{"id":18493,"date":"2026-04-14T12:00:22","date_gmt":"2026-04-14T10:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=18493"},"modified":"2026-04-05T11:56:07","modified_gmt":"2026-04-05T09:56:07","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-vom-maerz-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-niedersachsen-vom-maerz-2026\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Niedersachsen vom M\u00e4rz 2026"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0<\/strong>protokollfest, aktuelle F\u00e4lle<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>StPO (insbesondere Ermittlungsverfahren) &#8211; KV-Delikte &#8211; Verm\u00f6gensdelikte (insbes. Diebstahl\/Raub)<\/p>\n<p><strong>Paragrafen:\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/104.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 104 GG\">\u00a7104 GG<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/112.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 112 StPO: Voraussetzungen der Untersuchungshaft; Haftgr&uuml;nde\">\u00a7112 StPO<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/30.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 30 StGB: Versuch der Beteiligung\">\u00a730 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/223.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 223 StGB: K&ouml;rperverletzung\">\u00a7223 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/249.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 249 StGB: Raub\">\u00a7249 StGB<\/a><\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/strong> Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge, hart am Fall, Fragestellung klar[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pr\u00fcferin ist hinsichtlich des Pr\u00fcfungsablaufs protokollfest. Sie pr\u00fcft in aller Regel erst StPO und dann materielles Strafrecht. Im ersten Teil unserer Pr\u00fcfung hat die Pr\u00fcferin einen Zeitungsartikel vorgelesen, der im wesentlichen folgenden Sachverhalt enthielt: Drei Personen haben in der Nacht mit einem Hammer das Fenster eines Juweliergesch\u00e4fts eingeschlagen und mehrere Schmuckst\u00fccke aus der Auslage gegriffen, in eine Tasche gepackt und sind mit der Beute geflohen. Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben, haben daraufhin die Polizei verst\u00e4ndigt, die die fl\u00fcchtigen T\u00e4ter kurze Zeit sp\u00e4ter stellen konnte. Die ergriffenen Personen, bei denen die Beute gefunden wurde, wurden festgenommen und die StA habe daraufhin einen Haftbefehl erlassen. Die Pr\u00fcferin hat zun\u00e4chst in die Runde gefragt, was sie wohl an diesem Zeitungsartikel gest\u00f6rt hat. Wir haben daraufhin erl\u00e4utert, dass die Untersuchungshaft gem. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/114.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 114 StPO: Haftbefehl\">\u00a7 114 StPO<\/a> nicht durch die StA, sondern durch den Ermittlungsrichter (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StPO\/125.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 125 StPO: Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r den Erlass des Haftbefehls\">\u00a7 125 StPO<\/a>) erlassen wird. Auf die R\u00fcckfrage, warum dies so sei, wurde <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/104.html\" target=\"_blank\" title=\"Art. 104 GG\">Art. 104 GG<\/a> genannt. Sodann folgten einige Fragen zu Ermittlungsma\u00dfnahmen und dem Ermittlungsverfahren im Allgemeinen, den einzelnen Verdachtsgraden und den einzelnen Abschnitten des Strafverfahrens. Au\u00dferdem hat die Pr\u00fcferin gefragt, welche Delikte, denn im genannten Fall einschl\u00e4gig sein k\u00f6nnten (insbes. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 242 StGB: Diebstahl\">\u00a7\u00a7 242 ff. StGB<\/a>). Die Pr\u00fcferin ist dann in den Fall im materiellen Strafrecht eingestiegen: A und B spielen im ortsans\u00e4ssigen Fu\u00dfballverein, sitzen dort jedoch meistens auf der Bank. Weil sie auch beim n\u00e4chsten Spiel nicht auf dem Platz stehen sollen, wollen sie es ihrem Trainer O heimzahlen, indem sie diesen auf dem Heimweg \u00fcberfallen und ihm seine teure Armbanduhr abnehmen. Da sie sich O jedoch k\u00f6rperlich nicht gewachsen sehen, versuchen Sie sich beim Vereinskameraden C Hilfe zu holen. C will mit dem Vorhaben jedoch nichts zu tun haben, sodass A und B von ihrem Plan wieder ablassen. A und B bestellen sich dann stattdessen ein Medikament im Internet, aus dem man KO-Tropfen herstelle, kann. Die KO-Tropfen f\u00fcllen sie dem O in der Kneipe in sein Bier. O wird daraufhin bewusstlos und bricht zusammen, sodass A und B (wie von Anfang an geplant) die Armbanduhr an sich nehmen k\u00f6nnen. Dann tritt B &#8211; von A weder vorhergesehen noch gebilligt &#8211; dem O unvermittelt mehrfach mit dem beschuhten Fu\u00df gegen den Kopf, eine &#8211; wie A und B wissen &#8211; potenziell lebensgef\u00e4hrliche Verletzung. A und B verlassen dann die Kneipe. A bekommt sp\u00e4ter jedoch Gewissensbisse und ruft den Rettungsdienst, der den O findet und behandelt. O \u00fcberlebt. Der Fall wurde von uns in zwei Tatkomplexen gepr\u00fcft (Planung des \u00dcberfalls und Kneipe). Im ersten Tatkomplex stand die Pr\u00fcfung einer Verbrechensverabredung zum Raub (\u00a7\u00a7 249 Abs. 1, 30 Abs. 2 2. Alt.) im Zentrum wobei vor allem zu thematisieren war, inwieweit A und B ohne den C bereit waren, den Raub auszuf\u00fchren. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass dies eher nicht der Fall war und daher eine Verbrechensverabredung abzulehnen sei. Dann haben wir das Gesehen in der Kneipe gepr\u00fcft. Hier ging es vor allem bez\u00fcglich der KO-Tropfen um die K\u00f6rperverletzung samt Regelbeispielen (\u00a7\u00a7 223 Abs. 1, 224 Abs. 1 Nr. 1, 3, 4) durch das Verabreichen der KO-Tropfen, den Raub samt Qualifikation (\u00a7\u00a7 249 Abs. 1, 250 Abs. 1 Nr. 1 lit. b 2. Alt.) und den versuchten Totschlag durch B als Mitt\u00e4terexzess (\u00a7\u00a7 212 Abs. 1, 22, 23 Abs. 1; dolus eventualis; Exzess ist TB-Irrtum des Mitt\u00e4ters \u00a7 16 Abs. 1). Hinsichtlich der KO-Tropfen war keine Strafbarkeit (z.B. aus BtMG) zu pr\u00fcfen. Insgesamt war die Pr\u00fcfung von der Pr\u00fcferin sehr fair und mit basalem Grundwissen im Strafrecht auf jeden Fall gut zu bestehen. Die Pr\u00fcferin hat aber auch Fragen gestellt, mit denen man gut Punkte sammeln und sich h\u00f6here Punkzahlen verdienen konnte.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Niedersachsen vom M\u00e4rz 2026<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht [\/vc_column_text][vc_column_text] Zur Sache: Pr\u00fcfungsstoff:\u00a0protokollfest, aktuelle F\u00e4lle Pr\u00fcfungsthemen: StPO (insbesondere Ermittlungsverfahren) &#8211; KV-Delikte &#8211; Verm\u00f6gensdelikte (insbes. Diebstahl\/Raub) Paragrafen:\u00a0\u00a7104 GG, \u00a7112 StPO, \u00a730 StGB, \u00a7223 StGB, \u00a7249 StGB Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: Frage-Antwort, h\u00e4lt Reihenfolge, hart am Fall, Fragestellung klar[\/vc_column_text][vc_column_text] [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2024,2010,55,1715],"tags":[],"class_list":["post-18493","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-strafrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18493","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18493"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18493\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18494,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18493\/revisions\/18494"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18493"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18493"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18493"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}