{"id":15032,"date":"2020-09-08T12:00:43","date_gmt":"2020-09-08T10:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=15032"},"modified":"2021-04-14T12:38:57","modified_gmt":"2021-04-14T10:38:57","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-hessen-vom-juni-2020-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-hessen-vom-juni-2020-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Hessen vom Juni 2020"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen im Juni 2020<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"491\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">45<\/td>\n<td width=\"76\">33<\/td>\n<td width=\"76\">72<\/td>\n<td width=\"76\">25<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">10<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">11<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">13<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">8,2<\/td>\n<td width=\"76\">6,5<\/td>\n<td width=\"76\">11,7<\/td>\n<td width=\"76\">4,5<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>protokollfest<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Fremdbesitzerexzess<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong><u>\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/985.html\">\u00a7985 BGB<\/a><\/u><u><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort,\u00a0h\u00e4lt Reihenfolge ein,\u00a0Intensivbefragung Einzelner, hart am Fall<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer begann mit einem Fall: N, der nichtsnutzige Neffe des wohlhabenden O, befand sich in Geldnot. Um seine Miete zu sparen, bat er O, ihm unentgeltlich eines seiner vielen H\u00e4user zur Verf\u00fcgung zu stellen. O lehnte dies erbost ab. Die Haush\u00e4lterin des O hatte jedoch Mitleid mit N, weil sie ihn schon immer gut leiden konnte. Ein paar Tage sp\u00e4ter besuchte sie N und brachte ihm die Schl\u00fcssel zu einem der H\u00e4user des O. Dabei spielte die H dem N vor, O habe seine Meinung ge\u00e4ndert und N k\u00f6nne dort kostenlos wohnen. N, der davon ausging, dass der sehr launische O es sich tats\u00e4chlich anders \u00fcberlegt habe, nahm den Schl\u00fcssel dankbar entgegen und zog in das Haus ein. Einige Wochen sp\u00e4ter verkaufte O das Haus an K und \u00fcbereignete es ihm auch wirksam. Entsetzt stellte dieser fest, dass N das Haus bewohnt. Daraufhin stellte der Pr\u00fcfer die Frage, wie denn die Rechtslage sei. Wir wurden der Reihe nach Anspruchsgrundlagen gefragt. Der erste Pr\u00fcfling, welcher offensichtlich nicht richtig zugeh\u00f6rt hatte, sagte, K k\u00f6nne einen Anspruch auf \u00dcbereignung des Kaufgegenstandes haben, \u00a7 433 I 1. Danach wurde \u00a7 985 genannt und (beim vorletzten Pr\u00fcfling) \u00a7 861. Hier wollte der Pr\u00fcfer gleich mehr h\u00f6ren. Insbesondere lag ihm viel daran, ob f\u00fcr verbotene Eigenmacht eine subjektive Komponente notwendig ist. Trotz schneller und klarer Verneinung hielt er sich sehr lange an diesem Pr\u00fcfungspunkt auf und stellte teilweise Fragen, die sich kaum voneinander unterschieden. Daraufhin wurde \u00a7 985 gepr\u00fcft. Durch ersten Pr\u00fcfling wurde hier wiederum ein Leihvertrag als Recht zum Besitz angesprochen (was nat\u00fcrlich aufgrund der expliziten Weigerung des O v\u00f6llig abstrus ist). Hieran hatte der Pr\u00fcfer besondere Freude, denn er lies den Pr\u00fcfling &#8222;ins Messer laufen&#8220; und noch einige Vorschriften des Leihvertrags erkl\u00e4ren. Schlie\u00dflich wandelte Der Pr\u00fcfer den Fall weiter ab. Der N hatte nun zahlreiche Aufwendungen get\u00e4tigt. Der Teppich wurde gereinigt, neue B\u00fcsche gepflanzt und die Hecken geschnitten. Insoweit pr\u00fcften wir recht unproblematisch \u00a7\u00a7 994, 996. Hier wollte der Pr\u00fcfer nur die Definitionen wissen und gab sich mit einer relativ kurzen &#8211; da unproblematischen &#8211; Subsumtion zufrieden. Ferner fragte er, von wem der N das Geld denn nun verlangen k\u00f6nnte (\u00a7 999) und, ob der Anspruch des O gegen N (welchen er nun erfunden hatte), einer Durchsetzung gegen K entgegenstehen k\u00f6nnte. Folgend besch\u00e4ftigten wir uns mit den Regeln der Gesamtschuld. Er wollte darauf hinaus, dass K nicht mit der Forderung des O gegen N aufrechnen k\u00f6nne. Dies wurde aus seiner urspr\u00fcnglichen Fragestellung allerdings nicht ersichtlich.<br \/>\nSchlie\u00dflich wandelte er den Fall dahingehend ab, dass N nun etwas besch\u00e4digt habe im Haus des O. Er wollte auf die Sperrwirkung des EBV hinaus. Dabei \u00fcbersah er allerdings selbst, dass wir zun\u00e4chst h\u00e4tten \u00a7 992 aufgrund der verbotenen Eigenmacht ansprechen m\u00fcssen. Dies f\u00fchrte zu starker Verwirrung. Schlie\u00dflich wollte er h\u00f6ren, ob uns diese Konstellation nicht komisch vork\u00e4me und ob wir einen Namen f\u00fcr sie h\u00e4tten (Fremdbesitzerexzess). Insgesamt wechselte der Pr\u00fcfer gl\u00fccklicherweise nicht sehr oft zwischen den Abwandlungen. Leider waren diese jedoch ziemlich unpr\u00e4zise (Wie kommt H an den Schl\u00fcssel? etc.).<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hessen im Juni 2020. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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