{"id":17519,"date":"2024-05-18T09:00:28","date_gmt":"2024-05-18T07:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=17519"},"modified":"2024-05-13T10:09:38","modified_gmt":"2024-05-13T08:09:38","slug":"gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-2-staatsexamen-hessen-vom-januar-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-2-staatsexamen-hessen-vom-januar-2024\/","title":{"rendered":"Ged\u00e4chtnisprotokoll einer echten Klausur zum 2. Staatsexamen &#8211; Hessen vom Januar 2024"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsfach: \u00a0Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Ged\u00e4chtnisprotokoll:<\/h2>\n<div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>F\u00fcr den Mandant (M) sollen Revisionsaussichten anwaltlich begutachtet werden. Er wurde durch das Landgericht Kassel zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten wegen versuchten Diebstahls mit Waffen tateinheitlich mit Sachbesch\u00e4digung in zwei F\u00e4llen, sowie Diebstahl in zwei F\u00e4llen, davon in einem Fall tateinheitlich mit Urkundenf\u00e4lschung sowie Urkundenf\u00e4lschung in zwei F\u00e4llen verurteilt. Seine Tante betreibt ein Juweliergesch\u00e4ft und er entschloss sich dieses mit zwei gesondert verfolgten Mitt\u00e4tern zu \u00fcberfallen. Dabei sollten die beiden Mitt\u00e4ter mit einem Mercedes, welchen der Mandant zuvor entwendet hatte, das Schaufenster des Juweliergesch\u00e4ftes einfahren und Luxusuhren entwenden. M selbst sollte in einem weiteren Fahrzeug, welches als Fluchtfahrzeug dient, etwas abseits warten. M rief w\u00e4hrend der Mittagspause in dem Juweliergesch\u00e4ft an, da man sichergehen wollte, dass sich niemand im Gesch\u00e4ft aufh\u00e4lt Nachdem aufgrund des Anrufes feststand, dass sich niemand mehr im Gesch\u00e4ft aufhielt, gab er per WhatsApp den gesondert Verfolgten das Startsignal und diese fuhren gegen das Panzerglas des Juweliergesch\u00e4ftes Das Panzerglas brach jedoch nicht wie geplant. Die gesondert Verfolgten erkannten, dass Sie zwar noch einen zweiten Versuch unternehmen k\u00f6nnten, um das Glas zu durchbrechen, entschlossen sich aber zu fl\u00fcchten, da Passanten aufmerksam wurden und riefen &#8222;wie k\u00f6nnt ihr das nur euren M\u00fcttern antun&#8220;. Dabei nahm M in Kauf, dass der zuvor entwendete Mercedes einen Wertverlust in H\u00f6he von mehr als 50 Prozent durch den Crash erleidet. Der Mercedes wurde am Tatort zur\u00fcckgelassen. Die Beute sollte wie folgt aufgeteilt werden: M 20%, die gesondert Verfolgten jeweils 40%, da deren Risiko h\u00f6her war. Ein paar Tage zuvor hatte M bei einem anderen Fahrzeug die KFZ-Kennzeichen abgeschraubt und diese an seinem eigenen Golf befestigt. Dies tat er, da er sein eigenes KFZ als Fluchtauto benutzen wollte und er so eine Identifizierung durch Halterabfrage verhindern wollte. Die Kennzeichen des anderen Fahrzeugs wollte er im Anschluss daran entsorgen. Der Golf mit den nicht dazugeh\u00f6rigen Kennzeichen diente dann auch wirklich als Fluchtwagen. Hinsichtlich der verfahrensrechtlichen Probleme ist das Folgende wichtig gewesen: M hatte seiner neuen Freundin die Tat mit s\u00e4mtlichen Details geschildert, welche daraufhin zur Polizei gegangen ist und dort gegen ihn ausgesagt hat. Nach der Aussage bei der Polizei verlobten sie sich und die Freundin berief sich in der Hauptverhandlung auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht. M war jedoch bereits verheiratet und erst ein paar Monate vor der Verhandlung aus der Wohnung der Ehefrau ausgezogen. Der Polizeibeamte, welcher die neue Freundin des M vernommen hatte, wurde als Zeuge vom H\u00f6rensagen \u00fcber die Aussage dieser vernommen. Zudem hatte M seiner Tante einen Entschuldigungsbrief geschrieben und in diesem den Tathergang ausf\u00fchrlich geschildert. Die Tante \u00fcbergab den Brief an die Polizei. Vor Gericht verweigerte die Tante jedoch die Aussage mit der Begr\u00fcndung &#8222;Sie m\u00f6chte nicht, dass Stefan (M) bestraft wird&#8220;. Das Gericht verlas den Brief nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/249.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 249 StPO: F&uuml;hrung des Urkundenbeweises durch Verlesung; Selbstleseverfahren\">\u00a7 249 I StPO<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen Klausurprotokoll handelt es sich um das Ged\u00e4chtnisprotokoll einer <strong>echten Klausur vom Januar 2024 im zweiten Staatsexamen in Hessen<\/strong><strong>.<\/strong> Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs <a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsfach: \u00a0Strafrecht [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Ged\u00e4chtnisprotokoll: F\u00fcr den Mandant (M) sollen Revisionsaussichten anwaltlich begutachtet werden. Er wurde durch das Landgericht Kassel zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten wegen versuchten Diebstahls mit Waffen tateinheitlich mit Sachbesch\u00e4digung in zwei F\u00e4llen, sowie Diebstahl in zwei F\u00e4llen, davon in einem Fall tateinheitlich&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2223,2221,55,1715],"tags":[],"class_list":["post-17519","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2-staatsexamen-klausurprotokoll","category-klausurprotokoll","category-magazin","category-strafrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17519","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17519"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17519\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17520,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17519\/revisions\/17520"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17519"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17519"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}