{"id":18229,"date":"2025-10-02T12:00:44","date_gmt":"2025-10-02T10:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=18229"},"modified":"2025-09-25T11:55:31","modified_gmt":"2025-09-25T09:55:31","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-niedersachsen-vom-august-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-niedersachsen-vom-august-2025\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Niedersachsen vom August 2025"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table style=\"width: 259px;\" width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 175.052px;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Kandidat<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 69.9826px;\">\n<p style=\"text-align: center;\">1<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 175.052px;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endpunkte<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 69.9826px;\">\n<p style=\"text-align: center;\">7,91<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 175.052px;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endnote<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 69.9826px;\">\n<p style=\"text-align: center;\">7,91<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 175.052px;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endnote 1. Examen<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 69.9826px;\">\n<p style=\"text-align: center;\">7,01<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong> aktuelle F\u00e4lle<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong> Zwangsvollstreckung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen:\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/802.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 802 ZPO: Ausschlie&szlig;lichkeit der Gerichtsst&auml;nde\">\u00a7802 ZPO<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: <\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein, verfolgt Zwischenthemen<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00fcfer nahm den zuvor gehaltenen Aktenvortrag als Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr seine Fragen und stieg mit dem Themenkomplex der Vollstreckungsorgane ein. Zun\u00e4chst ging es dabei um das Vollstreckungsgericht. Einer der Kandidaten erkl\u00e4rte, dass es sich hierbei um das Amtsgericht im Gerichtsbezirk handle, in dem die Vollstreckung durchzuf\u00fchren sei. Hervorgehoben wurde zudem, dass es sich hierbei um einen ausschlie\u00dflichen Gerichtsstand handelt. Im Anschluss daran wollte der Pr\u00fcfer auf die Frage hinaus, wer innerhalb des Amtsgerichts f\u00fcr die Vollstreckung zust\u00e4ndig ist, und zielte damit auf die Rolle des Rechtspflegers ab. Daraufhin wandte sich der Pr\u00fcfer der n\u00e4chsten Kandidatin zu. Diese sollte weitere Vollstreckungsorgane nennen. Sie f\u00fchrte den Gerichtsvollzieher an und erl\u00e4uterte, welche Aufgaben diesem zukommen. Dabei ging sie darauf ein, dass der Gerichtsvollzieher Pf\u00e4ndungen vornimmt, Verm\u00f6gensausk\u00fcnfte abnimmt und gegebenenfalls auch Zwangsma\u00dfnahmen durchf\u00fchrt. Sie stellte au\u00dferdem dar, wie die praktische Durchf\u00fchrung einer Vollstreckung durch den Gerichtsvollzieher abl\u00e4uft. Im n\u00e4chsten Schritt kam der Pr\u00fcfer auf das Prozessgericht erster Instanz zu sprechen. Dies wurde von einem weiteren Kandidaten als Vollstreckungsorgan benannt. In diesem Zusammenhang wurde diskutiert, welche Rolle dieses Gericht im Rahmen der Vollstreckung spielt. Besonders vertieft wurde die Frage, wie eine Willenserkl\u00e4rung vollstreckt werden kann. Hierbei stand der Gedanke der Fiktion im Mittelpunkt: Wird eine Willenserkl\u00e4rung nicht abgegeben, kann sie durch gerichtliche Entscheidung ersetzt werden und gilt damit rechtlich als abgegeben. Anschlie\u00dfend lenkte der Pr\u00fcfer das Gespr\u00e4ch auf Unterlassungserkl\u00e4rungen. Thematisiert wurde, wie Ordnungsgeld oder Ordnungshaft in der Vollstreckung eingesetzt werden, um die Befolgung einer Unterlassungsverpflichtung sicherzustellen. Dabei wurde der Charakter dieser Mittel als Druckinstrument verdeutlicht, das darauf abzielt, den Schuldner zum Einhalten des gerichtlichen Tenors zu bewegen. Die vierte Kandidatin sollte sodann ein weiteres Vollstreckungsorgan nennen. Sie nannte das Grundbuchamt, und im Gespr\u00e4ch wurde deutlich, dass dieses im Zusammenhang mit der Zwangsversteigerung von Grundst\u00fccken t\u00e4tig wird. Das Grundbuchamt spielt insofern eine Rolle, als es die notwendigen Eintragungen im Grundbuch vornimmt, um die Vollstreckung in das Grundst\u00fcck durchzuf\u00fchren. Nach diesem Teil leitete der Pr\u00fcfer zu einem aktuellen Fall aus seiner eigenen gerichtlichen T\u00e4tigkeit \u00fcber. Ein kleiner Verein hatte Klage erhoben, um Zugang zu Geb\u00e4uden eines Tochterunternehmens von VW zu erhalten. Zun\u00e4chst stand die \u00dcberlegung im Raum, ob ein solcher Anspruch \u00fcberhaupt bestehen k\u00f6nnte. Einer der Kandidaten \u00e4u\u00dferte, dass einem Verein grunds\u00e4tzlich kein Zutritt gew\u00e4hrt werden m\u00fcsse, da es hierf\u00fcr keine ersichtlichen Gr\u00fcnde gebe, sofern keine ausdr\u00fcckliche gesetzliche oder vertragliche Grundlage vorliegt. Der Pr\u00fcfer erl\u00e4uterte daraufhin, dass es sich um einen Verein handelte, der die Interessen von Arbeitnehmern wahrnehmen sollte. Dies f\u00fchrte zu einem Hinweis auf das Mitbestimmungsgesetz, das bereits Regelungen zur Arbeitnehmervertretung innerhalb von Gesellschaften wie einer GmbH vorsieht. Im weiteren Verlauf wurde die Frage gestellt, aus welchen Grundrechten sich ein solcher Anspruch ableiten lie\u00dfe. Dabei kam insbesondere die Koalitionsfreiheit in Betracht. Daran anschlie\u00dfend wurde er\u00f6rtert, inwieweit Grundrechte unmittelbare Wirkung zwischen Privaten entfalten k\u00f6nnen und ob ein Verein sich darauf berufen k\u00f6nnte. Dies f\u00fchrte zu einer Diskussion \u00fcber den Begriff der praktischen Konkordanz, also das Gebot, kollidierende Grundrechte so in Einklang zu bringen, dass beide m\u00f6glichst weitgehend zur Geltung kommen. Darauf aufbauend kam die Zusatzfrage, wie der Fall zu bewerten w\u00e4re, wenn es sich um einen Verein mit rechtsextremem Hintergrund handelte, also etwa um einen AfD-nahen Zusammenschluss. Damit verbunden war die Problematik, ob und in welchem Umfang auch solchen Gruppen ein Anspruch auf Zugang oder Mitwirkung zustehen kann und wie in diesem Zusammenhang Grundrechte gegeneinander abzuw\u00e4gen sind. Zum Schluss stellte der Pr\u00fcfer noch Fragen zum Beweisrecht. Diskutiert wurde, wie die Mitgliedschaft in einem Verein nachgewiesen werden kann. Die Kandidaten gingen darauf ein, dass eine blo\u00dfe Behauptung regelm\u00e4\u00dfig nicht ausreicht. Erw\u00e4hnt wurde die M\u00f6glichkeit, durch ein Sachverst\u00e4ndigengutachten, etwa mittels Schriftvergleich, die Mitgliedschaft gerichtsfest zu belegen.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten Staatsexamen der <strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Niedersachsen vom August 2025<\/strong>\u00a0Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht [\/vc_column_text][vc_column_text] Vorpunkte der Kandidaten [\/vc_column_text][vc_column_text] Kandidat 1 Endpunkte 7,91 Endnote 7,91 Endnote 1. Examen 7,01 [\/vc_column_text][vc_column_text] Zur Sache: Pr\u00fcfungsthemen: aktuelle F\u00e4lle Pr\u00fcfungsthemen: Zwangsvollstreckung Paragraphen:\u00a0\u00a7802 ZPO Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge ein, verfolgt Zwischenthemen [\/vc_column_text][vc_column_text] [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: Der Pr\u00fcfer&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2025,2010,55,1703],"tags":[],"class_list":["post-18229","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-zivilrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18229","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18229"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18229\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18230,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18229\/revisions\/18230"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18229"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}