{"id":16579,"date":"2022-08-23T12:00:15","date_gmt":"2022-08-23T10:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=16579"},"modified":"2022-08-15T12:46:33","modified_gmt":"2022-08-15T10:46:33","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-baden-wuerttemberg-vom-juli-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-baden-wuerttemberg-vom-juli-2022\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Baden-W\u00fcrttemberg vom Juli 2022"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Kandidat<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">1<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Note staatl. Teil 1. Examen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">5,5<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Gesamtnote 1. Examen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">6,85<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>Abgrenzung Diebstahl und Betrug Dreiecksbetrug<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: <\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/123.html\">\u00a7123 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\">\u00a7242 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\">\u00a7263 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/252.html\">\u00a7252 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/112.html\">\u00a7112 StPO<\/a><\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: <\/strong>Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein, Intensivbefragung Einzelner, Fragestellung klar<strong><br \/>\n<\/strong>[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pr\u00fcferin schilderte den &#8222;Milchkartonfall&#8220;. Der T\u00e4ter hat in einem Kaufhaus eine CD-Platte aus den Verkaufsregalen genommen und dergestalt in den mitgef\u00fchrten Einkaufswagen gelegt, dass sie in Kiste Milch verborgen war. Auf diese Weise konnte die CD-Platte, wie vom T\u00e4ter beabsichtigt, von der Kassiererin nicht gesehen werden. Der T\u00e4ter bezahlte die Waren mit Ausnahme der CD-Platte und schob den Einkaufswagen danach an der Kassiererin vorbei aus dem Kassenbereich hinaus. Zun\u00e4chst wurde auf Diebstahl gem. \u00a7 242 I eingegangen, wobei vorweg die Wegnahme genaustens definiert wurde. Anschlie\u00dfend ging es darum, ob bereits mit dem Verbringen der CD in den Einkaufswagen eine Gewahrsamsenklave geschaffen wurde. Dies wurde letzten Endes mit der Begr\u00fcndung verneint, dass die Ware nicht nahe genug am K\u00f6rper getragen wurde und somit nicht in den Tabubereich gelangt ist, welchen den Menschen umgibt, und die Gewahrsamsenklave begr\u00fcndet. Im Folgenden wurde der offensichtlich angelegte Schwerpunkt diskutiert: die Abgrenzung zwischen Wegnahme und Verm\u00f6gensverf\u00fcgung bzw. Diebstahl gem. \u00a7 242 I und Betrug gem. \u00a7 263 I. Es wurden alle relevanten Argumente genannt (nachzulesen in jedem g\u00e4ngigen Lehrbuch) und bei der Notengebung wurde erw\u00e4hnt, dass wenn man diesen Schwerpunkt nicht erkannt h\u00e4tte, die Pr\u00fcfung freilich in den unteren Notenbereich gerutscht w\u00e4re. \u00dcber die Diskussion hinaus wurde explizit danach gefragt, warum diese Abgrenzung \u00fcberhaupt relevant sei. Die Antwort hierauf waren etwaige Strafzumessungsvorschriften und Qualifikationen. Der besonders schwere Diebstahl wurde angesprochen, aber die gewerbsm\u00e4\u00dfige Begehung schnell abgelehnt. Gefragt wurde anschlie\u00dfend, ob es bei Diebesgut wie einer CD (ca. 10 \u20ac) noch etwas zu beachten gibt. Als Antwort wurde auf \u00a7 243 II als Tatbestandsausschluss und das Antragserfordernis gem. \u00a7 248a eingingen. Die Pr\u00fcferin wollte dabei wissen, ob es bei \u00a7 248a eine Grenze und wo diese liebe. Der Pr\u00fcfling wusste keine Grenze aus dem Kopf und gab an, dass diese wohl im Bereich zwischen 10-50 \u20ac liegen m\u00fcsse. Hiermit gab sich die Pr\u00fcferin zufrieden. Des Weiteren wurde der zweite gro\u00dfe Schwerpunkt des Dreiecksbetrugs diskutiert, wobei auch hier alle relevanten Argumente und Theorien genannt wurde und auch in den Bezug auf diesen bei der Notengebung klar gemacht wurde, dass dieser erkannt werden musst. Zuletzt wurde bei dem Fall auf Folgedelikte wie etwa \u00a7 252 eingegangen. Anschlie\u00dfend wurde der Fall abgewandelt, wobei der T\u00e4ter eine Packung Windeln aufriss, eine Packung Zigaretten darin versteckte und das Loch mit Klebeband zu klebte. Auch hier wurde noch einmal auf die Abgrenzung zwischen Wegnahme und Verf\u00fcgung und insbes. das sachgedankliche Mitbewusstsein eingegangen. Bei der Frage, welche weiteren Delikte in Frage kommen kamen wir auf Hausfriedensbruch gem. \u00a7 123, wobei das tatbestandsausschlie\u00dfende Einverst\u00e4ndnis bejaht wurde, da der T\u00e4ter im vorliegenden Fall nicht als solcher zu identifizieren war (im Gegensatz zu einem maskierten \u00dcberfall). Als letztes Delikt wurde die Urkundenf\u00e4lschung gem. \u00a7 267 gepr\u00fcft. Da die Zeit dr\u00e4ngte ist lediglich der Begriff der Urkunde definiert worden und angemerkt, dass es sich bei den Waren in Verbindung mit dem Etikett um eine zusammengesetzte Urkunde handelt. Die Pr\u00fcfung endete mit der Frage nach den Voraussetzungen der Untersuchungshaft. Hierbei wurde bereits die Nennung von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/112.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 112 StPO: Voraussetzungen der Untersuchungshaft; Haftgr&uuml;nde\">\u00a7 112 StPO<\/a> honoriert und nur oberfl\u00e4chlich die Voraussetzungen genannt.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Baden-W\u00fcrttemberg im Juli 2022<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht [\/vc_column_text][vc_column_text] Vorpunkte der Kandidaten [\/vc_column_text][vc_column_text] Kandidat 1 Note staatl. Teil 1. Examen 5,5 Gesamtnote 1. Examen 6,85 [\/vc_column_text][vc_column_text] Zur Sache: Pr\u00fcfungsthemen: Abgrenzung Diebstahl und Betrug Dreiecksbetrug Paragraphen: \u00a7123 StGB, \u00a7242 StGB, \u00a7263 StGB, \u00a7252 StGB, \u00a7112 StPO Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein, Intensivbefragung Einzelner, Fragestellung klar [\/vc_column_text][vc_column_text]&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2024,2010,55,1715],"tags":[],"class_list":["post-16579","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-strafrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16579","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16579"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16579\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16582,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16579\/revisions\/16582"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16579"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16579"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16579"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}