{"id":18679,"date":"2026-09-03T12:00:44","date_gmt":"2026-09-03T10:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/?p=18679"},"modified":"2026-08-27T09:01:30","modified_gmt":"2026-08-27T07:01:30","slug":"protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-bayern-vom-mai-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/protokoll-der-muendlichen-pruefung-zum-2-staatsexamen-bayern-vom-mai-2026\/","title":{"rendered":"Protokoll der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zum 2. Staatsexamen &#8211; Bayern vom Mai 2026"},"content":{"rendered":"[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2>Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht<\/h2>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2>Vorpunkte der Kandidaten<\/h2>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n<table style=\"width: 259px;\" width=\"265\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 175.052px;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Kandidat<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 69.9826px;\">\n<p style=\"text-align: center;\">1<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 175.052px;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endpunkte<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 69.9826px;\">\n<p style=\"text-align: center;\">9,79<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 175.052px;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endnote<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 69.9826px;\">\n<p style=\"text-align: center;\">10,51<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 175.052px;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Endnote 1. Examen<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 69.9826px;\">\n<p style=\"text-align: center;\">7,32<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zur Sache:<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Pr\u00fcfungsthemen:<\/strong> Widerrufsrecht<\/p>\n<p><strong>Paragraphen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/312.html\" target=\"_blank\" title=\"&sect; 312 BGB: Anwendungsbereich\">\u00a7312 BGB<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: <\/span><\/strong><span style=\"line-height: 1.5;\">Frage -Antwort-Diskussion<\/span><\/p>\n[\/vc_column_text][vc_column_text]\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch:<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn der Pr\u00fcfung wurde ein DIN-A4-Blatt mit einem Sachverhalt ausgeteilt. F\u00fcr die Lekt\u00fcre standen etwa zwei Minuten zur Verf\u00fcgung. Anschlie\u00dfend erfolgte die Besprechung des Falles, der sowohl prozessrechtliche als auch materiell-rechtliche Fragestellungen enthielt. Gegenstand des Sachverhalts war ein Fall aus dem Bereich des Verbraucherrechts beziehungsweise des Widerrufsrechts bei au\u00dferhalb von Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen geschlossenen Vertr\u00e4gen. O besuchte eine M\u00f6belmesse, die in einer Messehalle stattfand. Daneben existierte eine zweite Halle, in der sich ausschlie\u00dflich gastronomische Angebote befanden. Beide Hallen waren durch einen Gang miteinander verbunden. O besichtigte zun\u00e4chst an einem Messestand der D-OHG ein Bett, das in drei verschiedenen Ausf\u00fchrungen angeboten wurde. Im Anschluss begab er sich gemeinsam mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der D-OHG in die Gastronomiehalle, wo beide bei einem Kaffee ein etwa halbst\u00fcndiges privates Gespr\u00e4ch f\u00fchrten. Unmittelbar nach diesem Gespr\u00e4ch erkl\u00e4rte O, dass er das Bett kaufen wolle. Das Bett wurde anschlie\u00dfend geliefert, O verweigerte jedoch die Zahlung. Die D-OHG leitete daraufhin ein Mahnverfahren ein und erwirkte zun\u00e4chst einen Mahnbescheid und anschlie\u00dfend einen Vollstreckungsbescheid. O bemerkte den Vollstreckungsbescheid erst drei Wochen sp\u00e4ter in seinem Briefkasten, da er in dieser Zeit mit Gartenarbeiten besch\u00e4ftigt gewesen war. Daraufhin erkl\u00e4rte er den Widerspruch gegen den Vollstreckungsbescheid. Die Pr\u00fcfung begann mit den prozessrechtlichen Fragen. Zun\u00e4chst sollte das Mahnverfahren dargestellt werden. Erwartet wurde eine Einordnung des Mahnverfahrens als vereinfachtes Verfahren zur Erlangung eines Vollstreckungstitels f\u00fcr Geldforderungen. Anschlie\u00dfend waren die einzelnen Verfahrensschritte darzustellen, insbesondere Mahnbescheid, M\u00f6glichkeit des Widerspruchs, Erlass des Vollstreckungsbescheids und die daran ankn\u00fcpfenden Rechtsbehelfe. Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, welche M\u00f6glichkeiten O gegen den Vollstreckungsbescheid hat. Dabei war zun\u00e4chst der Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid anzusprechen. Im weiteren Verlauf wurde gepr\u00fcft, ob die Einspruchsfrist gewahrt worden war. Da O den Bescheid erst nach drei Wochen zur Kenntnis genommen hatte, war die Frist bereits abgelaufen. Sodann wurde die M\u00f6glichkeit einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand diskutiert. Hier legte der Pr\u00fcfer besonderen Wert auf die Voraussetzungen der Wiedereinsetzung und insbesondere auf das fehlende Verschulden des Betroffenen. Da O den Briefkasten \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum nicht kontrolliert hatte und dies lediglich mit Gartenarbeiten begr\u00fcndete, wurde ein eigenes Verschulden angenommen. Eine Wiedereinsetzung kam daher nicht in Betracht. Anschlie\u00dfend wurde er\u00f6rtert, welche weiteren Rechtsschutzm\u00f6glichkeiten verbleiben. Hier sollte auf die Vollstreckungsabwehrklage eingegangen werden. Erwartet wurde eine Einordnung dieser Klageart sowie die Darstellung ihrer Funktion und Voraussetzungen. Der Pr\u00fcfer fragte nach den Gr\u00fcnden, warum eine Vollstreckungsabwehrklage einschl\u00e4gig war, und erwartete die Abgrenzung zu weiteren Klagearten. Au\u00dferdem wurde die m\u00f6gliche Pr\u00e4klusion thematisiert. Im materiell-rechtlichen Teil stand die Frage im Mittelpunkt, ob O Einwendungen gegen den Kaufpreisanspruch der D-OHG geltend machen konnte. Ausgangspunkt war die Pr\u00fcfung eines m\u00f6glichen Widerrufsrechts. Hierzu sollte insbesondere untersucht werden, ob ein au\u00dferhalb von Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen geschlossener Vertrag vorlag. Ausf\u00fchrlich diskutiert wurde die Einordnung der Messe und der Gastronomiehalle. Zun\u00e4chst war zu kl\u00e4ren, ob der Messestand selbst als Gesch\u00e4ftsraum anzusehen ist. Anschlie\u00dfend stellte sich die Frage, welche Bedeutung dem Ortswechsel in die Gastronomiehalle zukommt. Der Pr\u00fcfer legte gro\u00dfen Wert darauf, dass nicht vorschnell allein auf den Vertragsschlussort abgestellt wird, sondern die gesamte Anbahnung des Gesch\u00e4fts ber\u00fccksichtigt wird. Von zentraler Bedeutung war das private Gespr\u00e4ch zwischen O und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der D-OHG. Es wurde er\u00f6rtert, ob durch das etwa drei\u00dfigmin\u00fctige private Gespr\u00e4ch die urspr\u00fcngliche Verkaufssituation unterbrochen wurde oder ob weiterhin ein ausreichender Zusammenhang mit der gesch\u00e4ftlichen Kontaktaufnahme am Messestand bestand. Ebenso wurde diskutiert, welche Schutzzwecke hinter den Vorschriften \u00fcber au\u00dferhalb von Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen geschlossene Vertr\u00e4ge stehen und ob der Verbraucher in einer solchen Situation typischerweise mit einem Vertragsabschluss rechnen muss. Der Pr\u00fcfer stellte hierzu mehrere vertiefende Nachfragen und lie\u00df verschiedene Argumentationsans\u00e4tze zu. Entscheidend war weniger ein bestimmtes Ergebnis als vielmehr eine saubere Subsumtion und die Ber\u00fccksichtigung der Wertungen des Verbraucherrechts. Insgesamt lag der Schwerpunkt der materiell-rechtlichen Pr\u00fcfung auf der Definition und den Voraussetzungen eines au\u00dferhalb von Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen geschlossenen Vertrags sowie auf der Frage, ob dem Verbraucher ein Widerrufsrecht zusteht und welche Auswirkungen dies auf den geltend gemachten Kaufpreisanspruch hat. Der Fall verband damit prozessrechtliche Fragestellungen des Mahnverfahrens mit verbraucherrechtlichen Problemen des Widerrufsrechts. Wer die Struktur des Mahnverfahrens beherrschte, die Fristenproblematik sauber analysierte und die Wertungen des Verbraucherrechts nachvollziehbar in die Argumentation einbezog, konnte die Pr\u00fcfung gut bew\u00e4ltigen.<\/p>\n[\/vc_column_text]<div  class=\"divider\"><\/div>[vc_column_text]\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den obigen anonymisierten Protokollen handelt es sich um eine Original-Mitschrift aus dem zweiten Staatsexamen der <strong>M\u00fcndlichen Pr\u00fcfung in Bayern vom Mai 2026.<\/strong>\u00a0Das Protokoll stammt aus dem Fundus des Protokollverleihs\u00a0<a href=\"http:\/\/www.juridicus.de\/pruefungsprotokolle\">Juridicus.de<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weggelassen wurden die Angaben zum Pr\u00fcferverhalten. Die Schilderung des Falles und die L\u00f6sung beruhen ausschlie\u00dflich auf der Wahrnehmung des Pr\u00fcflings.<\/p>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;full_width_background&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;]<div  class=\"divider\"><\/div>[\/vc_column][\/vc_row]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsthemen: Zivilrecht [\/vc_column_text][vc_column_text] Vorpunkte der Kandidaten [\/vc_column_text][vc_column_text] Kandidat 1 Endpunkte 9,79 Endnote 10,51 Endnote 1. Examen 7,32 [\/vc_column_text][vc_column_text] Zur Sache: Pr\u00fcfungsthemen: Widerrufsrecht Paragraphen: \u00a7312 BGB Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: Frage -Antwort-Diskussion [\/vc_column_text][vc_column_text] [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;in_container&#8220; scene_position=&#8220;center&#8220; text_color=&#8220;dark&#8220; text_align=&#8220;left&#8220; overlay_strength=&#8220;0.3&#8243;][vc_column column_padding=&#8220;no-extra-padding&#8220; column_padding_position=&#8220;all&#8220; background_color_opacity=&#8220;1&#8243; background_hover_color_opacity=&#8220;1&#8243; width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Pr\u00fcfungsgespr\u00e4ch: Zu Beginn der Pr\u00fcfung wurde ein DIN-A4-Blatt mit&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1755,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2025,2010,55,1703],"tags":[],"class_list":["post-18679","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-2-staatsexamen","category-protokolle","category-magazin","category-zivilrecht-rechtsgebiet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18679","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1755"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18679"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18679\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18680,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18679\/revisions\/18680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18679"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18679"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juridicus.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18679"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}