{"id":18637,"date":"2026-07-30T12:00:59","date_gmt":"2026-07-30T10:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=18637"},"modified":"2026-07-22T09:40:42","modified_gmt":"2026-07-22T07:40:42","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hamburg-vom-juli-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-hamburg-vom-juli-2026\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Hamburg vom Juli 2026"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<table style=\"width: 46.694%;\" width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 69.0566%;\" width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Kandidat<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 27.9245%;\" width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">1<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 69.0566%;\" width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endpunkte<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 27.9245%;\" width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">9,5<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 69.0566%;\" width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endnote<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 27.9245%;\" width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">10,7<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 69.0566%;\" width=\"189\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endnote 1. Examen<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 27.9245%;\" width=\"76\">\n<p style=\"text-align: center;\">8,41<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0 <\/strong>Strafvollzug, Bew\u00e4hrung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Paragraphen: <\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/56.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 56 StGB: Strafaussetzung\">\u00a756 StGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: <\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Frage-Antwort<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die strafrechtliche Pr\u00fcfung kn\u00fcpfte inhaltlich an den vorherigen Aktenvortrag an. Ausgangspunkt war ein Sachverhalt, in dem M durch das Strafgericht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden war, deren Vollstreckung zur Bew\u00e4hrung ausgesetzt wurde. M hatte eine einj\u00e4hrige Bew\u00e4hrungsstrafe erhalten. Zu Beginn wurde die Frage aufgeworfen, ob der Strafrichter f\u00fcr diese Entscheidung \u00fcberhaupt zust\u00e4ndig war und ob die Voraussetzungen f\u00fcr die Verh\u00e4ngung einer Bew\u00e4hrungsstrafe vorlagen. Zun\u00e4chst wurde daher die sachliche Zust\u00e4ndigkeit des Strafrichters gepr\u00fcft. Hierbei wurde auf die <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GVG\/24.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 24 GVG\">\u00a7\u00a7 24<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/GVG\/25.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 25 GVG\">25 GVG<\/a> eingegangen und er\u00f6rtert, unter welchen Voraussetzungen der Strafrichter als Einzelrichter beim Amtsgericht zust\u00e4ndig ist. Anschlie\u00dfend wurde die M\u00f6glichkeit der Strafaussetzung zur Bew\u00e4hrung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/56.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 56 StGB: Strafaussetzung\">\u00a7 56 StGB<\/a> behandelt. Der Schwerpunkt lag auf der Frage, wann ein Gericht eine Freiheitsstrafe zur Bew\u00e4hrung aussetzen darf. Es wurde herausgearbeitet, dass hierf\u00fcr insbesondere eine positive Sozialprognose erforderlich ist und erwartet werden muss, dass der Verurteilte k\u00fcnftig auch ohne Vollstreckung der Freiheitsstrafe keine weiteren Straftaten begehen wird. Im Anschluss fragte der Pr\u00fcfer, welche Konsequenzen eintreten, wenn sich der Verurteilte nicht an die Bew\u00e4hrungsbedingungen h\u00e4lt. Hier wurde der Widerruf der Strafaussetzung zur Bew\u00e4hrung nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/56f.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 56f StGB: Widerruf der Strafaussetzung\">\u00a7 56f StGB<\/a> angesprochen. Im Mittelpunkt standen die Voraussetzungen eines Bew\u00e4hrungswiderrufs. Dabei wurde insbesondere zwischen Auflagen und Weisungen unterschieden. Der Pr\u00fcfer wollte wissen, worin der Unterschied zwischen beiden Ma\u00dfnahmen liegt und welche Bedeutung diese Unterscheidung f\u00fcr einen m\u00f6glichen Widerruf hat. Es wurde erl\u00e4utert, dass Auflagen vor allem der Genugtuung f\u00fcr das begangene Unrecht dienen, w\u00e4hrend Weisungen st\u00e4rker auf die zuk\u00fcnftige Lebensf\u00fchrung des Verurteilten und die Vermeidung weiterer Straftaten ausgerichtet sind. Anschlie\u00dfend wurde der Sachverhalt abgewandelt. M und F hatten vor einem Zivilgericht einen Vergleich geschlossen. Darin erhielt F ein bestimmtes Recht bez\u00fcglich eines Hundes zugesprochen. M hielt sich jedoch nicht an die getroffene Vereinbarung. Der Hund befand sich regelm\u00e4\u00dfig bei Freunden des M, sodass F keinen Zugriff auf ihn erhielt. Als F den Hund abholen wollte, stellte sich die Frage, ob sich M strafbar gemacht hatte. Zun\u00e4chst wurden verschiedene Eigentums- und Verm\u00f6gensdelikte gepr\u00fcft. Der Pr\u00fcfer lie\u00df eine Strafbarkeit wegen Diebstahls gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/242.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 242 StGB: Diebstahl\">\u00a7 242 StGB<\/a> pr\u00fcfen. Dabei wurde insbesondere auf das Tatbestandsmerkmal der Wegnahme eingegangen. Eine Wegnahme scheiterte jedoch daran, dass M den Hund nicht durch eine neue Handlung gegen den Willen des Berechtigten an sich gebracht hatte. Vielmehr war die tats\u00e4chliche Sachlage unver\u00e4ndert geblieben. Anschlie\u00dfend wurde eine Unterschlagung gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/246.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 246 StGB: Unterschlagung\">\u00a7 246 StGB<\/a> gepr\u00fcft. Hier lag der Schwerpunkt auf der erforderlichen Zueignungsabsicht. Es wurde diskutiert, ob M sich den Hund rechtswidrig zueignen wollte. Problematisch war insbesondere die objektive Manifestation der Zueignung. Da M nach au\u00dfen weiterhin so auftrat wie zuvor und keine eindeutigen Anzeichen f\u00fcr eine dauerhafte Aneignung oder Enteignung vorlagen, wurde eine solche Manifestation verneint. Daraufhin wurde noch eine Strafbarkeit wegen Betrugs gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/263.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 263 StGB: Betrug\">\u00a7 263 StGB<\/a>, insbesondere in Form eines m\u00f6glichen Prozessbetrugs, angesprochen. Die Pr\u00fcfung verlief hier ohne gr\u00f6\u00dfere Besonderheiten. Es wurde auf die einzelnen Tatbestandsmerkmale eingegangen, insbesondere auf T\u00e4uschung, Irrtum, Verm\u00f6gensverf\u00fcgung und Verm\u00f6gensschaden. Schwerpunkt war die Frage, worin im konkreten Fall der Verm\u00f6gensschaden liegen k\u00f6nnte. Dabei wurde er\u00f6rtert, dass bei einem Prozessbetrug insbesondere die nachteilige Ver\u00e4nderung der Verm\u00f6genslage durch eine gerichtliche Entscheidung relevant sein kann. Insgesamt lag der Schwerpunkt der Pr\u00fcfung auf dem Strafzumessungs- und Bew\u00e4hrungsrecht sowie anschlie\u00dfend auf klassischen Verm\u00f6gensdelikten. Der Pr\u00fcfer legte Wert darauf, dass die Tatbestandsmerkmale sauber herausgearbeitet und die einzelnen Pr\u00fcfungsschritte strukturiert durchgef\u00fchrt wurden. Besonders wichtig waren die Abgrenzung zwischen Auflagen und Weisungen im Bew\u00e4hrungsrecht sowie die Voraussetzungen einer strafrechtlich relevanten Zueignung bei Eigentumsdelikten.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten Staatsexamen der <strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Hamburg vom Juli 2026.<\/strong>\u00a0Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsthemen: Strafrecht [\/vc_column_text][vc_column_text] Vorpunkte der Kandidaten [\/vc_column_text][vc_column_text] Kandidat 1 Endpunkte 9,5 Endnote 10,7 Endnote 1. Examen 8,41 [\/vc_column_text][vc_column_text] Zur Sache: Pr\u00fcfungsthemen:\u00a0 Strafvollzug, Bew\u00e4hrung Paragraphen: \u00a0\u00a756 StGB Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: Frage-Antwort [\/vc_column_text][vc_column_text] [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: Die strafrechtliche Pr\u00fcfung kn\u00fcpfte inhaltlich an den vorherigen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2025,2010,55,1715],"tags":[],"class_list":["post-18637","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-strafrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18637","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18637"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18637\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18638,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18637\/revisions\/18638"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18637"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18637"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18637"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}