{"id":15282,"date":"2021-03-16T12:00:58","date_gmt":"2021-03-16T11:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=15282"},"modified":"2021-04-14T09:08:38","modified_gmt":"2021-04-14T07:08:38","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-baden-wuerttemberg-vom-januar-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-baden-wuerttemberg-vom-januar-2021\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Baden-W\u00fcrttemberg vom Januar 2021"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Baden-W\u00fcrttemberg im Januar 2021<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"491\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<td width=\"76\">4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">7,1<\/td>\n<td width=\"76\">6,08<\/td>\n<td width=\"76\">6,16<\/td>\n<td width=\"76\">6,<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">18<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Zivilrecht<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Strafrecht<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\u00d6ffentliches Recht<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">7<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">8,33<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">7,5<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"76\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Wohungunseinbruchsdiesbstahl, Versuch, StPO, relative und absolute Antragsdelikte, Sachbesch\u00e4digung und Hausfriedensbruch<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong><u>\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\">\u00a7242 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/243.html\">\u00a7243 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/244.html\">\u00a7244 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/22.html\">\u00a722 StGB<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/23.html\">\u00a723 StGB<\/a><\/u><u><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Frage-Antwort,\u00a0<\/span>h\u00e4lt Reihenfolge ein,\u00a0Intensivbefragung Einzelner, verfolgt Zwischenthemen, l\u00e4sst sich ablenken<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer schilderte einen kurzen Fall. Hier soll der A Kenntnis davon haben, dass E Eigent\u00fcmer eines dreist\u00f6ckigen Hauses sei und im Haus 5 wertvolle Goldm\u00fcnzen aufbewahrt und versteckt hat. Eines Tages verstarb der betagte E und vererbte das gesamte Verm\u00f6gen an seinen Sohn S. Nachdem E verstarb wollte A nun in das Haus einbrechen und die Goldm\u00fcnzen mitgehen lassen, wobei ihm der genaue Verbleib der M\u00fcnzen nicht bekannt war. Dem Erben S wurde. der Schl\u00fcssel \u00fcbergab, ins Haus gegangen ist dieser aber nicht. Hierzu ging der A sodann eines Tages zu dem Haus und begann mit einem Bohrer die Terassent\u00fcr aufzubohren. Als er sodann die T\u00fcr \u00f6ffnen wollte, bemerkte er, dass diese sich nicht \u00f6ffnen lie\u00df, da ein Sicherheitsschloss angebracht war. Hiernach lie\u00df der A von dem weiteren Vorgehen ab. Ob das Sicherheitsschloss ebenfalls aufgebohrt werden k\u00f6nnte, wurde nicht in die Angabe eingebaut.<br \/>\nEin Pr\u00fcfling begann mit der Pr\u00fcfung des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 242 StGB: Diebstahl\">\u00a7 242<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/244.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 244 StGB: Diebstahl mit Waffen; Bandendiebstahl; Wohnungseinbruchdiebstahl\">244 StGB<\/a> was meinerseits schon zu weit vorgegriffen war. Sch\u00f6ner w\u00e4re ein Start des \u00a7\u00a7 242, 243 gewesen, um noch das Problem abzugrasen, ob ein Versuch des Regelbeispiels m\u00f6glich ist. Beanstandet hat der der Pr\u00fcfer dies aber nicht.<br \/>\nZun\u00e4chst wurde die Vollendung ausgeschlossen und allein ein Versuch angesprochen und dieser sodann durchgepr\u00fcft.<br \/>\nSubjektiv pr\u00fcften wir sodann den gesamten TB im Tatenschluss. Problematisiert wurde, ob es noch zu Wohnzwecken benutzt wurde, da der Erblasser E gestorben ist und der S selbst nicht hier wohnte.<br \/>\nWeiters wurde diskutiert ob die Sachen fremd waren. Angesprochen wurde hier die Universalsukzession nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/1922.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 1922 BGB: Gesamtrechtsnachfolge\">\u00a7 1922 BGB<\/a>, womit das Eigentum an den M\u00fcnzen auf den S \u00fcberging.<br \/>\nWeiters problematisiert wurde die Wegnahme und ob noch Gewahrsam bestand. Vorliegend kann ein Toter keinen Gewahrsam mehr aus\u00fcben. Jedoch hatte der S in dem er den Schl\u00fcssel erhielt generellen Herrschaftswillen \u00fcber alle Sachen in diesem Haus. Die Erbenbesitzfiktion nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/857.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 857 BGB: Vererblichkeit\">\u00a7 857 BGB<\/a> begr\u00fcndet gerade keinen Gewahrsam im Strafrecht.<br \/>\nProblematisiert wurde sodann ob der A unmittelbar angesetzt hat. Gepr\u00fcft wurde sodann nach der Gemisch-subjektiv- objektiven Auffassung.<br \/>\nEin Pr\u00fcfling nahm sodann an, dass es noch eines weiteren wesentlichen Zwischenaktes bedarf, genauer da ein Auffinden und Ergreifen der M\u00fcnzen erst noch erfolgen muss. Damit wurde nach ihrer Auffassung noch nicht unmittelbar angesetzt und sie fiel aus der Pr\u00fcfung raus. Der Pr\u00fcfer lie\u00df andere Auffassungen nicht gelten, sondern pr\u00fcfte die Gepr\u00fcfte weiter.<br \/>\nSodann wurden allein noch \u00a7 123 und \u00a7 303 gepr\u00fcft und sodann noch abstraktes Wissen in der StPO abgefragt, zu Ermittlung-, Zwischenverfahren und ob das Gericht an die Anklage gebunden ist, oder ob sie noch von der Auffassung der Staatsanwalt abweichen kann. Er\u00f6rtert wurden die <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/204.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 204 StPO: Nichter&ouml;ffnungsbeschluss\">\u00a7\u00a7 204 ff StPO<\/a> und dass die StA mit Anklageeinreichung nicht mehr Herrin des Verfahrens sei. Sodann wurde noch <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/153.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 153 StPO: Absehen von der Verfolgung bei Geringf&uuml;gigkeit\">\u00a7\u00a7 153 ff StPO<\/a> angesprochen und ob das Gericht auch selbst hiernach einstellen kann aus Opportunit\u00e4tsgr\u00fcnden. Ebenfalls abgefragt wurden relative und absolute Antragsdelikte und das Vorliegen einer echten Prozessvoraussetzung hiernach.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Baden-W\u00fcrttemberg im Januar 2021. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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