{"id":18652,"date":"2026-08-12T09:00:18","date_gmt":"2026-08-12T07:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=18652"},"modified":"2026-08-04T08:54:01","modified_gmt":"2026-08-04T06:54:01","slug":"gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-1-staatsexamen-saarland-vom-februar-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/gedaechtnisprotokoll-einer-echten-klausur-zum-1-staatsexamen-saarland-vom-februar-2026\/","title":{"rendered":"Ged\u00e4chtnisprotokoll einer echten Klausur zum 1. Staatsexamen &#8211; Saarland vom Februar 2026"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsfach:\u00a0 Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Ged\u00e4chtnisprotokoll:<\/h2>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Teil: F experimentiert gerne mit tonischen Sachen und hat ein Programm von der P-GmbH entdeckt. Dabei kann man einem Chatbot Fragen stellen, die dieser dann beantwortet. Die P-GmbH hat daf\u00fcr Werbung gemacht und insb. auch damit geworben, dass man mit diesem Programm auch juristische Entw\u00fcrfe fertigen kann &#8211; kostenfrei. Beim Anlegen eines Nutzerkontos f\u00fcr F musste sie die AGB akzeptieren. Darin hie\u00df es, dass das Programm die eingegeben Daten nutzt, um damit in Folge Verbesserungen vorzunehmen. Wenn man dies nicht will, kann man dem widersprechen, wobei dann aber nicht alle Funktionen des Chatbots vollst\u00e4ndig verf\u00fcgbar sind. Weiterhin war in den AGB enthalten, dass das Programm fehlerhaft sein kann, weil noch nicht alles fehlerfrei laufe. Au\u00dferdem wurde darauf hingewiesen, dass das Programm keine juristischen Dienstleister ersetzen kann und dass die P-GmbH nicht f\u00fcr Sch\u00e4den haftet, die nicht aufgrund eigener Verst\u00f6\u00dfe gegen die Vereinbarung oder vorhersehbare Sch\u00e4den sind. Daraufhin nutzt die F die Vollversion und will dann eines Tages mit Hilfe des Chatbots ihr Testament schreiben. Sie gibt Infos in das Programm ein: sie ist mit M verheiratet; Zugewinngemeinschaft; von Anfang an kein Verm\u00f6gen; F hat jetzt 5 Mio. und M immer noch nichts; 2 Kinder T und S; S soll enterbt werden (weil Straftaten begangen: wiederholter Betrug, Freiheitsstrafe 2 Jahre ohne Bew\u00e4hrung verurteilt); T soll mehr bekommen als M; M soll genug bekommen, um gut zu leben. Dann hat der Chatbot (in etwa) folgendes Testament formuliert: &#8222;Hiermit errichte ich F (voller Name) mein Testament und widerrufe damit alle fr\u00fcheren Verf\u00fcgungen. Erbeinsetzung: M soll mich zu 30% beerben und T zu 70%. Enterbung: S soll nichts von dem Erbe erhalten. Er wird hiermit ausdr\u00fccklich enterbt, da er in der Vergangenheit mein Vertrauen wegen L\u00fcgen missbraucht hat. Ich nehme aber in Kauf, dass er seinen Pflichtteil bekommt. (Ort &amp; Datum) (Unterschrift)&#8220; Der Chatbot gab noch den Hinweis, dass die das ganze handschriftlich unterschreiben muss und Ort und Datum zu erg\u00e4nzen hat. Zudem k\u00f6nne sie den S enterben, was aber sehr schwierig sei. Die F will das dann nicht mehr, weil ihr das zu kompliziert ist, auch wenn sie denkt, dass sie beweisen kann, dass S erbunw\u00fcrdig ist. Sp\u00e4ter stirbt irgendwann die T, die noch den Sohn N und ihren Mann hat. Anschlie\u00dfend stirbt F. Der Mann will nun alles. S will aber auch was und denkt ihm stehe auch was zu und verweist auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/2069.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 2069 BGB: Abk&ouml;mmlinge des Erblassers\">\u00a7 2069 BGB<\/a>.<br \/>\nAufgaben:<br \/>\n1. Wer beerbt die F in welchem Umfang?<br \/>\n2. a) Bekommt der S seinen Pflichtteil, wenn ja wie hoch? b) Haben die Erben Schadensersatzanspr\u00fcche gegen die P-GmbH?<br \/>\n3. (nicht mehr sicher) Sollte M die Erbschaft besser ausschlagen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.Teil: Hier wurde ein Tatbestand f\u00fcr ein Urteil von dem Reichsgericht im Juli 1934 gezeigt, wo es darum ging, dass der Kl\u00e4ger (arische Rasse) eine J\u00fcdin geheiratet hat und die Ehe anfechten will (hinten dran waren noch 2 alte Normen aus dem BGB abgedruckt). Eigentlich war aber die Anfechtungsfrist bereits rum. Dazu gab es dann ein Urteil des Reichsgerichts. Dieses argumentierte, dass die Verj\u00e4hrung gehemmt war (auf Grundlage von einer abgedruckten Norm), weil (bevor die Nationalsozialisten kamen) der Kl\u00e4ger an der Rechtsdurchsetzung verhindert war. Die entsprechende Anfechtung h\u00e4tte keine Erfolgsaussichten gehabt. Das Urteil hat dann quasi so argumentiert, dass vor den Nazis kein funktionierendes Rechtssystem vorhanden war. Aufgabe: Urteil unter rechtsgeschichtlichen Gedanken einordnen und kommentieren.<\/p>\n<\/div>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen Klausurprotokoll handelt es sich um das Ged\u00e4chtnisprotokoll einer <strong>echten Klausur vom Februar 2026 im ersten Staatsexamen im Saarland. <\/strong>Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider-border\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsfach:\u00a0 Zivilrecht [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Ged\u00e4chtnisprotokoll: 1. 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