der Wohnung des X vorbeigefahren.<br \/>\nDie Voraussetzungen des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/100a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 100a StPO: Telekommunikations&uuml;berwachung\">\u00a7 100 a StPO<\/a> wurde besprochen.<br \/>\nRaub ist in \u00a7 100 a Abs. 2 k) genannt.<br \/>\nAuch bei der Telefon\u00fcberwachung l\u00e4sst sich nichts N\u00e4heres herausfinden, jedes Mal, wenn sich die Gespr\u00e4che der Tat n\u00e4hern k\u00f6nnten, wird gesagt, \u201elass das mal lieber \u00fcber WhatsApp oder Skype besprechen\u201c.<br \/>\nDie Voraussetzungen von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/100f.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 100f StPO: Akustische &Uuml;berwachung au&szlig;erhalb von Wohnraum\">\u00a7 100 f StPO<\/a> (Akustische \u00dcberwachung au\u00dferhalb des Wohnraums) wurde besprochen.<br \/>\nIst ein Auto eine Wohnung?<br \/>\nNein, weil ein normales Auto zwar ein zum Betreten durch Menschen bestimmter umschlossener Raum ist, aber jedenfalls ein normales Auto nicht zum Wohnen bestimmt ist. Dennoch erh\u00f6hte Anforderungen, da ein umschlossener Raum vorliegt und eine gewisse Privatheit damit einhergeht.<br \/>\nDann wandelte der Pr\u00fcfer den Fall ab. Tat konnte nicht verhindert werden, A und B gelangen in die Wohnung des X.<br \/>\nSie finden statt den 130.000 EUR in bar die TAN-Liste des X und zwingen diesen dann unter Anwendung von Gewalt zur Herausgabe der TAN-Liste und zur \u00dcberweisung des Betrages mit seinem Online Banking. Strafbarkeit?<br \/>\nHier wurde Raub und r\u00e4uberische Erpressung diskutiert und abgegrenzt.<br \/>\nAm Ende wurde kurz noch ein Computerbetrug genannt.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Baden-W\u00fcrttemberg im Oktober 2019. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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