{"id":18380,"date":"2026-01-20T12:00:10","date_gmt":"2026-01-20T11:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=18380"},"modified":"2026-01-13T09:56:07","modified_gmt":"2026-01-13T08:56:07","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-nrw-vom-november-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-nrw-vom-november-2025\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; NRW vom November 2025"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table style=\"width: 259px;\" width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 172.65px;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Kandidat<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 71.5687px;\">\n<p style=\"text-align: center;\">1<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 172.65px;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endpunkte<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 71.5687px;\">\n<p style=\"text-align: center;\">10,60<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 172.65px;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endnote<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 71.5687px;\">\n<p style=\"text-align: center;\">11,23<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff: <\/strong>protokollfest<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>Verkehrsdelikte, Teilnahme, Nebent\u00e4terschaft<\/p>\n<p><strong>Paragrafen:\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7315c StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/316.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 316 StGB: Trunkenheit im Verkehr\">\u00a7316 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/142.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 142 StGB: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort\">\u00a7142 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/27.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 27 StGB: Beihilfe\">\u00a727 StGB<\/a>, \u00a722\u00b46 StGB<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/strong> Frage-Antwort-Diskussion, h\u00e4lt Reihenfolge ein, l\u00e4sst Meldungen zu, verfolgt Zwischenthemen, Fragestellung klar[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn hat der Pr\u00fcfer einen kurzen Sachverhalt vorgetragen: M ist mit seiner Partnerin F in einer Kneipe. Dort trinkt M besonders viel. Er hat eine Blutalkoholkonzentration von 1,5 Promille. Nachdem er und seine Partnerin die Kneipe verlassen haben, m\u00f6chte er mit dem Auto zur\u00fcck nach Hause fahren. Seine Partnerin F, die seinen Zustand kennt, besteht auch darauf, dass er sich selbst und sie zur\u00fcck nach Hause f\u00e4hrt. W\u00e4hrend der Fahrt besch\u00e4digt er ein parkendes und wertvolles Auto (einen Porsche, soweit ich mich erinnere) und f\u00e4hrt anschlie\u00dfend weiter, ohne anzuhalten. Zun\u00e4chst wurde nach den m\u00f6glichen Straftaten gefragt. Genannt wurden insbesondere die <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7\u00a7 315c<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315b.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315b StGB: Gef&auml;hrliche Eingriffe in den Stra&szlig;enverkehr\">315b<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/316.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 316 StGB: Trunkenheit im Verkehr\">316<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/303.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 303 StGB: Sachbesch&auml;digung\">303<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/142.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 142 StGB: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort\">142 StGB<\/a>. Anschlie\u00dfend wurde gefragt, wer zuerst gepr\u00fcft werden sollte. Eine Kandidatin antwortete, dass wir mit der Pr\u00fcfung des tatn\u00e4chsten Beteiligten (M) beginnen sollten. Das begr\u00fcndete sie damit, dass F m\u00f6glicherweise Teilnehmerin ist und f\u00fcr die Teilnahme die limitierte Akzessoriet\u00e4t gilt. Der Pr\u00fcfer wollte eine Definition f\u00fcr den Grundsatz der limitierten Akzessoriet\u00e4t der Teilnahme h\u00f6ren. Nach den Ausf\u00fchrungen eines Kandidaten bedeute dies, dass f\u00fcr die Teilnahmestrafbarkeit die vors\u00e4tzlich und rechtswidrig begangene Haupttat eines anderen notwendig sei; auf die Schuld des Hauptt\u00e4ters komme es hingegen nicht an. Der Pr\u00fcfer war mit dieser Antwort nicht ganz zufrieden. Ein anderer Kandidat f\u00fchrte aus, dass die \u201eLimitierung\u201c auch daraus folge, dass nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/28.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 28 StGB: Besondere pers&ouml;nliche Merkmale\">\u00a7 28 StGB<\/a> eine Tatbestandsverschiebung oder Strafmilderung f\u00fcr den Teilnehmer m\u00f6glich sei. Der Pr\u00fcfer gab in der Folge ausdr\u00fccklich zu, dass er die limitierte Akzessoriet\u00e4t der Teilnahme gerne h\u00f6rt und pr\u00fcft. Er sei sich dar\u00fcber im Klaren, dass der Grundsatz in jedem Pr\u00fcfungsprotokoll zu finden sei. Ein Kandidat wollte dann mit der Pr\u00fcfung des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/316.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 316 StGB: Trunkenheit im Verkehr\">\u00a7 316 StGB<\/a> beginnen. Er wurde gefragt, warum er ausgerechnet damit beginnen wollte. Anschlie\u00dfend f\u00fchrte ich aus, dass <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/316.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 316 StGB: Trunkenheit im Verkehr\">\u00a7 316 StGB<\/a> formell subsidi\u00e4r zu <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7 315c StGB<\/a> ist und wir daher mit der Pr\u00fcfung des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7 315c StGB<\/a> beginnen sollten. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315b.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315b StGB: Gef&auml;hrliche Eingriffe in den Stra&szlig;enverkehr\">\u00a7 315b StGB<\/a> wurde mangels eines verkehrsfeindlichen Inneneingriffs kurz verneint. Daraufhin wurde <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7 315c Abs. 1 Nr. 1a, Abs. 3 Nr. 1 StGB<\/a> gepr\u00fcft. Hierbei wollte der Pr\u00fcfer alle relevanten Definitionen h\u00f6ren (Stra\u00dfenverkehr, F\u00fchren eines Fahrzeugs, konkrete Gefahr). Aufgrund einer BAK von 1,5 Promille haben wir die absolute Fahrunt\u00fcchtigkeit angenommen. Wir wurden insbesondere gefragt, was der Unterschied zwischen absoluter und relativer Fahrunt\u00fcchtigkeit ist. Die Frage beantworteten wir damit, dass bei Kraftfahrern f\u00fcr die absolute Fahrunt\u00fcchtigkeit ein Promillewert von 1,1 Promille ausreicht, ohne dass alkoholbedingte Ausfallerscheinungen hinzutreten m\u00fcssen; ab diesem Wert wird die Fahrunt\u00fcchtigkeit unwiderleglich vermutet. Daraufhin nahm ein Kandidat eine konkrete Gefahr f\u00fcr die Beifahrerin F an. Es wurde kurz diskutiert, ob eine m\u00f6gliche Teilnehmerin \u00fcberhaupt ein \u201eanderer Mensch\u201c i.S.d. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7 315c StGB<\/a> sein kann. Das ist umstritten, aber wurde hier angenommen. Anschlie\u00dfend sollte gepr\u00fcft werden, ob eine fremde Sache von bedeutendem Wert gef\u00e4hrdet wurde. Es wurde ausgef\u00fchrt, dass ein bedeutender Wert ab 750 Euro angenommen wird. Ein Kandidat stellte jedoch f\u00e4lschlicherweise pauschal darauf ab, dass es allein auf die Reparaturkosten ankomme. Allerdings muss zun\u00e4chst die betroffene Sache selbst von bedeutendem Wert sein. Das ist hier nat\u00fcrlich der Fall. Fahrl\u00e4ssigkeit bez\u00fcglich der Gef\u00e4hrdung des Porsches und der Beifahrerin wurde bejaht, der Vorsatz bez\u00fcglich der \u00fcbrigen Tatbestandsvoraussetzungen ebenso. Anschlie\u00dfend haben wir im Hinblick auf die Gef\u00e4hrdung der F eine Rechtfertigung durch rechtfertigende Einwilligung gepr\u00fcft. Hierbei wurde insbesondere diskutiert, was durch <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7 315c StGB<\/a> gesch\u00fctzt wird und ob es sich dabei um disponible Rechtsg\u00fcter handelt. Genannt wurden die Sicherheit des \u00f6ffentlichen Stra\u00dfenverkehrs sowie Leben, Gesundheit und Eigentum des Einzelnen. Aufgrund des erstgenannten Rechtsguts wurde die Disponibilit\u00e4t abgelehnt. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/303.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 303 StGB: Sachbesch&auml;digung\">\u00a7 303 Abs. 1 StGB<\/a> wurde mangels Vorsatzes des M abgelehnt. Anschlie\u00dfend wurde <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/142.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 142 StGB: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort\">\u00a7 142 Abs. 1 StGB<\/a> gepr\u00fcft. Auch hier wollte der Pr\u00fcfer wissen, was durch <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/142.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 142 StGB: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort\">\u00a7 142 StGB<\/a> gesch\u00fctzt wird: das private Feststellungsinteresse der Unfallbeteiligten und Gesch\u00e4digten. Zun\u00e4chst wurde der Unfall im Stra\u00dfenverkehr definiert und bejaht. Danach sollte der Unfallbeteiligte definiert und gepr\u00fcft werden; einige haben \u00fcbersehen, dass er in <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/142.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 142 StGB: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort\">\u00a7 142 Abs. 5 StGB<\/a> definiert ist. Sodann ging es um die Frage, ob die Beifahrerin eine taugliche feststellungsbereite Person i.S.d. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/142.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 142 StGB: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort\">\u00a7 142 Abs. 1 Nr. 1 StGB<\/a> ist. Das wurde verneint, da sie als nahestehende Person und m\u00f6glicherweise Tatbeteiligte nicht als geeignet und bereit f\u00fcr Feststellungen angesehen wurde. Daher wurde nur eine Verletzung der Wartepflicht nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/142.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 142 StGB: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort\">\u00a7 142 Abs. 1 Nr. 2 StGB<\/a> angenommen. Vorsatz, Rechtswidrigkeit und Schuld wurden bejaht. Im Nachhinein wollte der Pr\u00fcfer noch wissen, welchen Tatbestand M durch die Weiterfahrt nach der Unfallflucht verwirklichen k\u00f6nnte. Es ist der <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/316.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 316 StGB: Trunkenheit im Verkehr\">\u00a7 316 StGB<\/a>. So fingen wir an, die Strafbarkeit der F zu pr\u00fcfen. Bei der m\u00f6glichen Anstiftung zu <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7 315c Abs. 1 Nr. 1a, Abs. 3 Nr. 1 StGB<\/a> ging es zuerst um die Frage, ob <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7\u00a7 315c Abs. 1 Nr. 1a, Abs. 3 Nr. 1<\/a>, 26 StGB \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, wenn <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/26.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 26 StGB: Anstiftung\">\u00a7 26 StGB<\/a> von einer vors\u00e4tzlich-rechtswidrigen Haupttat spricht und <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7 315c Abs. 3 Nr. 1 StGB<\/a> hinsichtlich der Gef\u00e4hrdung eine Fahrl\u00e4ssigkeitskomponente enth\u00e4lt. Ich habe das mit Verweis auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/11.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 11 StGB: Personen- und Sachbegriffe\">\u00a7 11 II StGB<\/a> bejaht. Eine Anstiftung zu <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7 315c StGB<\/a> wurde dennoch schnell abgelehnt, da M zur Tatbestandsverwirklichung bereits entschlossen war (omnimodo facturus). Nachfolgend wurde <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7\u00a7 315c Abs. 1 Nr. 1a, Abs. 3 Nr. 1<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/27.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 27 StGB: Beihilfe\">27 Abs. 1 StGB<\/a> gepr\u00fcft. \u00c4u\u00dferst umfassend wurde die psychische Beihilfe diskutiert. In unserem Fall wurde sie zwar recht unproblematisch bejaht, da die \u00c4u\u00dferungen der F den Tatentschluss des M best\u00e4rkt haben. Allerdings wurde dann losgel\u00f6st vom Fall festgestellt, dass bei der Beihilfe die Gefahr einer uferlosen Ausdehnung besteht: Man k\u00f6nne doch nicht jeden Beifahrer als Gehilfen bestrafen. Infolgedessen wollte der Pr\u00fcfer wissen, wie man diesem Problem entgegnen k\u00f6nnte. Einige unserer Ideen: sozialad\u00e4quates Handeln stellt grunds\u00e4tzlich keine taugliche Hilfeleistung dar (au\u00dfer Gehilfe hat Vorsatz und erkennt besondere Gefahren), Kausalit\u00e4t etc. Daraufhin wollte jemand die Teilnahme der F an <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/142.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 142 StGB: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort\">\u00a7 142 Abs. 1 Nr. 2 StGB<\/a> pr\u00fcfen. Allerdings wurde gefragt, ob nicht auch eine Nebent\u00e4terschaft m\u00f6glich ist. Nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/142.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 142 StGB: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort\">\u00a7 142 Abs. 5 StGB<\/a> ist Unfallbeteiligter jeder, dessen Verhalten nach den Umst\u00e4nden zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann. Detailliert wurden die Anforderungen an die Nebent\u00e4terschaft jedoch nicht mehr diskutiert. Der Pr\u00fcfer hat zwischendurch sicher noch die eine oder andere Frage gestellt, die ich hier nicht aufgef\u00fchrt habe. Ich kann mich jedoch nicht an alle Einzelheiten erinnern und habe mich bem\u00fcht, den Verlauf des Gespr\u00e4chs bestm\u00f6glich wiederzugeben. Anzumerken ist auch, dass einige Pr\u00fcfungspunkte wirklich lange gepr\u00fcft wurden, weil einige Kandidaten nicht weiterwussten oder eine falsche Antwort gegeben hatten, die zun\u00e4chst diskutiert und korrigiert wurde. Es haben jedoch alle Kandidaten \u2013 auch durch R\u00fcckfragen des Pr\u00fcfers \u2013 ausreichend Raum gehabt, ihre Antworten zu korrigieren. Insgesamt war das Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch im Strafrecht sehr angenehm. Die Fragen waren fair und haben uns die Gelegenheit gegeben, das schlecht gelaufene Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch im Zivilrecht auszugleichen. Ein Kandidat hat im Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch 12 Punkte bekommen, ich 13 Punkte. Wir waren die besten in unserer Gruppe. Der Pr\u00fcfer hat ausdr\u00fccklich betont, dass wir beide unsere Note insbesondere dem Gespr\u00e4ch im Strafrecht zu verdanken haben. Er war in jeder Hinsicht ein Gl\u00fccksgriff. Auch ist mir aufgefallen, dass der Pr\u00fcfer nicht darauf bestand, dass wir stets der Rechtsprechung folgen. Er lie\u00df jede gut begr\u00fcndete und vertretbare Meinung durchgehen. Das merkte man zum Beispiel daran, dass wir den Tatbestand des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7 315c StGB<\/a> auch unter dem Gesichtspunkt bejaht hatten, dass die Beifahrerin trotz ihrer m\u00f6glichen Teilnahme als \u201eanderer Mensch\u201c i.S.d. Tatbestands gef\u00e4hrdet wurde. Ihr solltet euch sicher die limitierte Akzessoriet\u00e4t der Teilnahme n\u00e4her anschauen. Ansonsten sollten die g\u00e4ngigen Definitionen sowie Pr\u00fcfungsschemata sitzen. Auch ein gutes Systemverst\u00e4ndnis wird honoriert. Ich w\u00fcnsche euch viel Erfolg in der Pr\u00fcfung! Ihr schafft das!<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in NRW vom November 2025<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht [\/vc_column_text][vc_column_text] Vorpunkte der Kandidaten [\/vc_column_text][vc_column_text] Kandidat 1 Endpunkte 10,60 Endnote 11,23 [\/vc_column_text][vc_column_text] Zur Sache: Pr\u00fcfungsstoff: protokollfest Pr\u00fcfungsthemen: Verkehrsdelikte, Teilnahme, Nebent\u00e4terschaft Paragrafen:\u00a0\u00a7315c StGB, \u00a7316 StGB, \u00a7142 StGB, \u00a727 StGB, \u00a722\u00b46 StGB Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: Frage-Antwort-Diskussion, h\u00e4lt Reihenfolge ein, l\u00e4sst Meldungen zu, verfolgt Zwischenthemen, Fragestellung klar[\/vc_column_text][vc_column_text] [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2024,2010,55,1715],"tags":[],"class_list":["post-18380","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-strafrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18380","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18380"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18380\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18381,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18380\/revisions\/18381"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18380"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18380"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18380"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}