{"id":18607,"date":"2026-07-07T12:00:51","date_gmt":"2026-07-07T10:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=18607"},"modified":"2026-06-29T09:08:17","modified_gmt":"2026-06-29T07:08:17","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-rheinland-pfalz-vom-mai-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-1-staatsexamen-rheinland-pfalz-vom-mai-2026\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 1. Staatsexamen &#8211; Rheinland-Pfalz vom Mai 2026"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Kandidat<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">1<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endpunkte<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">4,87<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endnote<\/p>\n<\/td>\n<td width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">6,52<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen: <\/strong>Materielles Strafrecht, Stra\u00dfenverkehrsdelikte<\/p>\n<p><strong>Paragrafen:\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/211.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 211 StGB: Mord\">\u00a7211 StGB<\/a> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 263 StGB: Betrug\">\u00a7263 StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">\u00a7315c StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315d.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315d StGB: Verbotene Kraftfahrzeugrennen\">\u00a7315d StGB<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/316.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 316 StGB: Trunkenheit im Verkehr\">\u00a7316 StGB<\/a><\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/strong> h\u00e4lt Reinefolge ein, Intensivbefragung Einzelner, hart am Fall, Fragestellung klar[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch von diesem Pr\u00fcfer lag der Schwerpunkt ausschlie\u00dflich auf dem materiellen Strafrecht, erg\u00e4nzt lediglich durch eine kurze Frage zur gerichtlichen Zust\u00e4ndigkeit. Zu Beginn wurde ein schriftlicher Sachverhalt ausgeteilt, der im Anschluss jedoch wieder eingesammelt wurde. Der Pr\u00fcfer las den Fall vor und stellte ihn in mehreren Stationen dar, wobei die Kandidaten jeweils nach und nach zur L\u00f6sung der einzelnen Problembereiche aufgerufen wurden. Dem Ausgangsfall lag eine Carsharing-Konstellation zugrunde. A hatte sich bei einem Carsharing-Unternehmen registriert, wobei er unter falschem Namen handelte. Er hatte auch sowohl einen gef\u00e4lschten Personalausweis als auch einen gef\u00e4lschten F\u00fchrerschein auf diesen Namen. Nach der Registrierung nutzte A ein hochwertiges Fahrzeug (Porsche) und bewegte sich im \u00f6ffentlichen Stra\u00dfenverkehr. Dort traf er auf den T, dem er durch gezielte Fahrman\u00f6ver und Zeichen offenbar zu einem Rennen aufforderte. Beide Fahrzeuge beschleunigten daraufhin in einer 100er-Zone auf bis zu 250 km\/h. Im weiteren Verlauf kam es zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem der T mit einem vorausfahrenden Fahrzeug kollidierte, sich \u00fcberschlug und schlie\u00dflich sowohl T selbst als auch eine weitere Insassin des beteiligten Fahrzeugs verstarben. Vor diesem Hintergrund sollten die Kandidaten zun\u00e4chst die einschl\u00e4gigen Stra\u00dfenverkehrsdelikte pr\u00fcfen, insbesondere <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315b.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315b StGB: Gef&auml;hrliche Eingriffe in den Stra&szlig;enverkehr\">\u00a7\u00a7 315b<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315c.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315c StGB: Gef&auml;hrdung des Stra&szlig;enverkehrs\">315c<\/a> sowie 315d StGB. Im Mittelpunkt stand die Abgrenzung zwischen den einzelnen Gef\u00e4hrdungsdelikten sowie deren Voraussetzungen, insbesondere im Hinblick auf konkrete Gef\u00e4hrdung und die Einordnung des &#8222;Rennens&#8220; im Stra\u00dfenverkehr. Der Pr\u00fcfer legte dabei Wert auf eine saubere systematische Einordnung zwischen Gef\u00e4hrdungs- und Verletzungsdelikten. Daneben wurde auch die Problematik der Urkundendelikte angesprochen. Insbesondere ging es um die Verwendung und das blo\u00dfe Herstellen gef\u00e4lschter Dokumente (F\u00fchrerschein und Personalausweis). Hier wurde differenziert, dass nicht zwingend eine &#8222;Verwendung&#8220; im Sinne eines klassischen Gebrauchens vorliegen muss, sondern bereits die Herstellung und das Inverkehrbringen strafrechtlich relevant sein k\u00f6nnen. Der Pr\u00fcfer wies jedoch ausdr\u00fccklich darauf hin, dass Detailnormen in diesem Bereich nicht zwingend Pr\u00fcfungsstoff seien, sondern deren Kenntnis lediglich positiv bewertet werde. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Betrugstatbestand (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 263 StGB: Betrug\">\u00a7 263 StGB<\/a>). Hier sollten die Kandidaten insbesondere den Verm\u00f6gensschaden problematisieren. Im Zentrum stand die Frage, ob bereits durch die Registrierung unter falschem Namen sowie die Nutzung des Carsharing-Dienstes ein Schaden vorliegt oder ob dieser erst sp\u00e4ter durch das schadensausl\u00f6sende Ereignis eintritt. Diskutiert wurde dabei auch, dass eine sp\u00e4tere Schadensverwirklichung zwar naheliegend erscheinen k\u00f6nne, jedoch aufgrund der Vielzahl an Zwischenschritten und der unklaren Verm\u00f6gensverschiebung ein unmittelbarer Schaden nicht ohne Weiteres angenommen werden k\u00f6nne. In einer ersten Abwandlung wurde der Sachverhalt leicht ver\u00e4ndert und weiter strafrechtlich vertieft. Dabei ging es erneut um die Carsharing-Situation, allerdings mit einer zus\u00e4tzlichen Trunkenheitskomponente. A wollte sich nach Berlin absetzen, konsumierte zuvor in einer Bar Alkohol (Schnaps) und zeigte bereits deutliche Ausfallerscheinungen. Dennoch begab er sich in ein Parkhaus, setzte sich in das Fahrzeug und versuchte loszufahren. Dabei wurde festgestellt, dass er bereits torkelte, woraufhin eine Schranke geschlossen wurde. In einer weiteren Abwandlung kam es schlie\u00dflich zu einer Kollision mit einer Wand, wodurch das Fahrzeug (Porsche) besch\u00e4digt wurde und A anschlie\u00dfend vom Unfallort fl\u00fcchtete. Hier sollten die Kandidaten erneut die einschl\u00e4gigen Stra\u00dfenverkehrsdelikte pr\u00fcfen, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob sich das Geschehen noch im \u00f6ffentlichen Stra\u00dfenverkehr bzw. im stra\u00dfenverkehrsrechtlich relevanten Bereich (Parkhaus) abspielt. Zudem wurde die Problematik der alkoholbedingten Fahrunt\u00fcchtigkeit thematisiert. Es sollte zwischen relativer und absoluter Fahrunt\u00fcchtigkeit differenziert werden sowie eine m\u00f6gliche R\u00fcckrechnung des Blutalkoholwerts vorgenommen werden. Im konkreten Fall wurde ein Wert von 0,98 Promille genannt, sodass insbesondere die Einordnung unterhalb der Grenze zur absoluten Fahrunt\u00fcchtigkeit relevant war und eine Gesamtw\u00fcrdigung erforderlich wurde. Zum Abschluss wurde lediglich noch einmal kurz die gerichtliche Zust\u00e4ndigkeit abgefragt, wobei die Kandidaten die sachliche Zust\u00e4ndigkeit im Strafverfahren darlegen sollten. Weitere prozessuale Fragen oder verfahrensrechtliche Vertiefungen erfolgten nicht. Insgesamt handelte es sich um eine rein materiellrechtlich gepr\u00e4gte Pr\u00fcfung mit deutlichem Schwerpunkt im Verkehrsstrafrecht, insbesondere <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/315b.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 315b StGB: Gef&auml;hrliche Eingriffe in den Stra&szlig;enverkehr\">\u00a7\u00a7 315b ff. StGB<\/a>, erg\u00e4nzt um klassische Probleme des Betrugs und der Urkundendelikte. \u00a7212 wurde nat\u00fcrlich auch noch gepr\u00fcft. 211 auch angesprochen. Insgesamt legte der Pr\u00fcfer Wert auf pr\u00e4zise Definitionen und fragte diese auch immer wieder ab.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem ersten Staatsexamen der\u00a0<strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Rheinland-Pfalz vom Mai 2026<\/strong>. Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht [\/vc_column_text][vc_column_text] Vorpunkte der Kandidaten [\/vc_column_text][vc_column_text] Kandidat 1 Endpunkte 4,87 Endnote 6,52 [\/vc_column_text][vc_column_text] Zur Sache: Pr\u00fcfungsthemen: Materielles Strafrecht, Stra\u00dfenverkehrsdelikte Paragrafen:\u00a0\u00a7211 StGB \u00a7263 StGB, \u00a7315c StGB, \u00a7315d StGB, \u00a7316 StGB Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: h\u00e4lt Reinefolge ein, Intensivbefragung Einzelner, hart am Fall, Fragestellung klar[\/vc_column_text][vc_column_text] [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2024,2010,55,1715],"tags":[],"class_list":["post-18607","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-strafrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18607","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18607"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18607\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18608,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18607\/revisions\/18608"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18607"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18607"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18607"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}