{"id":15325,"date":"2021-04-15T12:00:55","date_gmt":"2021-04-15T10:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=15325"},"modified":"2021-04-14T09:01:12","modified_gmt":"2021-04-14T07:01:12","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-nrw-vom-februar-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-nrw-vom-februar-2021\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; NRW vom Februar 2021"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im Februar 2021<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: \u00d6ffentliches Recht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"416\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">Kandidat<\/td>\n<td width=\"76\">1<\/td>\n<td width=\"76\">2<\/td>\n<td width=\"76\">3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Vorpunkte<\/td>\n<td width=\"76\">7,75<\/td>\n<td width=\"76\">5<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Aktenvortrag<\/td>\n<td width=\"76\">8<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch<\/td>\n<td width=\"76\">14<\/td>\n<td width=\"76\">6<\/td>\n<td width=\"76\">12<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote<\/td>\n<td width=\"76\">9,x<\/td>\n<td width=\"76\">5,x<\/td>\n<td width=\"76\">7,x<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">Endnote (1. Examen)<\/td>\n<td width=\"76\">10,x<\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<td width=\"76\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>aktuelle F\u00e4lle<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0<\/strong>Waffenrecht, Rechtsverordnung, Allgemeinverf\u00fcgung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/WasserG\/42.html\">\u00a742 WasserG<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/1.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/VwVG\/35.html\">\u00a735 VwVG<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/1.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/PolG\/14.html\">\u00a714 PolG<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/1.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/VwGO\/80.html\">\u00a780 VwGO<\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/1.html\">, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/VwGO\/68.html\">\u00a768 VwGO<\/a><u><\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:\u00a0<\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">\u00a0<\/span>Frage-Antwort-Diskussion,\u00a0h\u00e4lt Reihenfolge ein,\u00a0Intensivbefragung Einzelner, verfolgt Zwischenthemen, hart am Fall<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach eben genannter kurzer Einleitung schilderte der Pr\u00fcfer folgenden Fall:&gt;<br \/>\nDie Polizei verh\u00e4ngte wegen zahlreicher Gewaltdelikte an zwei Ruhrgebietsbahnh\u00f6fen ein einw\u00f6chiges Waffenverbot. Das Verbot trat am Mittwoch um 14 Uhr in Kraft. Ab sofort sei das Mitf\u00fchren von gef\u00e4hrlichen Werkzeugen verboten, sagte ein Sprecher der Polizei. Das gelte auch f\u00fcr das kleine Schweizer Taschenmesser. An den Bahnh\u00f6fen habe es im vergangenen Halbjahr eine hohe zweistellige Zahl von Delikten gegeben, bei denen Waffen eingesetzt worden seien. Waffenverbotszonen hatte es schon in mehreren NRW-St\u00e4dten gegeben.<br \/>\nWir sollten nun die Perspektive eines Rechtsanwalts einnehmen. Unser Mandat hat ein 8 cm langes Springmesser, das er bei sich f\u00fchren will. Er m\u00f6chte dieses auch mitnehmen, wenn er seine Verwandten mit der Bahn im Ruhrgebiet besucht, und begehrt diesbez\u00fcglich Beratung.<br \/>\nZun\u00e4chst suchten wir nach einer Rechtsgrundlage f\u00fcr das Waffenverbot der Polizei.<br \/>\nHierf\u00fcr wurde zuerst <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/WaffG\/42.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 42 WaffG: Verbot des F&uuml;hrens von Waffen und Messern bei &ouml;ffentlichen Veranstaltungen; Verordnungserm&auml;chtigungen f&uuml;r Verbotszonen\">\u00a7 42 WaffG<\/a> vorgeschlagen. Wichtig war es nun, herauszustellen, dass <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/WaffG\/42.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 42 WaffG: Verbot des F&uuml;hrens von Waffen und Messern bei &ouml;ffentlichen Veranstaltungen; Verordnungserm&auml;chtigungen f&uuml;r Verbotszonen\">\u00a7 42 Abs. 5 WaffG<\/a> lediglich zur Schaffung von Rechtsverordnungen erm\u00e4chtigt und sich allein an die Landesregierungen richtet. Daher sollte nun abgegrenzt werden, ob es sich bei dem Waffenverbot \u00fcberhaupt um eine Rechtsverordnung handelt. Dies war abzulehnen, da es stattdessen eine Allgemeinverf\u00fcgung im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BVwVfG\/35.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 35 BVwVfG: Begriff des Verwaltungsaktes\">\u00a7 35 S. 2 VwVfG<\/a> darstellt. Auch wurde das Verbot hier von der Polizei und nicht von der Landesregierung erlassen. Folglich wurde <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/WaffG\/42.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 42 WaffG: Verbot des F&uuml;hrens von Waffen und Messern bei &ouml;ffentlichen Veranstaltungen; Verordnungserm&auml;chtigungen f&uuml;r Verbotszonen\">\u00a7 42 WaffG<\/a> als Rechtsgrundlage abgelehnt.<br \/>\nSodann wurde herausgestellt, dass das Messer des Mandanten grunds\u00e4tzlich erlaubnisfrei ist. Dies ergab sich aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/WaffG\/2.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2 WaffG: Grunds&auml;tze des Umgangs mit Waffen oder Munition, Waffenliste\">\u00a7 2 WaffG<\/a> iVm. Anlage 1 WaffG. Gem\u00e4\u00df 1.4.1 Anlage 1 WaffG sind n\u00e4mlich Springmesser erlaubnisfrei, wenn die Klinge seitlich aus dem Griff herausspringt und der aus dem Griff herausragende Teil der Klinge h\u00f6chstens 8,5 cm lang ist und nicht zweiseitig geschliffen ist. Vorliegend war die Klinge nur 8cm lang.<br \/>\nAls n\u00e4chstes suchten wir eine weitere Rechtsgrundlage f\u00fcr die Verf\u00fcgung der Polizei. Hierf\u00fcr kamen wir auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BPolG\/14.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 14 BPolG: Allgemeine Befugnisse\">\u00a7 14 BPolG<\/a>. Anhand dessen pr\u00fcften wir die formelle und materielle Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Waffenverbots. Hierbei kamen wir zu dem Ergebnis, dass das Waffenverbot zu unbestimmt war.<br \/>\nAnschlie\u00dfend pr\u00fcfte der Pr\u00fcfer ab, ob wir mit den allgemeinen Rechtsschutzm\u00f6glichkeiten vertraut sind, d. h. Widerspruch, Anfechtungsklage und Eilantrag nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/VwGO\/80.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 80 VwGO [Aufschiebende Wirkung, vorl&auml;ufiger Rechtsschutz]\">\u00a7 80 Abs. 5 VwGO<\/a>. Die einzelnen Detailfragen hierzu sind mir nicht im Ged\u00e4chtnis geblieben, waren aber eher allgemeiner Natur, z. B. wann ein Vorverfahren \u00fcberhaupt erforderlich ist.<br \/>\nAls n\u00e4chstes stellte der Pr\u00fcfer das Problem, was denn geschehe, wenn die Polizei ein neues Waffenverbot erlassen w\u00fcrde. Hierzu sagten wir lediglich die L\u00f6sung, dass der Mandant das Messer so mitf\u00fchren k\u00f6nnte, dass es nicht verwendungsbereit ist, zB in einem verschlossenen Beh\u00e4ltnis im Rucksack oder \u00e4hnliches.<br \/>\nDann waren die 30 Minuten Pr\u00fcfungszeit auch schon vorbei.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Bei den nachfolgenden anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten\u00a0Staatsexamen der\u00a0M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW im Februar 2021. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0Juridicus.de. Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings. 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