{"id":17706,"date":"2024-09-28T09:00:57","date_gmt":"2024-09-28T07:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=17706"},"modified":"2024-09-19T10:10:06","modified_gmt":"2024-09-19T08:10:06","slug":"gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-2-staatsexamen-hessen-vom-mai-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-2-staatsexamen-hessen-vom-mai-2024\/","title":{"rendered":"Ged\u00e4chtnisprotokoll einer echten Klausur zum 2. Staatsexamen &#8211; Hessen vom Mai 2024"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsfach: \u00a0Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Ged\u00e4chtnisprotokoll:<\/h2>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Der Kl\u00e4ger ist seit Anfang 2019 bei der Beklagten als Kaffeer\u00f6ster t\u00e4tig und bezieht ein Bruttogehalt von etwa 3.000, &#8211; EUR. Die Beklagte besch\u00e4ftigt insgesamt 14 Vollzeitkr\u00e4fte. Der Kl\u00e4ger ist 44 Jahre alt, ledig und kinderlos. In dem Betrieb existiert kein Betriebsrat. Anfang Mai 2023 beantragt der Kl\u00e4ger bei seinem Arbeitgeber einen Erholungsurlaub f\u00fcr den Zeitraum vom 31.08.2023 bis 28.09.2023, welcher ihm noch am selben Tag ohne Vorbehalte genehmigt wird. Ende August erh\u00e4lt die Beklagte einen Gro\u00dfauftrag von einem renommierten Kaffeeunternehmen. Aufgrund dieses Auftrags ist die Arbeitskraft des Kl\u00e4gers unverzichtbar. Deshalb widerruft die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Beklagten Anfang August 2023 den zuvor bewilligten Urlaub des Kl\u00e4gers. Das entsprechende Schreiben wird dem Kl\u00e4ger fristgerecht zugestellt. Am 07. August 2023 teilt der Kl\u00e4ger mit, dass er auf seinem Urlaub bestehe und den Widerruf nicht akzeptiere. Infolgedessen erscheint der Kl\u00e4ger am 31.08.2023 nicht zur Arbeit. Am selben Tag verfasst der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Beklagten eine K\u00fcndigung, die dem Kl\u00e4ger am 01.09.2023 zugestellt wird. Es handelt sich um eine au\u00dferordentliche, fristlose K\u00fcndigung, jedoch ohne Angabe eines K\u00fcndigungsgrundes. Der Kl\u00e4ger hat w\u00e4hrend seines Urlaubs keine Vorkehrungen f\u00fcr den Empfang von E-Mails getroffen. Als er am 28.09.2023 von der K\u00fcndigung erf\u00e4hrt, ist er \u00fcberrascht und wendet sich umgehend an seinen Anwalt. Dieser reicht am 04.10.2023 eine K\u00fcndigungsschutzklage ein. In seiner Klagebegr\u00fcndung macht der Anwalt geltend, dass kein wichtiger Grund f\u00fcr die K\u00fcndigung vorliege. Zudem m\u00fcsse bei einer au\u00dferordentlichen K\u00fcndigung der K\u00fcndigungsgrund im K\u00fcndigungsschreiben genannt werden, weshalb die K\u00fcndigung bereits aus diesem Grund unwirksam sei. Dar\u00fcber hinaus stellt der Kl\u00e4ger einen weiteren Antrag (Schleppnetzantrag), um feststellen zu lassen, dass das Arbeitsverh\u00e4ltnis nicht durch andere K\u00fcndigungen beendet wurde, da im Schreiben vom 01.09.2023 zus\u00e4tzliche K\u00fcndigungen angedeutet wurden. In der Klageerwiderung wendet der Anwalt der Beklagten ein, dass die K\u00fcndigung rechtm\u00e4\u00dfig sei und kein K\u00fcndigungsgrund angegeben werden m\u00fcsse. Au\u00dferdem macht er geltend, dass die K\u00fcndigung aufgrund der versp\u00e4teten Klageerhebung pr\u00e4kludiert sei. Dar\u00fcber hinaus erkl\u00e4rt die Beklagte in ihrem Schriftsatz eine weitere K\u00fcndigung. Diese st\u00fctzt sich auf die Tatsache, dass der Kl\u00e4ger sich im Jahr 2021 unverschuldet bei einem Fahrradunfall verletzt hat. Seitdem erbringe er lediglich 80 % der Arbeitsleistung eines vergleichbaren Mitarbeiters. Die \u00c4nderungsk\u00fcndigung enth\u00e4lt ein Angebot zur Reduzierung des Bruttogehalts von 3.000,- EUR auf 2.400, &#8211; EUR. Der Anwalt der Beklagten ist der Auffassung, dass diese zweite K\u00fcndigung wirksam sei, da der Kl\u00e4ger sie nicht rechtzeitig angefochten habe, wobei der Schleppnetzantrag offenbar falsch ausgelegt wird. Bearbeitervermerk: Das Urteil des Arbeitsgerichts Wiesbaden ist zu entwerfen. Die Entscheidung \u00fcber Kosten, Streitwertfestsetzung sowie die Berufung entf\u00e4llt. Eine ordentliche K\u00fcndigung aufgrund der Abwesenheit des Kl\u00e4gers vom 31.08.2023 bis 28.09.2023 ist nicht zu pr\u00fcfen. Es ist davon auszugehen, dass der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Beklagten Kenntnis \u00fcber den Urlaub des Kl\u00e4gers ab dem 31.08.2023 hatte. Vorschriften des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/612a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 612a BGB: Ma&szlig;regelungsverbot\">\u00a7 612a BGB<\/a>, des AGG sowie europarechtliche Regelungen sind nicht zu ber\u00fccksichtigen. Ein Kalender ist beigef\u00fcgt.<\/p>\n<\/div>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen Klausurprotokoll handelt es sich um das Ged\u00e4chtnisprotokoll einer <strong>echten Klausur vom Mai 2024 im zweiten Staatsexamen in Hessen. <\/strong>Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsfach: \u00a0Zivilrecht [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Ged\u00e4chtnisprotokoll: Der Kl\u00e4ger ist seit Anfang 2019 bei der Beklagten als Kaffeer\u00f6ster t\u00e4tig und bezieht ein Bruttogehalt von etwa 3.000, &#8211; EUR. 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