{"id":14589,"date":"2020-03-19T12:00:45","date_gmt":"2020-03-19T11:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=14589"},"modified":"2021-04-14T18:11:45","modified_gmt":"2021-04-14T16:11:45","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-berlin-vom-februar-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-berlin-vom-februar-2020\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Berlin vom Februar 2020"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Berlin im Februar 2020<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong>\u00a0Schadensersatz und Haftungsrecht, Herausforderungsfall<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong><u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/823.html\">\u00a0<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/823.html\">\u00a7823 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/823.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/253.html\">\u00a7253 BGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/823.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/287.html\">\u00a7287 ZPO<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/823.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/92.html\">\u00a792 ZPO<\/a><\/u><u><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Diskussion, h\u00e4lt Reihenfolge ein, verfolgt Zwischenthemen<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir in den Pr\u00fcfungsraum kamen teilte die Pr\u00fcferin einen Fall aus, der die \u00dcberschrift \u201eDer\u00a0Schwarzfahrer\u201c trug. Sie las den Fall allerdings auch nochmals vor, damit jeder folgen konnte.<br \/>\nV befindet sich im Zug (von irgendwo nach Frankfurt) und h\u00f6rt dort schon lautes Gerangel in einem anderen Abteil mit einem Fahrgast, dem B, der keine Fahrkarte bei sich hat. Als sie in Frankfurt am Bahnhof ankommen, rennt B vor der Polizei davon. Die Polizei war gerade dabei ihn vorl\u00e4ufig festzunehmen und der B war ihnen entwischt.<br \/>\nV m\u00f6chte den B, der schwerer und gr\u00f6\u00dfer ist als er, aufhalten. Dazu stellt er sich einen Meter vom Bahnsteig im B in die Quere. Es kommt zu einem Aufprall, der V landet im Gleisbett, bleibt liegen und muss station\u00e4r behandelt werden. B ist nur leicht verletzt.<br \/>\nV verlangt von B Schmerzensgeld i.H.v. 15.000 \u20ac.<br \/>\nDie Pr\u00fcferin fragte, woraus er dies verlangen k\u00f6nne. Wir fingen an mit 823 BGB. Und es wurde nach der Verletzungshandlung des B gefragt, auch was eine Verletzungshandlung sei (muss beherrscht werden und vom Willen getragen). Danach gingen wir auf die Herausforderungsf\u00e4lle ein und die genauen Voraussetzungen und auch an welcher Stelle diese gepr\u00fcft werden (haftungsbegr\u00fcndende Kausalit\u00e4t). Dabei sind wir auf die Frage nach dem Schutzzweck der Norm eingegangen und die der\u00a0Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen f\u00fcr die sog. Herausforderungsf\u00e4lle. Dabei wurde auch 127 StPO diskutiert und durchgepr\u00fcft, weil V vielleicht das Recht hatte so zu handeln. Dann musste abgewogen werden, ob die Zweck-Mittel-Relation des Verhaltens von V bestand. Hier wurde viel diskutiert, man konnte wahrscheinlich alles vertreten.<br \/>\nSie fragte, wie es mit Selbstjustiz im Zivilrecht aussehe und ob diese erlaubt sei. Dabei ging ein Kandidat auf die Rechtswidrigkeit ein, was ihr sehr gefiel.<br \/>\nDanach gingen wir auf den Schaden ein, sowie das Schmerzensgeld (dessen Funktion, wie wird es bemessen, was ist dabei ausschlaggebend).<br \/>\nDanach wurde dar\u00fcber gesprochen, ob Mitverschulden im Rahmen des Schmerzensgeldes direkt in die Berechnung einflie\u00dft (ja) oder \u00fcber 254. \u00dcber die Angemessenheit wurde lange gesprochen und unterschiedlich bewertet, wiederum war an dieser Stelle alles vertretbar.<br \/>\nSie fragte, was ein Anwalt tun w\u00fcrde, der diesen Anspruch geltend macht. Es Kandidat wies darauf hin, dass zun\u00e4chst zur Zahlung aufgefordert werden muss, um die Folgen des sofortigen\u00a0Anerkenntnisses zu vermeiden, und letztlich einen Rechtsstreit zu umgehen. Dann wurde diskutiert, dass das Schmerzensgeld ins Ermessen des Gerichtes gestellt werden kann und wann man bei Angabe eines Mindestbetrages unterliegen w\u00fcrde (wenn das Gericht 20% drunter geht) und aus welcher Norm man das ableiten kann (\u00a792). Dabei wurde noch gefragt, was man daf\u00fcr f\u00fcr Angaben machen muss. Vor allem die Folgen der Verletzung und die Einschr\u00e4nkung im Leben des Verletzten.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Berlin im Februar 2020. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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