{"id":16433,"date":"2022-05-17T12:00:56","date_gmt":"2022-05-17T10:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=16433"},"modified":"2022-05-10T09:24:38","modified_gmt":"2022-05-10T07:24:38","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-berlin-vom-maerz-2022-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-berlin-vom-maerz-2022-2\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Berlin vom M\u00e4rz 2022"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Kandidat<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">1<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Note staatl. Teil 1. Examen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">10,62<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Gesamtnote 1. Examen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">11,33<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsstoff: <\/strong>protokollfest<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>Deliktsrecht, ZPO<\/p>\n<p><strong>Paragraphen: <\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/831.html\">\u00a7831 BGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: <\/span><\/strong>h\u00e4lt Reihenfolge ein, <span style=\"line-height: 1.5;\">Intensivbefragung Einzelner<br \/>\n<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Verlauf der Pr\u00fcfung Hinsichtlich des Vertiefungsgespr\u00e4ches: Ich habe wohl ausnahmsweise mal nicht die typischen Fragen bekommen. &#8211; Was fragen Sie sich, wenn Sie den Fall begutachten? =&gt; wollte auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GVG\/13.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 13 GVG\">\u00a7 13 GVG<\/a> (Zivilrechtsweg) hinaus &#8211; Welche Gerichtszweige kennen Sie noch? =&gt; VerwR\/StrafR\/ArbR\/\u2026 &#8211; Aha, Arbeitsrecht (hatte einen Bezug zum Aktenvortrag), gibt\u2019s da eine eigene Regelung zu? =&gt; Ja, Arbeitsgerichtsgesetz &#8211; Wo ist der Arbeitsvertrag geregelt? =&gt; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/611a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 611a BGB: Arbeitsvertrag\">\u00a7 611a BGB<\/a> Warum da? =&gt; Spezieller Dienstvertrag Hinsichtlich des Fachgespr\u00e4chs: ME begann sehr z\u00fcgig (wir hatten kaum Zeit, uns hinzusetzen und uns einzurichten) und schilderte folgenden Fall: A ist nicht blind, hat unter Vorspiegelung falscher Tatsachen von der Krankenkasse einen Blindenhund (Name: Gangster) bekommen. Diesen f\u00fchrt er immer an der Leine. Eines Tages beim Spazierengehen, Gangster ist wieder angeleint, bei\u00dft dieser v\u00f6llig unvermittelt den X ins Bein, sodass dieser eine Fleischwunde erleidet. Daneben stand die Schwester des X (die Y), die das Geschehen mit ansieht und einen Schock erleidet. X und Y m\u00fcssen von einem Krankenwagen versorgt werden, als Privatversicherte m\u00fcssen sie diese Kosten (zun\u00e4chst) selbst tragen. ME: Mit welcher Frage fangen wir an? =&gt; WER WILL WAS VON WEM WORAUS? ME: Ja, und? =&gt; Anspr\u00fcche X\/Y gegen A.<br \/>\nVertrag\/Vertrauen\/Gesetz. Nur letzteres kommt in Betracht. Wir haben hier ein Tier, also mit \u00a7 833 anfangen. ME: Dann pr\u00fcfen Sie mal. =&gt; A als Tierhalter. Definiert und unproblematisch subsumiert. Der Hund ist auch ein Tier. ME: Was brauchen wir dann? =&gt; Spezifische Tiergefahr. Hier haben wir eine Weile rumgeredet, dass das gerade die Unberechenbarkeit des Tieres war (\u201ev\u00f6llig unvermittelt\u201c). ME: Und weiter? =&gt; Rechtsgutverletzung. Bei X unproblematisch. Eigentlich haben wir bisher X\/Y zusammen gepr\u00fcft, hier sollten wir aber erstmal nur auf X eingehen. Fleischwunde also (+) ME: Und dann? =&gt; Eine Exkulpation k\u00f6nnte in Betracht kommen. Dann m\u00fcsste der Hund ein Hausnutztier sein. ME: Was gibt es au\u00dfer Haus- und Nutztieren? Ich komme vom Land. =&gt; Wilde Tiere ME: Weiter im Fall =&gt; Hund ist Haustier. Diente dies auch dem Erwerb etc. des A? Der Hund war grunds\u00e4tzlich dazu bestimmt, mehr fordert die Norm dem Wortlaut nach nicht. Aber kann A sich wirklich exkulpieren? Er ist nicht blind, also \u201ebenutzt\u201c er den Hund nicht als Nutztier. Hier haben wir alle 3 eine Weile geredet und zu begr\u00fcnden versucht, warum der A sich hier nicht exkulpieren k\u00f6nnen darf. Ergebnis: keine Exkulpation. ME: Was dann? =&gt; Schaden, Differenzhypothese, \u00a7 249 I Naturalrestitution (das w\u00e4re hier das Ungeschehen machen, das geht hier nicht). Abgrenzung \u00a7 249 II und \u00a7 251 I. ME: Ok, und hinsichtlich Y? =&gt; K\u00f6rperverletzung\/Gesundheitssch\u00e4digung bei Schock fraglich, es m\u00fcssen messbare Anzeichen auftreten (Puls, Kreislauf, Schwitzen etc.) ME: Gen\u00fcgt das wirklich? =&gt; Gewisse Erheblichkeit (=&gt; Vokabel) ist n\u00f6tig. Es handelt sich hier um einen mittelbar verursachten unmittelbaren Schaden eines Dritten der Y (im Gegensatz zu \u00a7\u00a7 844 ff.: mittelbarer Drittschaden). Denn wir stellen nicht auf die Verletzung des X ab und Y hat nur finanzielle Einbu\u00dfen erlitten, sondern Y hat selbst eine RG-Verletzung erlitten. ME: Was beachten wir bei Schocksch\u00e4den? =&gt; insb. Schutzzweck der Norm ME: Was fordern ich und der BGH hier? =&gt; nahe Angeh\u00f6rige, verst\u00e4ndlicher Anlass (gravierendes Ereignis), erhebliche Auswirkungen (pathologischer Zustand) So weit ich erinnere, war die Pr\u00fcfung dann zu Ende. Tipps: Es lohnt sich wirklich, die Lieblingsgebiete von ME vorher noch einmal gut anzuschauen: Schuldrecht AT und BT, Deliktsrecht, ZPO. Frau ME leitet sehr freundlich durch die Pr\u00fcfung, wegen fehlender Struktur aber sehr aufmerksam bleiben und gut mitgehen, wenn sie mal abseits der Falll\u00f6sung etwas fragt. Hin und wieder sucht sie nach einem bestimmten Schlagwort\/Vokabel (wie z.B. der Erheblichkeit). Das Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch f\u00fchlt sich sehr viel stockender an, als sich diese Protokolle lesen, das kann man gar nicht so richtig wiedergeben. Also nicht verunsichern lassen, das ist v\u00f6llig normal, auch bei KandidatInnen im gut zweistelligen Bereich. Macht euch keine Sorgen, mit ME habt ihr Gl\u00fcck. Viel Erfolg!<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der <strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Berlin im M\u00e4rz 2022<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht [\/vc_column_text][vc_column_text] Vorpunkte der Kandidaten [\/vc_column_text][vc_column_text] Kandidat 1 Note staatl. Teil 1. Examen 10,62 Gesamtnote 1. Examen 11,33 [\/vc_column_text][vc_column_text] Zur Sache: Pr\u00fcfungsstoff: protokollfest Pr\u00fcfungsthemen: Deliktsrecht, ZPO Paragraphen: \u00a7831 BGB Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: h\u00e4lt Reihenfolge ein, Intensivbefragung Einzelner [\/vc_column_text][vc_column_text] [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2024,2010,55,1703],"tags":[],"class_list":["post-16433","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-zivilrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16433","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16433"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16433\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16435,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16433\/revisions\/16435"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16433"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16433"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16433"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}