{"id":18408,"date":"2026-02-12T12:00:24","date_gmt":"2026-02-12T11:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=18408"},"modified":"2026-02-03T12:11:41","modified_gmt":"2026-02-03T11:11:41","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hamburg-vom-januar-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hamburg-vom-januar-2026\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Hamburg vom Januar 2026"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Kandidat<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">1<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endpunkte<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">10,00<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endnote<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">10,75<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endnote 1. Examen<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">6,27<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff: <\/strong>protokollfest<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/316a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 316a StGB: R&auml;uberischer Angriff auf Kraftfahrer\">\u00a7 316a StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: <\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/311b.html\">\u00a7316a StGB, \u00a723 StGB, \u00a7224 StGB, \u00a7252 StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: <\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Frage-Antwort, verfolgt Zwischenthemen<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn der Pr\u00fcfung schilderte der Pr\u00fcfer einen zusammenh\u00e4ngenden Sachverhalt, der schrittweise entwickelt wurde und in mehreren Eskalationsstufen verschiedene strafrechtliche Problemfelder er\u00f6ffnete. Der Fall sollte systematisches Sammeln von Delikten, saubere Subsumtion sowie insbesondere ein vertieftes Verst\u00e4ndnis des Verm\u00f6gensbegriffs und des Verm\u00f6gensschadens pr\u00fcfen. Der Sachverhalt lautete sinngem\u00e4\u00df: A und B steigen gemeinsam in einen Linienbus ein. Sie l\u00f6sen bewusst kein Ticket und haben von Anfang an vor, den Fahrpreis nicht zu bezahlen. Kurz nach dem Einstieg bemerken sie, dass ein Kontrolleur in den Bus einsteigt. A und B beraten sich daraufhin kurz und \u00fcberlegen, dem Kontrolleur zu sagen, der Ticketautomat habe nicht funktioniert. Gleichzeitig entscheiden sie, dass sie notfalls Gewalt anwenden w\u00fcrden, um sich der Kontrolle zu entziehen. Der Busfahrer h\u00e4lt den Bus an, um dem Kontrolleur die Kontrolle zu erm\u00f6glichen. Als der Kontrolleur A und B ansprechen will, treten und schlagen A und B ihn gemeinsam, um fliehen zu k\u00f6nnen. Der Kontrolleur wird verletzt. Kurz darauf trifft die Polizei ein und nimmt A und B vorl\u00e4ufig fest. Die Aufgabe bestand zun\u00e4chst darin, die in Betracht kommenden Straftatbest\u00e4nde zu sammeln und anschlie\u00dfend strukturiert zu pr\u00fcfen. 2. Deliktssammlung Auf Nachfrage des Pr\u00fcfers wurde zun\u00e4chst eine systematische Deliktssammlung vorgenommen. Erwartet wurde eine saubere Trennung zwischen Verm\u00f6gensdelikten, Delikten gegen die k\u00f6rperliche Unversehrtheit und sonstigen einschl\u00e4gigen Straftatbest\u00e4nden. Im Ergebnis wurden insbesondere folgende Normen genannt: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/265a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 265a StGB: Erschleichen von Leistungen\">\u00a7 265a StGB<\/a> (Erschleichen von Leistungen) \u2013 im Zusammenhang mit dem Schwarzfahren <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 223 StGB: K&ouml;rperverletzung\">\u00a7 223 StGB<\/a> (K\u00f6rperverletzung) <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/224.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 224 StGB: Gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzung\">\u00a7 224 StGB<\/a> (Gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung) <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/252.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 252 StGB: R&auml;uberischer Diebstahl\">\u00a7 252 StGB<\/a> (R\u00e4uberischer Diebstahl) <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/255.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 255 StGB: R&auml;uberische Erpressung\">\u00a7 255 StGB<\/a> (R\u00e4uberische Erpressung) <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/316a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 316a StGB: R&auml;uberischer Angriff auf Kraftfahrer\">\u00a7 316a StGB<\/a> (R\u00e4uberischer Angriff auf Kraftfahrer) Der Pr\u00fcfer lenkte die Diskussion schnell auf die Verm\u00f6gensdelikte und die Frage, ob neben oder anstelle von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/265a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 265a StGB: Erschleichen von Leistungen\">\u00a7 265a StGB<\/a> ein Raub- oder raub\u00e4hnliches Delikt in Betracht kommt. Dabei wurde insbesondere problematisiert, ob bereits ein \u201eDiebstahl\u201c im Sinne von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 242 StGB: Diebstahl\">\u00a7 242 StGB<\/a> oder eine \u201eVerm\u00f6gensverf\u00fcgung\u201c vorliegt und worin genau der Verm\u00f6gensschaden bestehen k\u00f6nnte. 3. Pr\u00fcfung der K\u00f6rperverletzungsdelikte (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 223 StGB: K&ouml;rperverletzung\">\u00a7\u00a7 223<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/224.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 224 StGB: Gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzung\">224 StGB<\/a>) a) <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 223 StGB: K&ouml;rperverletzung\">\u00a7 223 StGB<\/a> \u2013 K\u00f6rperverletzung Zun\u00e4chst wurde die K\u00f6rperverletzung angesprochen, da diese den offensichtlichsten Tatbestand darstellt. Tatbestand: A und B traten und schlugen den Kontrolleur. Dadurch wurde dessen k\u00f6rperliche Unversehrtheit beeintr\u00e4chtigt. Eine k\u00f6rperliche Misshandlung liegt vor, wenn das k\u00f6rperliche Wohlbefinden nicht nur unerheblich beeintr\u00e4chtigt wird. Bereits durch das Schlagen und Treten ist diese Voraussetzung eindeutig erf\u00fcllt. Auch eine Gesundheitssch\u00e4digung in Form von Schmerzen oder Verletzungen ist zumindest naheliegend. Kausalit\u00e4t und objektive Zurechnung wurden bejaht, da die Verletzungen unmittelbar auf das Handeln von A und B zur\u00fcckzuf\u00fchren waren. Subjektiver Tatbestand: A und B handelten vors\u00e4tzlich. Ihnen war bewusst, dass sie durch das Treten und Schlagen den Kontrolleur verletzen, und sie nahmen dies zumindest billigend in Kauf. Rechtswidrigkeit und Schuld wurden nicht problematisiert. Rechtfertigungsgr\u00fcnde waren nicht ersichtlich, insbesondere keine Notwehr, da A und B selbst die Situation durch ihr vorheriges Verhalten herbeigef\u00fchrt hatten. b) <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/224.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 224 StGB: Gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzung\">\u00a7 224 StGB<\/a> \u2013 Gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung Der Pr\u00fcfer fragte, ob auch eine Qualifikation nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/224.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 224 StGB: Gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzung\">\u00a7 224 StGB<\/a> in Betracht kommt. Hier wurde insbesondere <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/224.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 224 StGB: Gef&auml;hrliche K&ouml;rperverletzung\">\u00a7 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB<\/a> (gemeinschaftlich begangen) thematisiert. Da A und B gemeinsam auf den Kontrolleur einschlugen und traten, lag ein bewusstes Zusammenwirken vor. Damit war die gef\u00e4hrliche K\u00f6rperverletzung zu bejahen. 4. Verm\u00f6gensdelikte im Zusammenhang mit dem Schwarzfahren a) <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/265a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 265a StGB: Erschleichen von Leistungen\">\u00a7 265a StGB<\/a> \u2013 Erschleichen von Leistungen Zun\u00e4chst wurde gepr\u00fcft, ob sich A und B durch das Einsteigen in den Bus ohne Ticket wegen Erschleichens von Leistungen strafbar gemacht haben. Tatbestand: Die Bef\u00f6rderung im \u00f6ffentlichen Personennahverkehr stellt eine Leistung im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/265a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 265a StGB: Erschleichen von Leistungen\">\u00a7 265a StGB<\/a> dar. A und B nutzten diese Leistung, ohne den Fahrpreis zu entrichten. Problematisiert wurde der Begriff des \u201eErschleichens\u201c. Nach herrschender Meinung gen\u00fcgt ein der \u00e4u\u00dferen Erscheinung nach ordnungsgem\u00e4\u00dfes Verhalten, durch das der Anschein erweckt wird, man erf\u00fclle die Voraussetzungen f\u00fcr die Inanspruchnahme der Leistung. A und B stiegen unauff\u00e4llig ein und verhielten sich wie zahlende Fahrg\u00e4ste. Das gen\u00fcgt. Subjektiver Tatbestand: A und B handelten vors\u00e4tzlich und in der Absicht, das Bef\u00f6rderungsentgelt nicht zu entrichten. Damit war <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/265a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 265a StGB: Erschleichen von Leistungen\">\u00a7 265a StGB<\/a> erf\u00fcllt. Der Pr\u00fcfer wies jedoch darauf hin, dass dieser Tatbestand im weiteren Verlauf von schwereren Delikten verdr\u00e4ngt werden k\u00f6nnte, wenn ein Raub- oder raub\u00e4hnliches Delikt vorliegt. 5. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/252.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 252 StGB: R&auml;uberischer Diebstahl\">\u00a7 252 StGB<\/a> \u2013 R\u00e4uberischer Diebstahl Ein zentraler Schwerpunkt der Pr\u00fcfung lag auf der Frage, ob ein r\u00e4uberischer Diebstahl vorliegt. a) Vortat: Diebstahl Zun\u00e4chst wurde gefragt, ob \u00fcberhaupt ein Diebstahl im Sinne von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 242 StGB: Diebstahl\">\u00a7 242 StGB<\/a> vorliegt. Problem: Beim Schwarzfahren wird keine k\u00f6rperliche Sache weggenommen. Der T\u00e4ter verschafft sich vielmehr eine Dienstleistung. Die Bef\u00f6rderungsleistung ist keine \u201eSache\u201c im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 242 StGB: Diebstahl\">\u00a7 242 StGB<\/a>. Damit scheidet ein Diebstahl als Vortat aus. Der Pr\u00fcfer betonte, dass <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/252.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 252 StGB: R&auml;uberischer Diebstahl\">\u00a7 252 StGB<\/a> zwingend einen vollendeten Diebstahl voraussetzt. Da hier lediglich eine Dienstleistung erschlichen wurde, fehlt es an der erforderlichen Vortat. Folglich wurde <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/252.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 252 StGB: R&auml;uberischer Diebstahl\">\u00a7 252 StGB<\/a> im Ergebnis abgelehnt. 6. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/255.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 255 StGB: R&auml;uberische Erpressung\">\u00a7 255 StGB<\/a> \u2013 R\u00e4uberische Erpressung Der Fokus verlagerte sich daraufhin auf die r\u00e4uberische Erpressung. a) Grundstruktur <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/255.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 255 StGB: R&auml;uberische Erpressung\">\u00a7 255 StGB<\/a> setzt eine Erpressung (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/253.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 253 StGB: Erpressung\">\u00a7 253 StGB<\/a>) voraus, die mit qualifizierten N\u00f6tigungsmitteln (Gewalt oder Drohung mit gegenw\u00e4rtiger Gefahr f\u00fcr Leib oder Leben) begangen wird. Zu pr\u00fcfen war also: N\u00f6tigungsmittel N\u00f6tigungserfolg (Verm\u00f6gensverf\u00fcgung) Verm\u00f6gensschaden Vorsatz und Bereicherungsabsicht b) N\u00f6tigungsmittel A und B setzten Gewalt gegen den Kontrolleur ein, indem sie ihn traten und schlugen. Dies stellt ohne Weiteres Gewalt im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/255.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 255 StGB: R&auml;uberische Erpressung\">\u00a7 255 StGB<\/a> dar. c) N\u00f6tigungserfolg \u2013 Verm\u00f6gensverf\u00fcgung Hier lag der Kern der Pr\u00fcfung. Der Pr\u00fcfer stellte die Frage: \u201eWorin liegt hier eigentlich die Verm\u00f6gensverf\u00fcgung?\u201c Diskutiert wurde, ob der Kontrolleur durch die Gewaltanwendung dazu gebracht wurde, auf die Kontrolle zu verzichten und A und B die Weiterfahrt ohne Zahlung zu erm\u00f6glichen. Eine Verm\u00f6gensverf\u00fcgung ist jedes Handeln, Dulden oder Unterlassen, das sich unmittelbar verm\u00f6gensmindernd auswirkt. Das Unterlassen der Kontrolle und der Verzicht auf das Erheben des erh\u00f6hten Bef\u00f6rderungsentgelts (oder des regul\u00e4ren Fahrpreises) k\u00f6nnen als ein solches verm\u00f6gensrelevantes Unterlassen gewertet werden. Der Kontrolleur handelt dabei als Repr\u00e4sentant des Verkehrsunternehmens. Sein Unterlassen wird dem Unternehmen zugerechnet. d) Verm\u00f6gensschaden Dies war der ausdr\u00fccklich thematisierte Schwerpunkt. Der Pr\u00fcfer fragte mehrfach nach, worin genau der Verm\u00f6gensschaden bestehen soll. Diskutiert wurden zwei Ans\u00e4tze: Nicht gezahlter Fahrpreis Entgangenes erh\u00f6htes Bef\u00f6rderungsentgelt Nach der Differenzhypothese ist das Verm\u00f6gen vor und nach der Verf\u00fcgung zu vergleichen. H\u00e4tte der Kontrolleur seine T\u00e4tigkeit ungehindert aus\u00fcben k\u00f6nnen, h\u00e4tte das Verkehrsunternehmen entweder den Fahrpreis oder das erh\u00f6hte Bef\u00f6rderungsentgelt erhalten. Durch die Gewaltanwendung wurde diese Verm\u00f6gensmehrung verhindert. Das Verm\u00f6gen des Unternehmens ist daher im Vergleich zur hypothetischen Lage ohne N\u00f6tigung geringer. Der Pr\u00fcfer betonte, dass es nicht darauf ankommt, ob der Kontrolleur tats\u00e4chlich einen Zahlungsanspruch sofort h\u00e4tte durchsetzen k\u00f6nnen. Entscheidend ist, dass dem Unternehmen eine konkrete Verm\u00f6gensposition entzogen wurde. Im Ergebnis wurde der Verm\u00f6gensschaden bejaht. e) Subjektiver Tatbestand A und B handelten vors\u00e4tzlich und mit Bereicherungsabsicht. Sie wollten sich die Weiterfahrt ohne Zahlung sichern und nahmen billigend in Kauf, dass das Verkehrsunternehmen dadurch einen Verm\u00f6gensnachteil erleidet. f) Ergebnis <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/255.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 255 StGB: R&auml;uberische Erpressung\">\u00a7 255 StGB<\/a> wurde im Ergebnis als erf\u00fcllt angesehen. 7. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/316a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 316a StGB: R&auml;uberischer Angriff auf Kraftfahrer\">\u00a7 316a StGB<\/a> \u2013 R\u00e4uberischer Angriff auf Kraftfahrer Abschlie\u00dfend wurde <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/316a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 316a StGB: R&auml;uberischer Angriff auf Kraftfahrer\">\u00a7 316a StGB<\/a> angesprochen. a) Tatbestand Der Busfahrer ist ein Kraftfahrer im Sinne der Norm, da er ein Kraftfahrzeug im \u00f6ffentlichen Verkehr f\u00fchrt. A und B griffen zwar nicht unmittelbar den Fahrer an, sondern den Kontrolleur. Problematisiert wurde, ob dies ausreicht. Der Pr\u00fcfer wies darauf hin, dass der Angriff in einem funktionalen Zusammenhang mit dem F\u00fchren des Fahrzeugs stehen muss. Der Bus war angehalten, um die Kontrolle zu erm\u00f6glichen. Der Angriff richtete sich nicht gegen den Fahrer und diente nicht dazu, dessen Abwehr- oder Reaktionsf\u00e4higkeit auszunutzen. b) Ergebnis <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/316a.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 316a StGB: R&auml;uberischer Angriff auf Kraftfahrer\">\u00a7 316a StGB<\/a> wurde daher im Ergebnis verneint.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten Staatsexamen der <strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hamburg vom Januar 2026.<\/strong>\u00a0Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht [\/vc_column_text][vc_column_text] Vorpunkte der Kandidaten [\/vc_column_text][vc_column_text] Kandidat 1 Endpunkte 10,00 Endnote 10,75 Endnote 1. 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