{"id":15227,"date":"2021-02-04T12:00:52","date_gmt":"2021-02-04T11:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=15227"},"modified":"2021-04-14T09:13:01","modified_gmt":"2021-04-14T07:13:01","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-nrw-vom-dezember-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-nrw-vom-dezember-2020\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; NRW vom Dezember 2020"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im Dezember 2020<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"643\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">5<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">4,875<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">5<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">5,42<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<td width=\"76\">6?<\/td>\n<td width=\"76\">6,4<\/td>\n<td width=\"76\">7,4<\/td>\n<td width=\"76\">8,4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">7,74<\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Verm\u00f6gensdelikte, StPO Grundkenntnisse<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">P<strong>aragraphen: <\/strong><u><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\">\u00a7242 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/265.html\">\u00a7265 StPO<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/266.html\">\u00a7266 StPO<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/24.html\">\u00a724 StPO<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/16.html\">\u00a716 StGB<\/a><\/u><u><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong>Frage-Antwort,\u00a0h\u00e4lt Reihenfolge ein,\u00a0Intensivbefragung Einzelner, verfolgt Zwischenthemen<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer hatte einen Fall ausgeteilt. Auch wenn ich den genauen Wortlaut nicht mehr wei\u00df, ging er etwa so: A und B waren auf dem Weihnachtsmarkt und wollten Gl\u00fchwein trinken. An der Bude des C stand ein Schild mit der Aufschrift &#8222;Gl\u00fchwein 3 Euro&#8220;, auf dem eine dampfende Tasse abgebildet war. Der C als Gl\u00fchweinverk\u00e4ufer hatte die Tassen mit dem weihnachtlichen Motiv extra f\u00fcr diesen Markt anfertigen lassen. Der A, schon mehrfach wegen Diebstahl und Betrug vorbestraft, entschloss sich kurzerhand, die Tasse nicht zur\u00fcckzugeben und steckte die Tasse in seinen Mantel. Er entfernte sich dann vom Markt. Ich sollte mit der Pr\u00fcfung beginnen und zun\u00e4chst den Diebstahl gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 242 StGB: Diebstahl\">\u00a7 242 StGB<\/a> pr\u00fcfen. Hierzu musste zun\u00e4chst der objektive Tatbestand vorliegen und es musste sich um eine fremde bewegliche Sache handeln. Das Merkmal fremd beurteilt sich dabei nach zivilrechtlichen Gesichtspunkten. Hier waren zwei Aspekte entscheidend: Zum einen wollte der Pr\u00fcfer auf die Parallelen zu der Pfandflaschenproblematik hinaus, worauf ich jedoch nicht kam. Weiterhin wollte er \u00fcber eine ggfs. bestehende Ankaufsoption sprechen, die man ggfs. dem von C installierten Schild entnehmen k\u00f6nnte. Eine Ankaufsoption wurde meines Erachtens aus verschiedenen Gr\u00fcnden verneint (hierzu schwammige Erinnerungen), u.a., weil deutlich war, dass der C die Becher extra f\u00fcr den Markt hatte anfertigen lassen und auf die R\u00fcckgabe eines Gro\u00dfteils der Becher angewiesen war. Hinsichtlich der Parallele zu Pfandfaschen wollte der Pr\u00fcfer darauf hinaus, dass bei Pfandflaschen, die in hohem\u00a0Ma\u00dfe individuelle Merkmale aufweisen, das Eigentum beim Verk\u00e4ufer verbleiben soll. Hier waren die Becher f\u00fcr den Gl\u00fchwein entsprechend auch individualisiert, woraus eine Kollegin den Schluss zog, dass das Eigentum beim C verblieben war und somit die Sache fremd war. Dann definierte sie die\u00a0Wegnahme und den Gewahrsamsbruch und kam darauf zu sprechen, dass hier eine\u00a0Gewahrsamsenklave dadurch gebildet wurde, dass der A die Tasse unter seinem Mantel verbarg. Ich sollte dann den subjektiven Tatbestand pr\u00fcfen und pr\u00fcfte zun\u00e4chst den Vorsatz in Bezug auf alle objektiven Tatbestandsmerkmale und schlie\u00dflich die Zueignungsabsicht, die ebenfalls definiert werden sollte. Hierbei fragte Herr Hausen dann noch, was passieren w\u00fcrde, wenn A glauben w\u00fcrde, er d\u00fcrfe die Sache mitnehmen. Nach kurzem hin und her kam ich darauf, dass er dann \u00fcber die Fremdheit der Sache irren w\u00fcrde und mithin ein Irrtum gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/16.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 16 StGB: Irrtum &uuml;ber Tatumst&auml;nde\">\u00a7 16 I StGB<\/a> vorliegen w\u00fcrde, der den\u00a0Vorsatz entfallen lassen w\u00fcrde. Damit war der erste Fall beendet. Ich sollte dann sagen, wo ich als\u00a0Staatsanwalt Anklage erheben w\u00fcrde. Ich antwortete &#8222;zum Strafrichter&#8220; und nannte die Normen im GVG. Dann wollte der Pr\u00fcfer noch Prozessuales pr\u00fcfen und bildete einen kurzen Fall. Hier ging es darum, dass X wegen einer bestimmten Straftat aufgrund eines bestimmten Sachverhalts angeklagt worden war und sp\u00e4ter wegen einer anderen aufgrund eines anderen Sachverhalts verurteilt worden war. Ich habe den Fall nur so halb mitbekommen und kam daher auf die Wahlfestellung, Post- und Pr\u00e4pendenz zu sprechen. Der Pr\u00fcfer machte deutlich, dass er darauf nicht hinauswollte, fragte aber dennoch das ein oder andere zu dem Thema und gab dann die Frage weiter. Eine Kollegin erkl\u00e4rte dann, dass es hier darauf ankomme, ob gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/265.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 265 StPO: Ver&auml;nderung des rechtlichen Gesichtspunktes oder der Sachlage\">\u00a7 265 StPO<\/a> ein Hinweis erteilt werden m\u00fcsse oder eine Nachtragsanklage nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/266.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 266 StPO: Nachtragsanklage\">\u00a7 266 StPO<\/a> erforderlich sei. Hierf\u00fcr komme es darauf an, ob es sich um eine neue prozessuale Tat handle (dann Nachtragsanklage). Hierzu fragte mich der Pr\u00fcfer dann auch nochmal und ich f\u00fchrte das Ganze noch etwas n\u00e4her aus. Hier kam es noch darauf an, dass der Angeklagte der Nachtragsanklage zustimmen muss, was er in der Regel nicht tun wird. Insgesamt war es eine faire Pr\u00fcfung, die aber wohl aufgrund unseres Vorsitzenden bei uns allen mit sehr wenigen Punkten honoriert wurde.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im Dezember 2020. 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