{"id":18101,"date":"2025-07-17T12:00:16","date_gmt":"2025-07-17T10:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=18101"},"modified":"2025-07-11T12:03:21","modified_gmt":"2025-07-11T10:03:21","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-nrw-vom-juni-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-nrw-vom-juni-2025\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; NRW vom Juni 2025"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Kandidat<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">1<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endpunkte<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">8,4<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endnote<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">8,76<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endnote 1. Examen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">8,6<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>aktuelle F\u00e4lle<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>\u00a0Die Pr\u00fcferin pr\u00fcft F\u00e4lle aus ihrem Alltag, sie ist also weder protokollfest, noch pr\u00fcft sie aktuelle h\u00f6chstrichterliche Rechtsprechung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: <\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/311b.html\">\u00a722 StGB, <\/a><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/311b.html\">\u00a0\u00a732 StGB, $112 StPO, \u00a7239 StGB, \u00a717 StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: <\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Frage-Antwort-Diskussion, Intensivbefragung Einzelner, verfolgt Zwischenthemen, Fragestellung klar<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Strafrecht wurde bei uns zum Schluss gepr\u00fcft. Die Pr\u00fcferin hat im Vorgespr\u00e4ch erw\u00e4hnt, dass sie immer das Thema des Aktenvortrags zuerst pr\u00fcfen l\u00e4sst. Die Pr\u00fcferin schilderte einen Fall: A rennt mit einem K\u00fcchenmesser auf B zu und schreit dabei &#8222;Ich steche dich ab&#8220;. B erleidet dabei bereits Verletzungen. Der J\u00e4ger C bekommt das mit und schie\u00dft auf B. Er trifft ihn im Brustbereich. B kommt dann ins Krankenhaus und liegt zun\u00e4chst im Koma. Zun\u00e4chst ging es um m\u00f6gliche Strafbarkeiten von A und C. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass A sich eines versuchten vors\u00e4tzlichen T\u00f6tungsdeliktes strafbar gemacht hat, auf Mordmerkmale sind wird nicht eingegangen. Im Rahmen der Versuchspr\u00fcfung hat die Pr\u00fcferin explizit gefragt, warum beim Versuch der Tatentschluss vor dem unmittelbaren Ansetzen zu pr\u00fcfen ist. Bei C pr\u00fcften wir ebenfalls ein versuchtes T\u00f6tungsdelikt, wobei die Pr\u00fcferin das Stichwort der Hemmschwellentheorie h\u00f6ren wollte. Hier kamen wir zu dem Ergebnis, dass er durch ein Handeln wegen Nothilfe gerechtfertigt gewesen ist. Wir gingen auf die Frage ein, ob ein Androhen der Waffe oder ein Schuss in einen nicht lebensgef\u00e4hrlichen Bereich vor dem Schuss in die Brustgegend erforderlich war. Anschlie\u00dfend sollten wir uns in die Rolle des Staatsanwaltes begeben. Sie fragte, welche Ma\u00dfnahmen man jetzt ergreifen konnte. Es wurde zun\u00e4chst gesagt, dass das Messer und die Waffe sicherzustellen sein k\u00f6nnen. Darauf wollte sie jedoch nicht hinaus, sodass wir zur Pr\u00fcfung der Untersuchungshaft kamen. Bez\u00fcglich C war nichts zu veranlassen, weil er ja gerechtfertigt war. Bei A lag kein Haftgrund vor, weil er ja im Koma lag. Die Pr\u00fcferin f\u00fchrte den Fall dann fort und sagte, dass die Polizei zwei Beamte vor das Krankenzimmer des A abgestellt habe und A inzwischen aufgewacht war. Eine Verlegung in eine JVA sei nicht gewollt, weil dort keine Kapazit\u00e4ten vorhanden gewesen seien. Ab hier kann ich mich nicht mehr an alles genau erinnern. Wir pr\u00fcften auf jeden Fall, ob man das Vorgehen auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/127.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 127 StPO: Vorl&auml;ufige Festnahme\">\u00a7 127 StPO<\/a> st\u00fctzen kann oder ob es sich um eine pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahme handeln k\u00f6nnte, verneinten dies aber. Es ging dann zun\u00e4chst darum, ob ein Anfangsverdacht der Polizeibeamten wegen Freiheitsberaubung, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/239.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 239 StGB: Freiheitsberaubung\">\u00a7 239 StGB<\/a> vorliegt. Dies verneinten wir im Ergebnis, weil sie von der StA angewiesen wurden den A zu bewachen und daher einem Verbotsirrtum, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/17.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 17 StGB: Verbotsirrtum\">\u00a7 17 StGB<\/a>, Unterlagen. Es ging in dem Teil der Pr\u00fcfung au\u00dferdem darum, ob f\u00fcr die Verwirklichung des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/239.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 239 StGB: Freiheitsberaubung\">\u00a7 239 StGB<\/a> ein tats\u00e4chlicher Fortbewegungswille vorliegen muss oder ein potenzieller Wille reicht. Wir sprachen noch dar\u00fcber, ob eine Strafbarkeit gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/239.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 239 StGB: Freiheitsberaubung\">\u00a7 239 StGB<\/a> in Betracht k\u00e4me, solange der A im Koma lag. Danach pr\u00fcften wir, ob der anweisende StA sich einer Freiheitsberaubung in mittelbarer T\u00e4terschaft hinreichend verd\u00e4chtig gemacht hat und bejahten dies im Ergebnis. Anschlie\u00dfend f\u00fchrte die Pr\u00fcferin den Fall erneut weiter und sagte, dass der Staatsanwalt sich mit dem zust\u00e4ndigen Ermittlungsrichter verst\u00e4ndigt hatte, dass dieser eine Entscheidung \u00fcber die Untersuchungshaft erst ein paar Tage sp\u00e4ter treffen w\u00fcrde, da er vorher noch andere Termine wahrnehmen m\u00fcsse. Hier war die Frage, ob eine Strafbarkeit des Richters wegen Freiheitsberaubung durch Unterlassen vorliegt und ob den Richter eine Pflicht zum Handeln trifft, welche wir im Ergebnis bejahten. Wir diskutierten noch kurz, ob dieses Ergebnis sachgerecht ist, weil A ja die ganze Zeit in seinem Krankenzimmer sa\u00df und nicht den wirklichen Willen hatte, herauszugehen, unabh\u00e4ngig davon, ob eine richterliche Entscheidung vorlag oder nicht. Dann war die Pr\u00fcfung zu ende. Die Pr\u00fcfung klingt wilder, als es wirklich war. Die Pr\u00fcferin hat unterst\u00fctzt, wenn man nicht weiterwusste und wir haben den Fall eher mit ihrer Hilfe erarbeitet. Es ging viel um Wertungsfragen und Argumentation und weniger um auswendig gelerntes Wissen.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten Staatsexamen der <strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW vom Juni 2025.<\/strong>\u00a0Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht [\/vc_column_text][vc_column_text] Vorpunkte der Kandidaten [\/vc_column_text][vc_column_text] Kandidat 1 Endpunkte 8,4 Endnote 8,76 Endnote 1. Examen 8,6 [\/vc_column_text][vc_column_text] Zur Sache: Pr\u00fcfungsthemen: aktuelle F\u00e4lle Pr\u00fcfungsthemen: \u00a0Die Pr\u00fcferin pr\u00fcft F\u00e4lle aus ihrem Alltag, sie ist also weder protokollfest, noch pr\u00fcft sie aktuelle h\u00f6chstrichterliche Rechtsprechung. 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